Was soll ich Euch schreiben, heute hat uns doch glatt jemand einen Teppich aufgequatscht!!!!! Wir haben nichtsahnend mal wieder mutterseelenallein auf einem Campingplatz in Midelt übernachtet.

Da hat uns der freundliche Herr von der „Rezeption“ auf einen Tee eingeladen – nach dem Frühstück! Wir wollten nicht unhöflich sein und haben ihm 2 Tafeln Schokolade mitgebracht. Na jedenfalls saßen wir eine Weile „beim Tee“ und haben uns unterhalten, als er uns von seinen Teppichen erzählte, die von den Frauen mühevoll in Handarbeit gefertigt werden. Und was dann kam, brauche ich wahrscheinlich gar nicht zu schreiben…

Also: direkt neben uns ging es in einen Raum, wo wir uns ein paar Teppiche „nur mal anschauen“ sollten. Schwuppdiewupp hat er einen Teppich nach dem anderen vor uns ausgerollt. Der ganze Schrank war voll damit. Als ca. 20 Teppiche da lagen, hatten wir ihn gebeten, keine weiteren mehr draufzupacken, wir wollten ja sowieso keinen kaufen. Dann hat er uns klar klargemacht, daß er die Teppiche wieder „rückwärts“ in den Schrank legt, wir sollten jedoch vorher zu jedem Teppich sagen, welcher gar nicht in Frage kommt, oder welcher vielleicht in Frage kommt. Na ja, wir jedenfalls erst mal 10 Teppiche zurückgehen lassen in den Schrank mit den Worten, daß die gar nicht in Frage kommen. Dann lag da so ein orangener kleiner Teppich, bei dem ich dachte, o.k. der könnte VIELLEICHT in Frage kommen. Prompt lag er auf der Seite. Und so ging es, bis alle Teppiche wieder im Schrank lagen, bis auf den orangenen.

Obwohl wir auch diesen nicht wollten, ging die Feilscherei los. Er hat auf einen Zettel drei Kreise gemalt. In den ersten hat er sein erstes Angebot reingeschrieben – 1.200 Dirham (120 Euro)! Das war natürlich ganz schön hoch angesetzt. Dann sollten wir unser erstes Angebot abgeben… wir trauten uns kaum, 200 Dirham (20 Euro) hinzuschreiben, weil das natürlich sehr viel weniger war, als er ursprünglich wollte. Daraufhin hat er uns klargemacht, daß hier kein Geschäft zustande kommt und er nicht sauer ist. Glücklich über diese plötzliche Wende, telefonierte er erst mal mit (s)einem Freund aus Merzouga, der uns heute oder morgen zum Kamelritt in die Wüste erwartet. Wir sollten sicherheitshalber gleich selbst mit ihm sprechen (er konnte deutsch…). Nachdem wir ihm erklärt hatten, daß wir ein sehr langsames Auto haben und es lange dauert, bis wir ankommen, haben wir den Kamelritt auf morgen verschoben mit den Worten: „Wir melden uns dann….“ (haben wir aber nicht gemacht)… Kaum aufgelegt, ging es wieder um den Preis des Teppichs. Um es kurz zu machen, wir haben ihn dann für 300 Dirham gekommen.

Der Teppich liegt jetzt erst mal nur im Weg (wo wir sowieso kaum Platz im Hanomag haben), aber Hauptsache, wir sassen wieder im Auto und konnten endlich weiterfahren.

Während der Fahrt haben wir ein paar Fotos gemacht, damit ihr mal seht, wie sich die Landschaft verändert, wenn man so vor sich hintuckert… Wir waren zwischendurch fast 1.800 m hoch. Dann kam wieder ein ganz fruchtbares Tal mit Palmen weiter unten und zuletzt sogar ein größerer See.

Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir in Merzouga angekommen und haben hier einen Stellplatz hinter einer schönen Kasbah. Hier haben wir auch gleich noch Abend gegessen, damit wir nicht noch kochen müssen. Den Speisesaal haben wir noch fotografiert, den Rest zeigen wir morgen. Morgen geht es auch zum ersten Mal in die Wüste. Wir sind sehr gespannt, was uns da erwartet…

Merzouga