Mit „nur“ noch zwei Fahrzeugen ging es weiter in Richtung Zagora. Es gab zwei Möglichkeiten, nach Zagora weiterzufahren:

  1.  Die gemütliche asphaltierte Straße
  2.  Piste

Wir entschieden uns für die Piste!!!!  Es lagen 235 km Strecke vor uns!!!

Nachdem wir Sprit, Essen und Wasser gebunkert hatten, ging es los. Das erste Stück war noch recht passabel und bereitete unseren beiden Fahrzeugen kaum Probleme. Doch dann hörte der Asphalt auf und von ab ging’s auf die Piste. Wir wurden gewaltig durchgeschüttelt… aber wir wollten es ja so!!!! Da hilft auch kein Jammern – Augen zu und durch. Entschädigt wurden wir durch atemberaubende Landschaften, die ständig wechselten: Schotterpiste, ausgetrocknete Salzseen, Oasen,…

Hier war auch kaum mehr Zivilisation – doch an einer einsamen Stelle trafen wir dann auf einen jungen Mann, der uns sagte, daß wir durch Ramlia nicht durchfahren könnten, weil das Qued dort so viel Wasser hat, daß wir auf jeden Fall im Sumpf einsacken würden. Er hat uns dann an eine Stelle geführt, von der aus wir alleine weiterfahren konnten. Das war leider ein sehr großer Umweg und die Piste war auch sehr schlecht. Eigentlich gab es da teilweise gar keine Straße mehr, wir konnten nur noch mit GPS navigieren. Wer hätte gedacht, daß wir noch mal so Navigationsprofis werden!!!

Zufällig war heute auch Heiligabend,

sodaß wir an einer Stelle einen Übernachtungsplatz gewählt hatten, der uns allen sehr gut gefiel. Wir sind übrigens nur 90 km weit gekommen den dem Tag – ein Schnitt von ca. 15 km/h – da könnt ihr euch die Straßenlage vielleicht ungefähr vorstellen…

Dort haben wir zuerst unseren Tisch weihnachtlich dekoriert und mit einem Glas Wein auf Weihnachten angestoßen. Dazu gab es Karins selber gebackenen Stollen (sie haben einen Backofen im Auto!) und unseren Stollen von Oma Heide. Das war köstlich!!!! Wir haben uns gefühlt wie Könige, daß wir das erleben dürfen – die grandiose Fahrt mit den atemberaubenden Landschaften, den Sternenhimmel, die Sanddünen, einfach alles war überwältigend und kaum in Worte zu fassen…

Und wer jetzt dachte, daß wir „nur“ Stollen gegessen haben, täuscht sich. Selbstverständlich haben wir später auch noch was Feines gekocht. Wir hatten Rindsrouladen (aus der Dose vom Cantz!), Rotkohl aus dem Glas und Kartoffeln (in Karins Schnellkochtopf gekocht – eine tolle Sache, geht richtig schnell!). Karin hatte leckere Buchweizen-Küchle mit Zucchini… und auch unser obligatorisches Lagerfeuer hat uns diesen Abend besonders gefallen. Die Krönung war der strahlende Sternenhimmel, der in der Wüste wirklich ganz besonders schön ist – man sieht auf dem Bild nur den Mond, es waren aber tausende Sterne da oben…. das könnt ihr mir glauben!!! Und manchmal fällt sogar einer runter… es ist unglaublich, wir sind geflasht von allem, was wir hier erleben dürfen und fallen in die Koje.

Mond in der Wüste

Mond in der Wüste

Zwischen Merzouga und Zagora in der Wüste