Es ist schon fast zum Ritual geworden, daß Hannes morgens zuerst aufsteht und mit der Kamera ein paar Fotos von der Gegend, dem Stellplatz oder sonst etwas aufnimmt, bevor wir frühstücken. Bei den heißen Quellen hat er mit etwas Brot Vögel angelockt, die er kurz danach fotografiert hat. Hier sind ein paar davon:

Bevor es weitergeht, hier noch ein paar Fotos von den heissen Quellen. Letztes Jahr hat es uns irgendwie besser gefallen. Während wir gefrühstückt haben, kam ein einsamer Berber, der später im Wasser lag, als Hannes das Foto gemacht.

Da die heissen Quellen in der Nähe einer Oase liegen und wir uns letztes Jahr nicht die Zeit genommen haben, da mal durchzufahren, wollten wir dies nun nachholen. Ich habe dort sehr viel gefilmt aus dem Auto – was ich aber erst später einmal reinstellen kann, wenn wir wieder zu Hause sind. Deshalb hier nur ein paar Fotos:

Dann ging es weiter nach Guelmim. Dort hatten wir letztes Jahr in einem Straßenlokal einen Marokkaner kennengelernt, der lange Zeit in Köln gearbeitet hat bei Tengelmann. Er hatte uns damals auch erzählt, daß man hier sehr günstig „schwarz“ Benzin aus der West–Sahara kaufen kann zu einem wesentlich billigeren Preis. Das wollten wir mal ausprobieren. So eine „Tankstelle“ ausfindig gemacht (man erkennt sie, wenn man ganz langsam durch die Gassen fährt und irgendwo ein Kanister mit Benzin steht), hat Hannes das Handeln übernommen. Leider hat sich das als sehr schwierig entpuppt und wir haben ohne genau zu wissen, was es kostet, aus 5 Liter-Kanistern Sprit bekommen – und letztendlich 530 Dirham (53 Euro) für 60 Liter Sprit gezahlt. An der Tankstelle hätte es unwesentlich mehr gekostet (580 Dirham = 58 Euro). Haben zwar kaum Geld gespart, sind aber wieder eine Erfahrung reicher. Es lohnt sich nicht für Leute wie wir, die sofort als Touristen erkannt werden!!!!

Als wir uns noch über unser „Spritgeschäft ärgern“, kommt uns auf einmal ein Wohnmobil mit Stuttgarter Kennzeichen entgegen. Er hat uns aber nicht gesehen (oder wollte uns nicht sehen?!?). Da haben wir am Kreisverkehr umgedreht und sind ihm nachgefahren. Leider haben wir ihn nicht mehr erwischt, weil die Ampel bei uns rot war.

Da hupt auf einmal ein Mofa direkt neben uns!!!

Es war der Mann vom letzten Jahr, Mustafa, der unser Auto wiedererkannt hat. Er ist uns nachgefahren und hat sich so gefreut darüber, uns wiederzusehen, daß er uns direkt zu sich nach Hause eingeladen hat. Wir haben gesagt, daß wir nur kurz auf einen Tee mit reinkommen!!! Ich war schon ganz gespannt, wie es in so einem Haus wohl von innen aussieht und war schon ein bißchen enttäuscht. Es war nur ein ganz kleines Zimmer mit ein paar Sitzmatratzen auf dem Boden, einer kleinen Holzanrichte und einem großen Fernseher. Auf dem Tisch stand noch sein Mittagessen und der Fernseher lief.

Ein Freund von ihm ist auch gleich mitgekommen und so saßen wir erst mal in seinem Zimmer und haben gewartet. daß er den Tee kocht. Uns fiel auf, daß er auf einmal nicht mehr zu wissen schien, was er mit uns anfangen soll. Er hat erst mal sein Handy gesucht und seine Frau angerufen. Sie ist aus Mali und sein Sohn kam auch gleich mit (er ist 12 Jahre alt und sehr schüchtern). Na jedenfalls hat sie uns eine große Schale mit einem Nachtisch gebracht und zwei Löffel. Dann war sie auch schon wieder verschwunden. Wie sie das so schnell hingekriegt hatte, hat mich gewundert, denn der Brei war warm und hat frisch gekocht geschmeckt.

Mustafa ist jedenfalls wieder nach draußen gegangen zum Rauchen und so saßen wir da und haben im Brei rumgestochert. Es hat nicht schlecht geschmeckt, aber irgendwie kam es uns komisch vor. Wir sind dann auch nach draußen gegangen und wollten uns bedanken und gleichzeitig verabschieden. Mustafa hat uns dann noch erzählt, daß das mit dem Brei so fix ging, weil heute Silvester war und die Frauen der Nachbarschaft gerade das Buffet für abends gekocht haben (damit wäre das auch geklärt)… Wir haben ihm noch reichlich Geschenke dagelassen (Mützen, Stifte, Kappen, T-Shirts, Schokolade,…) und uns verabschiedet. Sein Freund hat uns noch kurz verfolgt, um uns zu erzählen, daß der arme Mustafa an Demenz leidet und das sehr traurig sei. Das fanden wir auch. Letztes Jahr hatten wir davon noch nichts gemerkt. Hannes vermutet, daß es auch ein Alkoholproblem sein könnte.

Wir haben uns dann entschlossen, endlich an den Atlantik weiterzufahren.

Unser nächstes Ziel war der Atlantik und der nächstgelegene Ort hieß Sidi Ifni. Dort haben wir auf einem Campingplatz (Stellplatz direkt am Meer) ein schönes Plätzchen in der Nähe der deutschen Wohnmobile gefunden. Neben uns stand auch ein Oldtimer (Käsbohrer, Baujahr 1960). So sahen die Insassen auch aus! Ein älteres Ehepaar mit einem ziemlich großen, zotteligen Schäferhund. Der Mann hatte einen riesigen Bauch, einen ganz dünnen grauen Zopf, irgendeine Hautkrankheit und trank ein Glas Rotwein – ach und Schnupftabak hat er auch genommen! Seine Frau hat gerade Hühnerfrikasse gekocht (das Huhn direkt vom Markt für 2 Euro)…

Zum Essen war es noch zu früh, deshalb haben wir erst einmal den Ort erkundschaftet (speziell nach einem Lokal, wo wir ein schönes Silvestermenü essen könnten). Direkt neben dem Eingang vom Campingplatz führte eine spanische Treppe nach oben. Als ich Hannes gerade fotografiert hatte, haben uns zwei junge Burschen auf deutsch darauf hingewiesen, daß es schon zu dunkel sei, um ohne Blitz zu fotografieren. Gott sei Dank, denn unser Objektiv war verstellt, es stand nicht mehr auf Automatik und wir wissen nicht, wie lange das schon verstellt war. Das nächste Bild hat auf jeden Fall wieder geblitzt! Vielleicht sind die Bilder unten deshalb so dunkel (so dunkel war es nämlich noch gar nicht)

Ich glaube, ich schreibe morgen weiter, es ist schon reichlich spät!!!!

Silvester in Sidi Ifni