Hier ist nun Mbarek, als er uns morgens seinen frisch gefangenen Octopus gebracht hat:

Mbarek mit seinem Octopus

Mbarek mit seinem frisch gefangenen Octopus am nächsten Morgen

Nachdem wir ihn in sein Dorf in den Bergen gefahren hatten, haben wir noch ein Foto gemacht, was er dort arbeiten musste an dem Tag. Er ist in einen 6 m tiefen Schacht geklettert und hat dort den Dreck rausgeschaufelt Der Schacht war eigentlich ein Brunnen mit Wasser für das Dorf. Wahrscheinlich war das Wasser verschmutzt. So genau haben wir es nicht verstanden. Elektrischen Strom hatten sie schon, nur Wasser ist ein großes Problem in den Bergen, bzw generell in Marokko. Deshalb wird es auch sehr sparsam verwendet und nichts verschwendet.

Dann sind wir erst mal zurück zu einer anderen Stelle an die Klippen gefahren. Dort habe ich den Blog geschrieben und Hannes hatte sich die Zeit mit Drohne fliegen vertrieben! Nachdem sie abgestürzt war, hat er sie auseinander genommen und ich hab ein bißchen gesonnt. Das Wetter war phantastisch – purer Sonnenschein, Meeresrauschen, ein genialer Ausblick von der Klippe oben, auf der wir stehen und ein paar Fischer vor uns, die direkt an den Klippen angeln:

Die Drohne ist wahrscheinlich kaputt… deshalb haben wir sie erst mal weggepackt und sind nach Sidi Ifni in den Ort gefahren. Wir wollten für Mbarek noch ein paar Kleinigkeiten besorgen – als Überraschung… (eine Telefonkarte für Internet, Zigaretten,..) in dem kleinen Souk gab es wie meistens allerlei Gemüse, Fleisch, Fisch, Obst, Brot,… eigentlich alles, was man so braucht zum Leben. Dann sind wir zurück zu seiner kleinen Hütte an den Klippen gefahren. Er stand schon an der Straße und hat auf uns gewartet. Am Platz angekommen, wollte er den gekochten Octopus kleinschneiden. Leider hatte ich das nicht kapiert, daß ich ihn schon hätte kochen sollen – das dauert nämlich ganz schön lange. Na ja, das hat er dann kurzerhand selbst übernommen.

Er hat die Octopusse in einem Topf mit ein bißchen Salz und Zitronensaft auf kleiner Flamme mehr ziehen lassen, als gekocht. Das hat über eine Stunde gedauert. Dann sollte er ein wenig abkühlen und anschließend hat er ihn kleingeschnitten. Dann kamen noch Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Kartoffeln und Tomate dazu. Dann einige Gewürze, wie Salz, Pfeffer, unser marokkanisches Gewürz, das wir letztes Jahr gekauft hatten bei Omar auf dem Campingplatz und reichlich Petersilie obendrauf. Ach und Olivenöl kam auch noch irgendwann dazu. Jetzt ging die Tajine wieder auf den Herd und das hat nochmal vielleicht eine halbe Stunde gedauert. Den Deckel hat er vorher gewässert (hoffentlich habe ich jetzt nichts vergessen).

Dann wurde es noch richtig romantisch! Der Mond ging auf und es war Vollmond!!! Deshalb vielleicht auch das geniale Wetter! Das hat übrigens höchstens eine Minute gedauert, dann ging er hinter den Bergen auf!

Vollmond bei Mbarek

Vollmond bei Mbarek

Gegessen haben wir dann drinnen. Es wird abends schon kühl und die Marokkaner scheinen Kälte nicht gewöhnt zu sein, sie sind oft viel wärmer angezogen als wir. Auf jeden Fall hat die Tajine köstlich geschmeckt!!!!!!!!!! Es war so ein schöner Abend, den wir gemeinsam im Hanomag verbracht haben. Mbarek hat ein bißchen arabische Musik mit seinem Handy gemacht und wir haben uns so gut es geht unterhalten. Später kam noch ein Freund von ihm vorbei, der in der Nähe seine Bienenvölker hat und Honig verkauft. Er konnte aber leider kein Wort französisch oder englisch, sodaß er nach einer Weile wieder gegangen ist. Mbarek, Hannes und ich haben nach dem köstlichen Essen noch unsere Süssigkeiten vernascht und sind bis Mitternacht zusammen gesessen. Es war so ein schöner und lustiger Abend für uns alle – glückselig sind wir ins Bett gefallen!

Am nächsten Morgen kam Mbarek wieder mit seinem Fischfang zu uns an den Hanomag. Wir waren gerade aufgestanden, da war er bereits zwei Stunden beim Fischen. Morgens ist zur Zeit Ebbe und da kann er von den Klippen unten am Meer alles mögliche fangen. Auf dem Bild hier ist noch nicht ganz Ebbe, bzw. schon wieder Flut…

Hier fängt Mbarek seine Fische morgens bei Ebbe

Hier fängt Mbarek seine Fische morgens bei Ebbe

Heute waren es Krabben, Meeresschnecken und wieder Octopusse. Da er heute keine Arbeit hatte, haben wir den Tag bis nachmittags zusammen verbracht. Er hat erst einmal die Krabben gekocht. Die haben wir dann zusammen zum Frühstück gegessen. Wir hätten nicht gedacht, daß wir einmal Krabben zum Frühstück essen würden. Aber es hat wunderbar geschmeckt und Spaß gemacht. Obwohl ich die wahrscheinlich nicht hätte fangen könnte. Sie haben noch gelebt, als er sie gewaschen hat und die beißen!!!!!!!!!!!!! (oder zwicken jedenfalls) – als sie in den Topf kamen, haben sie auch noch gelebt. Ich hab einfach nicht hingeschaut! Gegessen haben wir sie trotzdem.

Dann sind wir ein Stück an den Klippen entlang gelaufen und haben jetzt erst gesehen, was für ein Treiben dort unten herrscht. Dort standen Quads, Surfbretter und plötzlich landete auch noch ein Tandem mit einem Gleitschirm direkt am Strand. Ein Restaurant und eine kleine Auberge waren auch dort unten. Das hatten wir letztes Jahr noch nicht gesehen. Man muß schon ganz nach vorne laufen, um das alles sehen zu können. Wir hatten zwar schon Leute laufen sehen unten, hatten aber keine Ahnung, wie sie dort hingekommen sind.

Leider mussten wir uns dann verabschieden!!!!! Das war seeeeehr traurig. Mbarek hat uns noch die Meeresschnecken vorbereitet zum Kochen – also gewaschen, das Schneckengehäuse kaputt gemacht mit einem Stein und die Schnecken gründlich von allem befreit.

Mbarek bereitet die Schnecken vor

Mbarek bereitet die Schnecken vor

 

Die sollten wir mitnehmen. Dann hat er uns seine Tajine geschenkt und zur Krönung bekam Hannes noch sein grünes Berbertuch, das er immer über den Kopf gewickelt trug. Das hat er extra noch von seiner Mutter waschen lassen, damit es auch sauber ist! Hannes war zu Tränen gerührt. Am liebsten wären wir dort geblieben!!!

 

Aber Inshallah sehen wir uns vielleicht irgendwann wieder!!!!!!!

 

Ein schöner Tag mit Mbarek in der Nähe von Sidi Ifni