Wir haben beschlossen, noch einen faulen Sonnentag in Agadir stehenzubleiben. Schauen jeden Tag den Wetterbericht und es scheint die beste Idee zu sein, hier noch einen Tag länger zu bleiben und die Sonne und das Meer zu genießen. Hannes hat morgens ein paar Aufnahmen gemacht. Hier sind jede Menge freilaufende Hunde, aber auch Reiter sieht man hin und wieder am Strand entlanggaloppieren…

Ziemlich genau zum Sonnenuntergang zogen Wolken auf. Da haben wir beschlossen, eine kurze Strecke im Dunkeln weiterzufahren, damit wir langsam nach Norden kommen. Das erste Dorf sah im Dunkeln aus wie ein Skiort – ist aber ein Surf-, Kite- und Wellenreiterparadies mit lauter netten Kneipen und jede Menge Shops zum Bummeln. Überall waren junge Leute in den Pubs und gerne hätten wir da noch mehr Zeit verbracht. Aber den Ort merken wir uns fürs nächste Mal, falls wir noch einmal nach Marokko fahren – Inshallah!

Surferparadies Taghazout bei Agadir

Surferparadies Taghazout bei Agadir

Sehr weit sind wir nicht gekommen – nach ca. 120 km, dann haben wir uns in einem kleinen Ort kurz nach einem Leuchtturm an die Straße gestellt und geschlafen.

Leuchtturm auf dem Weg nach Essouira

Leuchtturm auf dem Weg nach Essouira

Jetzt waren es nur noch 70 km bis Essaouira

und wir kamen direkt bei den Arganölverkäufern an der Straße vorbei. Dieser Streckenabschnitt war besonders schön, weil sich die Straße mitten durch die Arganbäume schlängelt. Und immer wieder sieht man Ziegen in den Bäumen und wir wissen jetzt auch, warum! Hannes hat im Reiseführer gelesen, daß die Ziegen erheblich zur Arganölherstellung beitragen. Wenn ihr jetzt hört, wie das geht, will wahrscheinlich keiner mehr was von unserem an der Straße gekauften Öl. Also: sie fressen die ganzen Nüsse und „im Nachgang“ scheiden sie die Samen diskret durch eine andere Körperöffnung wieder aus! Das sind dann die Samen, die zum Mahlen verwendet werden und aus welchen das Öl gewonnen wird!. Igitt, dachten wir nur und hoffen, daß unsere Kerne vom Boden aufgelesen wurden (die Methode gibt es auch und die wird hauptsächlich angewandt!!!)

Die Arganölherstellung ist hauptsächlich Frauensache. Es haben sich sehr viele Frauenkooperativen gebildet, in den Frauen € 4,50 am Tag verdienen für ihre Arbeit. Eine Frau kann laut Reiseführer 1 l Arganöl am Tag herstellen. Deshalb kostet 1 Liter Arganöl in den Kooperativen auch 40 Euro. Eigentlich hätten wir das auch gerne unterstützt… an der Straße kann man das Öl aber für die Hälfte bekommen und das war uns dann lieber. Wir haben auch gleich zweimal welches gekauft, da wir den gleichen Händler vom letzten Jahr wiedererkannt hatten:

Arganölhändler vom letzten Jahr

Arganölhändler vom letzten Jahr

Endlich in Essaouira angekommen, haben wir uns gleich in die Medina aufgemacht. Wir wollten mal wieder Fisch essen, wie im letzten Jahr. Das ganze Essen mit selbst ausgesuchtem Fisch und Meeresgetier, Salat und Getränk kostete 15 Euro für beide zusammen. Das geht doch, oder?!?

Aber vorher sind wir noch „stundenlang“ durch die Medina geschlendert und haben das eine oder andere gekauft. Zum Beispiel zwei hübsche Lampen für die Terrasse (die rostfarbenen in der Mitte des Bildes). So langsam klappt es auch mit dem Handeln immer besser. Er wollte zuerst 500 Dirham für beide Lampen und zum Schluss haben wir beide für 260 Dirham bekommen (also 13 Euro für eine).

Lampen in Essaouira

Lampen in Essaouira

Hier noch ein paar Bilder aus Essouira, bevor wir jetzt gleich noch einmal in die Medina gehen. Das Wetter ist leider jetzt schlechter geworden. Es hat die ganze Nacht geregnet und ist sehr kalt. Wir wollen noch einmal bummeln und dann geht’s weiter nach Oualidia (da waren wir letztes Jahr auch schon – als wir direkt am Strand Fisch gegessen hatten…)

Essaouira