Nachdem wir die große Strapaze mit der Piste hinter uns hatten und endlich da waren, wo wir hin wollten, beschlossen wir, den Strand in die andere Richtung entlangzufahren. Also haben wir uns von den Gendarmen verabschiedet und sind wieder los auf die Piste – mutterseelenalleine auf weiter Flur! Dazu mussten wir jedoch zuerst ein Stück zurück und erstmal einen breiten Krater überwinden (ein ausgetrocknetes Flussbett).

Dummerweise hat uns dieses Flussbett direkt an den Strand geführt, wo wir erst mal im Sand versackt sind… Während Hannes gleich zu schaufeln begann, hab ich erst mal von oben eifrig runtergeschaut zu Hannes, (der wild geschaufelt hat). Und wer hätte es gedacht, kam plötzlich aus dem Nichts ein junger Mann – der war schneller unter dem Auto, wie ich gucken konnte… kurz darauf kamen nochmal 2 andere Männer (wo die herkamen, war mir ein Rätsel, da war eigentlich weit und breit niemand) und so haben wir den Hanomag wieder freigekriegt. Hab leider keine Bilder davon gemacht (wollte nicht so unverschämt sein und die arbeitende Bevölkerung fotografieren, während ich untätig rumstand…)

Jedenfalls haben wir dann beschlossen, lieber doch nicht am Strand weiterzufahren – der Sand war einfach zu weich und wir hatten auch keine Sandbleche und sind ein sehr großes Stück zurückgefahren, um die Furt zu umfahren.

Und wenn man denkt, hier kann doch keiner mehr sein, steht plötzlich „ein Schrottauto“ mitten in der Einöde und ein Mann betet davor auf seinem Teppich. Als wir näherkommen, winkt er uns natürlich – und wir bleiben stehen. Zuerst dachte ich, daß sein Auto kaputt ist und hatte schon Angst, daß Hannes jetzt auch noch stundenlang unter sein Auto kriechen muß – wir haben ja jede Menge Werkzeug dabei. Es war aber nur sein Benzin leer (der hat bestimmt gedacht, daß sein Gebet erhört wurde, ha ha) Na ja, jedenfalls hat Hannes 20 Liter aus unserem Tank abgelassen (der Mann hatte sogar einen Kanister dabei). Dann wollte er noch Schokolade für seine Kinder (die haben wir ihm auch noch gegeben und eine Zigarette). Ich glaube, er war ziemlich glücklich darüber, daß er uns angetroffen hat…

Dann ging es weiter auf der Piste, was ungefähr so aussah:

Endlich wieder an einer anderen Stelle am Plage Blanche angekommen, waren wir auch da enttäuscht. Auch da kein weisser Sand, keine Sanddünen oder sonst irgendetwas. Aber hier konnten wir über einen Kiesstreifen direkt am Meer entlangfahren… hin und wieder sahen wir einen einsamen Fischer.

In der Zwischenzeit war es schon wieder später Nachmittag, als Hannes bemerkte, daß das Benzin nicht mehr weit reicht… Oh weh, dachten wir und fuhren vom Strand wieder hoch auf die Klippe. Oben angekommen gab es glatt wieder einen Militärposten mit zwei Männern, die uns erst mal erklärten, daß wir hier nicht stehenbleiben können. Denen haben wir erst mal gesagt, daß unser Benzin nicht mehr reicht, um bis zum nächsten Ort zu kommen (Guelmim war ca. 60 km entfernt). Ich hatte mir schon langsam Sorgen gemacht, aber diese Leute haben hier alle ein Handy und kurzerhand wurde uns erklärt, daß man uns 20 Liter in einem Kanister bringen würde am nächsten Morgen. Der Preis war uns erst mal egal, Hauptsache wir hatten wieder Benzin (hätten wir nur nicht den Tag davor unser Benzin verschenkt, aber na ja, so sind wir halt…)

Jetzt musste ich aber erst mal den Sonnenuntergang fotografieren (Hannes hat solange wegen dem Benzin verhandelt).