Sind keinen Schritt weiter heute!

Es ging heute den ganzen Tag so weiter, wie es heute morgen angefangen hatte. Der Mechaniker (mit nur 1 Zahn im Mund) kam viel später als er gestern versprochen hatte (bei ihm hat es angeblich geregnet um 8 Uhr – dabei wohnt er nur 2 Straßen weiter und bei uns hatte es nicht geregnet!). Dann mussten wir weg von der Tankstelle und wurden abgeschleppt zu ihm vor die Werkstatt. Heute morgen dachten wir noch, daß die schnelle Hilfe vom ADAC aus Marokko kam. Wie wir jetzt wissen, sind das Abschleppunternehmen, die die Autos schnell zur Fähre bringen.

Das hätte uns aber nichts genützt, weil wir von Genua nicht weitergekommen wären. Und wir hätten erstmal 250 Euro zahlen müssen, damit unser Auto von der Fähre runtergeschleppt wird. Aber die Abschlepper waren sehr nett und kamen immer innerhalb von ein paar Minuten. Und außerdem hatte der ADAC Deutschand sie organisiert, nicht wir. Wir dachten nur, daß das der ADAC ist.

Abschleppdienst in Casablanca

Abschleppdienst in Casablanca

Damit wurden wir 2 Straßen weiter vor die Werkstatt des Mechanikers geschleppt. Ich stelle hier mal ein Bild von der sogenannten Werkstatt rein, damit ihr mal seht, wie sowas hier aussieht. Da hätte der Hanomag nie reingepasst und eine Grube oder Hebebühne gibt es hier auch nicht:

Werkstatt in Casablanca

Autowerkstatt in Casablanca

Der Mechaniker mit dem einen Zahn, dem wahrscheinlich die Werkstatt hier gehört, ist auf dem nächsten Bild zu sehen (der mit der blauen Mütze):

Jedenfalls hat er den halben Tag mit Hannes unter dem Auto gelegen und am Getriebe rumgeschraubt. Hannes ist bald verrückt geworden und war total genervt. Eigentlich war das Problem gestern noch gar nicht so groß – o.k., es war die Schaltgabel vom 1. und 2. Gang abgebrochen, aber was der Typ dann gemacht hat, war eine Katastrophe! Er wollte, daß Hannes versucht, rückwärts zu fahren. Dadurch hat sich die Schaltgabel an der Seitenwand im Getriebekasten verkeilt. Der Typ meinte danach immer noch: „Alles kein Problem!“

Jedenfalls hat Hannes irgendwann die Reißleine gezogen und wir haben wieder bei den „Abschleppern“ angerufen, in dem Glauben, daß das der ADAC von Marokko ist. Damit waren aber die Probleme noch nicht gelöst. Hannes musste erstmal dem Mechaniker klar machen, daß hier und jetzt Schluss war mit Weiterarbeiten und er nicht wollte, daß er noch einen Handschlag macht. Dieser hatte aber gestern einen Preis von 100 bis 150 Euro mit uns vereinbart und uns versichert, daß alles kein Problem sei und der Hanomag bis um 16 Uhr fertig ist. Jetzt kamen erst mal wieder die Abschlepper ins Spiel und haben versucht, ihn zu besänftigen (den Mechaniker). Der hat ständig behauptet, daß es nur noch 2 kleine Schrauben wären und dann ist alles ganz schnell wieder zusammengeschraubt. Da ich aber weiß, was Hannes alles selber kann und dieser kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand, war mir auch lieber, daß der Kerl endlich aufhört, an „unserem Baby“ rumzuschrauben!!!!

Die wollten dann, daß wir wieder den ADAC in Deutschland kontaktieren, um zu fragen, wie es jetzt weitergehen soll. Vom ADAC in Deutschland haben wir dann eine Nummer vom ADAC in Marokko bekommen. Das war dann eine Frau Graez, die bereits hundertmal versucht hatte, uns zu erreichen. Leider hat man ihr gestern die Nummer des Mechanikers gegeben und der lag ja mit Hannes den ganzen Tag unterm Hanomag und ist nicht ans Telefon gegangen!!! Wir waren Gott froh, daß Frau Graez deutsch sprach und wir endlich eine kompetente Ansprechpartnerin hatten.

Sie ist die einzige ADAC-Vertretung in Marokko und sie hat uns auch gesagt, daß sie gestern frei hatte und deshalb die Abschleppfirma kam. Na ja, jetzt wissen wir das auch. Dann hatten wir ständig technische Probleme mit dem Telefonieren. Wir haben xMal neue „Recharge“ für das Telefon gekauft, weil dauernd etwas nicht ging. Nach kurzen Telefonate mit dem ADAC in Deutschland war gleich das ganze Guthaben weg. Und das, obwohl der ADAC immer gleich zurückgerufen hat. Wir haben aber beide gerade marrokanische Karten in unseren Handys, das macht alles nicht einfacher…

Schlussendlich kümmert sich Frau Graez jetzt um den Rücktransport des Hanomags. Er wird morgen früh abgeholt und wir können heimfliegen. Damit verfällt zwar unser Fährenticket – aber wir sind schneller zu Hause, als gedacht! Wir wissen noch nicht, wann das Auto abgeholt wird, sind aber solange im Auto und „bewachen“ es. Wir hatten ja sämtliches Werkzeug draußen heute und man weiß ja nie: „Gelegenheit macht Diebe“!

Zu allem Übel klopft der Typ dauernd an die Tür des Hanomags und will mit uns über den Preis verhandeln. Dabei hat er gestern gesagt, daß wir nichts zu bezahlen bräuchten, wenn er die Arbeit nicht fertig kriegt. Er bringt dauernd jemanden mit, der englisch spricht, weil er mit französisch bei Hannes nicht weiterkommt. Aber wir hatten ihm gestern schon 30 Euro bezahlt und er hat eigentlich nichts geschafft, außer Hannes in Rage gebracht. Wir haben ihm nach endlosen Diskussionen eine Flasche Wein gegeben und er hat uns zum Schluss die Hand gegeben. Wir sind froh!!!!!

Den Kühlschrank hatten wir heute mittag schon leer gemacht, als klar war, daß wir nicht mit dem Auto weiterfahren können. Die meisten Lebensmittel haben wir dem Mechaniker geschenkt und ein paar notwendige Dinge wie unser Technik-Equipment haben wir schon gepackt. Leider haben wir keine Tasche mehr. Wir hatten eine, haben sie aber Mbarek geschenkt. Und diesmal hatten wir unsere Kleidung direkt in Fächer im Hanomag gepackt, damit wir keine unnötigen Taschen dabei haben. Na ja, ein paar Tüten müssen halt reichen.

Wir haben seit über einer Woche nicht geduscht, weil wir keine Gelegenheit hatten und sollten wir erst übermorgen fliegen können, gehen wir morgen hier noch ins Hammam. Das wäre dringend notwendig!

Morgen erfahren wir, wie es weitergeht von Frau Graez. Sie hat übrigens mal in Riedenberg bei Sillenbuch gewohnt – ganz in unserer Nähe. Und wer jetzt denkt, ach die Armen,… wir hatten noch eine Dose Kalbsgulasch, ein Glas Rotkohl und haben uns Nudeln dazu gekocht. Wir trauen uns nicht mehr, den Hanomag zu verlassen und die Kartoffeln hatten wir schon verschenkt. Eine halbe Flasche offener Wein war auch noch da, was will man mehr?!?

Also morgen schreíbe ich, wie es weitergeht!!!!

Wir sehen uns bald!!!!! Inshallah!!!!!!

Eure Biggi und Hannes (nach dem Festschmaus nicht mehr so verzweifelt!!!!

Casablanca