Wir wollten gerade losfahren, als Hannes plötzlich eine Nachricht auf seinem Handy bekommen hat von der Fähre…


Abfahrt verschiebt sich um 1 Tag,


da Orkanböen von Windstärke 10 in Genua angesagt waren für Montag abend. So ein Pech, was machen wir jetzt? dachten wir, trotzdem losfahren oder noch einen Tag zu Hause bleiben? Wir haben uns für bleiben entschieden und sind abends noch einmal gemütlich zum Hirsch nach Möhringen essen gegangen.

Am nächsten Tag sind wir dann mit Sack und Pack losgefahren. Der Abschied fiel mir dieses Jahr schwerer als letztes Jahr, „da ich ja jetzt wußte, was mich erwartet“ und meine Mutter dieses Jahr zum ersten Mal alleine ist. Aber Benni hat mir versichert, daß er und Oma alles souverän meistern werden (genau wie letztes Jahr). Unsere lieben Nachbarn haben uns zum Abschied noch mit Keksen und Schokolade versorgt und auch der Winterdienst wird von Manfred übernommen… wir haben die besten Nachbarn, die man sich vorstellen kann!!!! Vieeeeelen Dank nochmal für alles!

Im Hintergrund sieht man übrigens die Dauerbaustelle in unserer Straße – der Kanal wird neu gemacht und wir haben neuen Gas- und Wasseranschluss bekommen…

So sind wir dann in aller Ruhe am Sonntag Richtung Genua gestartet. Doch das Wetter war uns nicht so wohlgesonnen. Kaum losgefahren, fing das Schneegestöber auch schon an und unsere Scheibe vereiste ständig von innen. Wir sind zwar mehrfach rausgefahren, um die Scheibe sauber zu machen, aber kaum ein paar Meter gefahren, war sie wieder vereist. In unserer Not haben wir mit unseren Händen die Scheibe von innen angewärmt, sodaß das Eis außen zu schmelzen begann und Hannes wenigstens ein kleines Guckloch zum Sehen hatte. Das war wirklich halsbrecherisch!!!! Wahrscheinlich ist der Lüfter vorne kaputt!

Im Schneckentempo ging es Richtung Singen und um halb vier passierten wir die Grenze zur Schweiz. Dort holt Hannes dann den Freifahrschein für Oldtimer (wir sind damit von der Vignette befreit). Das hat er letztes Jahr im Internet gelesen und das klappt wunderbar.

Grenze Deutschland - Schweiz

Grenze Deutschland – Schweiz


Unvergessliches Schaumsüppchen am Vierwaldstätter See


Am Vierwaldstätter See angekommen, war es dann schon dunkel (obwohl es erst ca, 17:30 Uhr war) und wir haben entgegen unserer Abmachung in der Schweiz nichts mehr zu essen, weil es zu teuer ist, einen Kaffee trinken wollen. Bei mir ist dann eine heiße Schoki

Schoki in der Schweiz

Schoki in der Schweiz

draus geworden und kaum war ich auf Toilette, hat Hannes „heimlich“ ein Schaumsüppchen bestellt. Wir hatten uns die Karte vorher angeschaut und das einzige, was uns bei unserem Budget von 30 Franken übrig geblieben wäre, war dieses Schaumsüppchen für 10 Franken. Jedenfalls war das der Traum!!! Ich kann euch sagen, welch eine Freude dieses Süppchen uns beiden bereitet hat.

Sie wurde zu meiner Überraschung in einem kleinen ausgehöhlten Brot serviert und hat so köstlich geschmeckt, daß wir noch Stunden später darüber gesprochen hatten. Die Kellnerin war sehr nett und weil das Ganze nur 23,50 Franken gekostet hat, wollte Hannes ihr unsere ganzen 30 Franken geben. Da hat sie laut: „NEIN!“ gerufen und alle Gäste haben sich umgedreht… hahaha, da haben wir gelacht, sie hatte sich selber erschrocken, daß das so laut und spontan aus ihr rausgeplatz ist! Vielleicht ist es in der Schweiz nicht üblich, daß man so viel Trinkgeld gibt, wo doch alles so teuer ist?!?

Mit warmen Bauch und dem guten Gefühl, daß das eine gute Idee mit dem Süppchen war, sind wir dann weitergefahren. Wir kamen jedoch nicht sehr weit, weil es einen ellenlangen Stau gab vor dem Gotthard. Wir sind bestimmt 2 – 3 Stunden nur gestanden oder stop and go Stückchenweise vorwärts gekommen.  Während ich es mir hinten bequem gemacht habe, hat Hannes vorne die Stellung gehalten. Und plötzlich eine


Schrecksekunde mitten im Gotthard!


Der Hanomag blieb fast stehen und die Temperatur ging plötzlich so hoch, daß ich nur noch gehört habe, wie Hannes vorne rief: „Gleich platzt der Motor!“. Da war ich aber wach hinten!!!! Wir sind schnell in eine Ausbuchtung gefahren und nach kurzer Schrecksekunde hatte sich der Hanomag wieder gefangen. Ich hatte schon Panik, daß das nicht gerade die beste Stelle war, bei dem Wetter und dem Stau und dann noch mitten im Gotthard! Es ist aber alles nochmal gut gegangen und als wir aus dem Tunnel draußen waren, haben wir gleich an der nächsten Raststätte angehalten und übernachtet.

Gotthard Raststätte, 1. Übernachtung