Auf dem Heimweg und Fazit

Auf dem Heimweg und Fazit

Wir sind heute nur gefahren und jetzt sind es nur noch genau 525 km bis Stuttgart. Stehen auf einem Wohnmobilstellplatz für 15 Euro, der auch Strom hat. Deshalb ist der Fernseher mal wieder aufgestellt und wir schauen eine Sondersendung Brennpunkt zum Schneechaos.

Bislang sind wir von Schnee verschont geblieben. Es ist zwar ziemlich kalt geworden, aber es blieb den ganzen Tag trocken und wir sind gut durchgekommen. Mal sehen, ob wie die Lage morgen aussieht, wenn wir uns Stuttgart nähern.

Wir hoffen, das Beste und freuen uns auf zu Hause!!!!

Unser persönliches Fazit für diese Reise ist, daß wir auf jeden Fall zu viel gefahren sind (ca. 9.000 km) und so ungeplant wie dieses Jahr nicht mehr reisen wollen. Es macht vieles einfacher, wenn man vorher wenigstens ungefähr eine Streckenplanung hat. Dann hat man auch mehr Zeit, sich einzelne Städte oder Sehenswürdigkeiten anzuschauen.

Von Portugal waren wir mega begeistert. Die Algarve werden wir sicher noch einmal bereisen. In Spanien waren wir von den Tapas begeistert und mir hat es der Serranoschinken und der Manchegokäse angetan. Auch der Wein hat uns geschmeckt, sodaß wir uns ein bißchen eingedeckt haben.

Das wäre uns kurz nach der Einfahrt nach Frankreich fast zum Verhängnis geworden. Kurz nach der Grenze von Spanien nach Frankreich (was ja heutzutage gar keine Grenze mehr ist), stand an einem Kreisverkehr eine Polizeikontrolle, die uns angehalten hat. Die erste Frage war, ob wir französisch sprechen. Da wir das mit „un petit peu“ angegeben haben und Hannes gleich gefragt hatte, ob sie wohl in unseren Koffer reinschauen wollen, schienen sie zufrieden zu sein und ließen uns ohne Reinschauen weiterfahren.

Der Wein stand direkt an der Tür und man hätte ihn nicht übersehen können. Noch mal Glück gehabt!!!!

Marokko war dieses Jahr kein Vergnügen für mich. Durch den gewaltsamen Tod zweier Studentinnen wurde besonders aufgepasst und man konnte praktisch nirgends frei stehen, ohne daß man von der Polizei auf einen sicheren Parkplatz fahren musste. Das hat mich insgesamt mehr verunsichert, als daß es zu meiner Sicherheit beigetragen hätte. Für Hannes war das alles kein Problem, aber auf mich hat sich die Unsicherheit der Beamten eindeutig übertragen.

Zum Thema Auto lautet unser Fazit, daß der Steyr für uns das richtige Auto ist. Allerdings denken wir über einen anderen Koffer nach. Das Bett hinten quer ist ungeeignet, weil es mir auf dieser Reise einmal so schlecht ging, daß ich mehrfach in der Nacht brechen musste. Und ich komme nicht raus aus dem Bett, wenn alles so bleibt, ohne daß Hannes auch aufstehen muss.

Ansonsten fehlt natürlich Strom im Auto und langfristig wäre eine Dusche ganz schön. Na ja, träumen dürfen wir ja, was wir davon realisieren können, steht noch in den Sternen…

Zum Schluß bedanken wir uns bei allen, die diesen Blog gelesen haben und das ein oder andere Feedback in einem Kommentar geschrieben haben. Wir haben uns sehr darüber gefreut.

Salamanca – schönste Stadt Spaniens!!!!

Salamanca – schönste Stadt Spaniens!!!!

In Salamanca standen wir etwas außerhalb auf einem großen Parkplatz und hatten eine ziemlich kalte Nacht. Am nächsten Morgen hat es über uns getropft, weil wir gleich den Gasofen zum Heizen angemacht hatten und je wärmer es im Auto wurde, desto mehr tropfte es. Aber Hauptsache warm…

Wir sind dann nach Salamanca reingefahren und haben uns ein nettes Frühstückscafe ausgesucht.

Das sah innen sehr gemütlich aus und war direkt gegenüber der Universität. Irgendwie erinnerte es mich an ein altes Einrichtungsgeschäft. Dort waren Sessel und alte Couches zum Sitzen. Auf der Theke standen „Kuchen“, ich glaube, das waren Tortillas. Jedenfalls haben wir zum Kaffee jeder ein Stück von der Tortilla genommen (Eier mit geriebenen Kartoffeln und Schinken und eines mit Thunfisch und Hannes hatte noch Kartoffelwürfel). Das hat alles zusammen nur 3,20 Euro gekostet. Wir konnten das gar nicht glauben. Also 2 Kaffees, 3 Stück Tortillas und einmal Kartoffeln.

Die Stadt lag zwar noch im Nebel, man konnte aber dennoch erkennen, daß es eine wunderschöner Stadt ist. Hatte irgendwie den Flair von Tübingen, nur viel mehr alte Gebäude. Wir sind ein bißchen durch die Gassen geschlendert und irgenwann in einer Markthalle gelandet.

Leider hatten wir mal wieder viel zu wenig Zeit, weil wir ja noch bis San Sebastian fahren wollten und haben uns gegen Mittag auf die Weiterfahrt gemacht. Ich bin auch mal wieder ein Stück gefahren, um Fahrpraxis zu sammeln und Hannes zu entlasten.

Hannes hat übrigens sehr gelacht über meinen gestrigen Beitrag, wo uns die Adler überwältigt hatten. Ich meinte natürlich, daß uns der Anblick der Adler überwältigt hat…

Wir sind gestern erst sehr spät in San Sebastian angekommen und haben uns für einen Campingplatz entschieden, weil wir mal wieder Duschen und Haare waschen wollten. Es war schon halb neun und hat geregnet, als wir ankamen und die Dame an der Rezeption war sehr unfreundlich. Vielleicht, weil wir so spät noch ankamen…

Jedenfalls haben wir ausgiebig warm geduscht und uns anschließend noch was Warmes zum Essen gekocht. Es hat die ganze Nacht geregnet und wir standen irgendwie ziemlich schräg. Sind erst weit nach Mitternacht ins Bett gegangen. Wir hatten den Fernseher aufgebaut, weil wir ja Strom hatten und die Übernachtung 26,20 Euro gekostet hat, das wollten wir ausnutzen. Scheint doch schwäbisches Blut durch meine Adern zu fließen, im Gegensatz zu Hannes‘, der ja königlich blaues Blut in den Adern hat (behauptet er zumindest…).

Heute sind wir nur bis kurz nach Bordaux gekommen. Ich wollte unbedingt in Spanien noch Serrano Schinken und Käse für die Rückfahrt kaufen. Das hat gedauert… aber das schmeckt so lecker…

Jetzt stehen wir auf einem Autobahnparkplatz mit lauter LKW’s, ist ganz schön laut hier und ein dauerndes Kommen und Gehen von Trucks…

Morgen schauen wir mal, wie wir weiterfahren. Wir versuchen den Schnee zu umfahren, so gut es geht. Ich wäre ja viel lieber über Ligurien nach Hause gefahren – dort ist jeden Tag bestes Wetter mit ca. 17 Grad. Aber die Heimfahrt mit Gotthard und der Schweiz erschien uns die schlechtere Wahl, deshalb kommen wir jetzt quer durch Frankreich von Westen Richtung Stuttgart. Am Sonntag sind wir spätestens zurück!!!!!

Von der Algarve nach Salamanca/Spanien

Von der Algarve nach Salamanca/Spanien

Heute sind wir schon um 10 Uhr losgefahren, weil unser Etappenziel Salamanca in Spanien ca. 550 km betrug. Und wir wussten nicht, wie gut wir durchkommen würden. Wollten wir doch zunächst ohne Autobahn fahren, solange wir noch Zeit haben und das Wetter mitspielt.

Unterwegs wechselte die Landschaft und wir kamen von grünen Wiesen, auf denen öfter mal Stiere und Kühe weideten, in ein bizarres bergiges Gebirge, wo es haufenweise Korkeichen gab. An einigen Stämmen waren Nummern zu erkennen. Wir haben gelesen, daß die Korkeichen alle 6 Jahre geschält werden… deshalb die Nummer.

Und dann überwältigte uns auf einmal ein großer Greifvogel am Himmel, weshalb wir sogar rechts ranfuhren und anhielten. Wir dachten, es könnte ein Adler sein. Kaum die Kamera gezückt, kam ein Zweiter, dann ein Dritter und plötzlich war der ganze Himmel voll. Ob es wirklich Adler waren, wissen wir nicht, vielleicht kann das einer von Euch erkennen?!?

Dann kamen wir auf der Bergspitze wieder nach Spanien und dort haben wir erstmal eine kleine Pause eingelegt an einem netten Straßencafé.

Nach kurzer Stärkung ging es dann weiter, es lagen noch ca. 280 km bis Salamanca vor uns. Es lief aber sehr gut, weil es eine super ausgebaute Straße, ähnlich einer Autobahn war, die nichts kostet. Diese Straße wird von vielen Fernfahrern genützt, um schnell und günstig durch Spanien zu kommen.

Zwischendurch haben wir auch gemerkt, daß die Uhrzeit wieder umgestellt war. In Portugal war es immer eine Stunde früher, als in Deutschland oder Spanien. Jetzt stimmte die Uhrzeit wieder….

Dennoch war es gegen 20 Uhr, als wir im stockdunkeln Salamanca erreicht haben. Wir stehen hier sicher auf einem angegebenen Wohnmobilparkplatz, der von Park4Night angegeben wurde.

Morgen wollen wir mal in Salamanca frühstücken und vielleicht haben wir ein bißchen Zeit für eine Stadtbesichtigung.

Schönster Tag an der Algarve

Schönster Tag an der Algarve

Heute hatten wir einen spitzenmäßigen Tag an der Algarve. Wir sind die komplette Westküste hochgefahren bis kurz unter Lissabon. Unterbrochen haben wir die Fahrt nur, um atemberaubende Strandabschnitte zubesichtigen und schöne Bilder zu machen. Viel mehr gibt es heute gar nicht zu berichten. Ich lasse mal die Bilder für sich sprechen…

Algarve – wir kommen

Algarve – wir kommen

Dann haben wir Tarifa Richtung Portugal verlassen. Gekommen sind wir nur bis kurz nach Cadiz. Wir mussten einen großen Umweg fahren, weil es dort an der Küste nicht anders ging. Sie ist so zerklüftet, daß man das Gebiet weiträumig umfahren muss.

Dort haben wir am Rande eines Naturschutzgebietes einen schönen ruhigen Stellplatz gefunden. Das ganze Gebiet war mit schönen Holzwegen durchzogen, die bis vorne an den Strand reichten. Zwischendurch gab es eine erhöhte Stelle zum Verweilen. Hier haben wir am nächsten Morgen mal die Drohne ausprobiert und sind ein bißchen am Strand hin- und hergeflogen.

Vor lauter schöner Natur haben wir beim Abfahren vergessen, unsere Leiter reinzuholen und prompt war sie total verbogen. Hannes hat sich gewundert, warum das Auto so schwerfällig losfährt… na ja, wir konnten sie zum Glück soweit wieder geradebiegen, daß sie wieder an Ort und Stelle sitzt. Nur benützen können wir sie vorerst nicht. Dank unseres Noteinstiegs kommen wir trotzdem hoch und runter. Hab verständlicherweise kein Foto gemacht, ich glaube das hätte die Stimmung noch mehr getrübt…

Dann ging es weiter in Richtung Portugal – an die Algarve.

Vorher haben wir uns noch den teuersten Serranoschinken gekauft, den ich je gekauft habe. Wir haben einen kleinen Supermarkt entdeckt und obwohl sie um 14 Uhr Mittagspause hatten und alles schon dunkel wurde im Laden, hat uns die Angestellte freundlicherweise noch Schinken geschnitten. Allerdings nicht mit der Maschine, wie ich dachte, sondern von Hand. Bei 180 g haben wir dann gesagt, daß es reichen würde (das hat fast 20 Minuten gedauert) und hat sage und schreibe 18,40 Euro gekostet. Wahnsinn, oder?!? Da kosteteten 100 g Schinken praktisch 10 Euro. Also damit hatte ich nicht gerechnet! Wir haben uns nichts anmerken lassen und auch wirklich jede Scheibe für Scheibe genossen! Wir sparen das beim Übernachten wieder ein – wir stehen ja meistens frei, das kostet nichts…

Wir sind mal wieder nur langsam vorangekommen, weil wir uns morgens Zeit lassen und erst mal gemütlich frühstücken. Aber dann kam Portugal endlich. Wir waren an der Algarve. Ich war schon ganz gespannt, wann wir wohl die bizarren Felsabhänge sehen würden, die mir seit geraumer Zeit vorschwebten. Aber da musste ich noch Geduld haben. Wir sind an wunderschönen Stränden vorbeikommen, nur Felsabhänge waren noch nicht zu sehen. Kurz vor Faro haben wir dann einen schönen Stellplatz mit anderen Wohnmobilen gefunden und den Abend im Auto verbracht – wie immer.

Heute war es dann endlich soweit. Unsere Tagesetappe war wieder nur kurz und so sind wir rein zufällig an die nordwestlichste Spitze von Portugal gefahren. Und endlich sahen wir diese gigantischen Felsabhänge. Wir sind hier in Cabo de San Vincente und haben das Kap zu Fuß umrundet. Dort ist ein großer Parkplatz und man kann mit Eintritt von 3 Euro pro Person in das Gebiet am Kap durchlaufen. Dort gibt es einen schönen Rundweg – die Klippen sind allerdings durch Geländer gesichert, damit man nicht leichtsinniger weise ganz nach vorne läuft und womöglich abstürzt, was schon vorgekommen ist.

Dann war dort noch ein „Monument“ mit einem spiralförmigen Weg nach innen (wie ein Labyrinth), dem wir aus Neugierde gefolgt sind. Unglaubliche Geräusche haben uns magisch nach innen gezogen. Und dann war da ein Loch im Boden mit einem Gitter darüber, wo man von ganz unten die Brandung tösen hörte. Gesehen hat man nichts, aber die Geräusche waren gigantisch. Es ist das Bild, wo Hannes auf dem Gitter steht und nach unten zeigt.

Da es schon wieder nachmittags war, haben wir die Zeit dort verbracht bis zum Sonnenuntergang. An einem Strand unten waren sehr viele Wellenreiter im Wasser, die auf die perfekte Welle gewartet haben. Der Ausblick von hier oben war wirklich fantastisch. Uns gefällt es hier super gut und wir fühlen uns ein wenig entschädigt für ein weniger schönes Silvester…

„Menschenschmuggel“ an Bord

„Menschenschmuggel“ an Bord

Am nächsten Tag war es nicht mehr weit bis Tanger, wo wir wieder zurück nach Tarifa übersetzen wollten. Die Tickes hatten wir schon und hatten uns schon gefreut, daß wir vielleicht eine Fähre um 15 Uhr nehmen könnten. Vorher hat Hannes sich aber noch einmal mit den leckeren marrokanischen Mandarinen eingedeckt und wir haben noch einmal vollgetankt – 8,69 Dirham pro Liter = ca. 0,86 Euro. Das ist viel günstiger als in Europa und bei unserem Tankvolumen spart man da enorm!!! Das Auto mit dem Haus haben wir unterwegs auf der Autobahn gesehen und gleich ein Foto gemacht.

Jetzt mussten wir uns nur noch quer durch Tanger „“quälen“ und pünktlich um halb drei waren wir schon an der Fähre. Leider dauert es doch immer sehr lange, bis die Formalitäten an der Grenze erledigt sind. Das liegt aber nicht an Personalmangel – es scheinen uns eher zu viele Angstellte zu sein. Der Pass wird gefühlt 5 Mal von einem Gendarmen in die Hände genommen und angeschaut. Dann muss man diverse Zettel ausfüllen und abgeben und ganz wichtig: „WARTEN“!!!!

Zum Schluss kommt das Prozedere mit dem Scanner. Das kannten wir vom letzten Mal schon. Wir waren diesmal die ersten in unserer Reihe. Hinter uns standen vielleicht noch 4 – 5 Autos. Dann müssen alle aussteigen und los geht’s. Der Scanner ist ein LKW, der unbemannt (zumindest am Steuer) an den Autos entlanggezogen wird. Von beiden Seiten und von oben werden dann die Fahrzeuge dann gescannt. In dem LKW sitzen aber welche, die wahrscheinlich an Bildschirmen nach dem schauen, was sie suchen. Wir wissen eigentlich gar nicht genau, wonach sie da suchen.

Jedenfalls wurden wir nach dem Scannen gebeten, rechts ran zu fahren. Ich dachte mir zuerst gar nichts dabei… dann sollte Hannes aussteigen… da wurde mir langsam mulmig… ich dachte, jetzt haben sie unsere Drohne entdeckt… und plötzlich stellen sich mehrere Polizisten um unser Auto und da ziehen sie einen Marrokaner unter unserem Auto aus seinem Versteck!

Auf den Bildern könnte er vielleicht sogar zu sehen sein. Er war da noch unter unserem Auto zwischen den Rädern in einem „Kasten“.

WIR SIND AUS ALLEN WOLKEN GEFALLEN!!!!

Wir hatten überhaupt nicht bemerkt, wann er sich das versteckt hatte. Zum Glück haben sie an unserer Reaktion gemerkt, daß wir wirklich keine Ahnung hatten und wir konnten weiterfahren – die Fähre war aber leider weg und wir mussten mal wieder lange warten. Was mit dem armen Tropf unter unserem Auto passiert, wissen wir nicht. Er hat jedenfalls gehumpelt hat Hannes gesagt. Wir waren heilfroh, daß er nicht unterwegs runtergefallen und von uns überrollt worden ist.

Letztendlich durften wir als allerletzte rückwärts auf die Fähre fahren und waren froh, bei Sonnenuntergang wieder in Europa zu sein.

Wir haben erst mal die gute Tapasbar in Tarifa aufgesucht und sind danach auf einen Stellplatz zum Übernachten gefahren, den wir auf dem Hinweg von der Straße aus gesehen hatten.

Am nächsten Morgen freute ich mich sehr auf den Einkauf. Wir haben uns leckeren Serranoschinken geholt, tollen Käse, Eier und uns endlich mit Wein eingedeckt, der uns in Marokko längst ausgegangen war. Meine Güte, war das ein leckeres Frühstück – direkt am Meer bei Tarifa!!!!

Silvester in Marrakesh und Weiterfahrt nach Kenitra

Silvester in Marrakesh und Weiterfahrt nach Kenitra

Nachdem wir bei Mbarek losgefahren sind, wussten wir nur, daß wir jetzt so schnell wie möglich wieder zurück nach Spanien wollten. Nur welche Route, wussten wir nicht. Wir hätten einerseits wieder am Atlantik hochfahren können, andererseits hat uns auch das Landesinnnere zugesagt. So beschlossen wir kurzhand, einen Abstecher nach Marrakesch zu machen.

Ich hatte gehofft, daß wir da vielleicht ein wenig von Silvester miterleben könnten, was anderswo nicht möglich gewesen wäre. Leider kamen wir so spät dort an und ich hatte ausgerechnet einen Stellplatz ausgesucht, der von einer hohen Mauer umgeben war und eigentlich auch noch geschlossen war. Die Besitzer waren ein Deutscher und seine marrokanische Frau, die wir schon einmal bei einem Treffen in Enkirch kennengelernt hatten. Sie haben ein prachtvolles Anwesen mit Swimmingpool und allem drum und dran. Nur leider half uns das alles nichts. Sie waren gar nicht da, aber die Angestellten waren so freundlich und haben uns das Tor geöffnet, um in den Hof reinzufahren.

So haben wir uns im dunklen Hof was zu Essen gekocht und gewartet, bis es Mitternacht war, um unsere letzte Sektflasche zu köpfen und auf das Neue Jahr anzustoßen. Das war fast ein bißchen traurig… wir haben um Mitternacht nichts gesehen, von Weitem ein bißchen was gehört und sind dann ins Bett gefallen…

Am nächsten Morgen haben wir uns das Anwesen einmal genauer angeschaut, zumal uns der Angestellte mit einem Roller morgens Brot gebracht hat und uns zu einem Tee in das Anwesen eingeladen hatte. Das sah dann so aus:

Die Familie heißt „Schatz“ und sie bieten „Schatz-Reisen“ an. Sie haben einen sehr großen Bus, der total orientalisch ausgestattet ist und ihre Ausflüge scheinen wirklich anders zu sein, als man es sonst so kennt. Man kann in einem der 12 Zimmer mit Halbpension 14 Tage verbringen inkl. 4 Ausflüge für € 1.290,-. Den Flug nach Marrakesh muss jeder selber buchen, der ist im Preis nicht enthalten. Aber sonst ist für alles gesorgt. Man wird auch am Flughafen abgeholt und kann sich 2 Wochen in die Hände der Familie Schatz und deren Angestellte fallen lassen. Ohne Schleichwerbung machen zu wollen, kann ich mir gut vorstellen, daß es mit dieser Familie eine außergewöhnliche Reise ist, abseits der normalen Touristentouren, die sonst angeboten werden.

Dennoch wollten wir wieder zurück nach Europa und sind dann wieder zurück an den Atantik gefahren und haben es diesmal bis Kenitra geschafft. Diesen Ort kannten wir noch nicht. Kurz vorher lag Rabat auf dem Weg – die Hauptstadt von Marokko mit seiner imposanten Brücke.

In Kenitra sind wir mal wieder kurz nach Sonnenuntergang angekommen, schnell auf einen Campingplatz gefahren und dann wollten wir zum Abschluss noch einmal gemütlich Fisch am Meer essen. Leider gestaltete sich auch dieser Abend als schwierig. Die Stadt Kenitra war viel größer als wir dachten und wir fuhren „stundenlang“, zum Teil durch Baustellen und verwinkelte kleine Gässchen, bis wir endlich in der Nähe des Meeres angelangt waren. Mir war schon halb schlecht, ich hatte Kopfschmerzen und eigentlich war mir das Essen schon vergangen. Ich dachte irgendwie, das Neue Jahr fängt dieses Jahr gar nicht gut an und jetzt geht es gerade so weiter…

Letztendlich haben wir die nächst beste Möglichkeit beim Schopf gepackt und direkt vor einem Restaurant geparkt, das nach Fisch aussah.

Endlich am Tisch, hatten wir vor lauter schlechter Laune alles mögliche bestellt – erst einmal für jeden einen Salat mit Thunfisch… (ich hatte keine Ahnung, wie groß der Teller sein würde)

dann einen Cocktail zu Trinken (jede Menge Obst – ohne Alkohl versteht sich), macht aber auch ganz schön satt und war seeehr lecker. Dann frittierte Tintenfischringe mit Remoulade und zum Schluss für jeden von uns einen Grillteller voll Fisch. Ich habe das alles nicht geschafft. Das war ganz schön vieeeeeel!!!!!!

Danach sind wir todmüde und mit vollem Bauch zurück zum Campingplatz gefahren und direkt ins Bett gefallen.

Nachtrag Mbarek

Nachtrag Mbarek

Hab gerade die Bilder noch einmal angeschaut und gesehen, daß ich ein paar schöne Bilder vergessen habe und die will ich euch nicht vorenthalten.

Als wir Mbareks Tiere angeschaut haben, hatten Mbarek und Hannes mal eine Ziege im Arm…

So sah unser Frühstück in der Küche bei Mbarek aus. Es gab selbst gebackenes Brot, das in Olivenöl eingetunkt wurde und Honig. Gesessen wird ausschließlich auf dem Boden. Nach dem Frühstück hat uns Mbarek noch ein paar Kaktusfrüchte angeboten, die wir gerne genommen haben. Sie schmecken eigentlich nicht schlecht, haben ein paar große Kerne, die man aber mitessen kann. Man muss nur aufpassen und darf sie nicht mit den Händen anfassen… sie stacheln sehr…

In seinem Dorf wohnen ca. 25 Personen. Er hat 8 Geschwister, die fast alle außer Haus sind. Es wohnt nur noch 1 Bruder bei der Mutter, der die Tiere hütet und Mbarek kommt oft vorbei und hilft mit. Er wohnt ja sonst in seinem Verschlag am Meer, wo er fischen kann.

Zum Abschluss hat uns Mbarek noch sein neu gebautes Haus gezeigt, das die Geschwister für die Mutter im Dorf gebaut haben. In dieses will sie aber nicht einziehen. Sie will lieber in ihrem alten Haus bleiben. In dem neuen Haus gibt es aber leider auch kein fließendes Wasser und die Zimmer sind auch mehr oder weniger leer. Stühle oder Tische haben wir nicht gesehen.

Wiedersehen mit Günter, Sieglinde und Mbarek

Wiedersehen mit Günter, Sieglinde und Mbarek

Nachdem wir mal wieder am Atlantik weiter nach Süden runtergefahren sind, stand für uns fest, einen Stopp in Sidi Wassay unterhalb von Agadir einzulegen, um Günter und Sieglinde aus Rosenheim zu überraschen. Die beiden hatten wir vor 2 Jahren auf der Fähre von Genua nach Tanger kennengelernt und damals schon auf demselben Campingplatz zufällig wiedergetroffen. Diesmal wussten wir schon vorher, daß sie dort waren. Nur die beiden wussten nicht, daß wir kamen… wir sind halt gerne für eine Überraschung gut.

Leider kamen wir erst im Dunkeln an und mir ging es nicht wirklich gut. Wir hatten unterwegs eine Tajine mit Fleisch und Gemüse gegessen und uns zusätzlich Hackfleischbällchen braten lassen. Das muss mir irgendwie nicht bekommen sein, denn ich hatte die ganze Nacht Brechdurchfall. Deshalb ist auch unser Sektfrühstück erst einmal ins Wasser gefallen. Dennoch haben wir den Abend zusammen verbracht und hatten uns viel zu erzählen. Die beiden sind weit gereist und uns sehr ans Herz gewachsen.

Deshalb sind wir auch nur schweren Herzens am nächsten Mittag weitergefahren. Da wir nun schon einmal so weit unten waren, konnten wir auch gleich noch Mbarek besuchen, den wir auch bei unserer ersten Tour vor 2 Jahren kennengelernt hatten. Und obwohl er nicht zu Hause war und unseren Steyr noch nicht kannte, muss er uns vom Strand unten gesehen haben, denn er kam plötzlich von ganz unten vom Meer den steilen Berg hochgerannt und hat sich riesig gefreut, uns zu sehen.

Während wir auf ihn gewartet haben, ist uns aufgefallen, daß er sein ‚Haus‘ etwas vergrößert und einen kleinen Garten angelegt hat. Er liebt Landwirtschaft und Fischen und das merkt man einfach.

Diesmal hatten wir die Idee, für ihn etwas zu kochen und haben uns für Rindsrouladen mit Blaukraut und Pommes entschieden, da wir nur 2 Flammen haben, aber einen Backofen für die Pommes. Kaum waren die Pommes im Ofen, kam auch schon die Polizei und hat uns klar gemacht, daß wir hier auf keinen Fall länger stehen bleiben könnten, weil es zu gefährlich sei. So mussten wir an einen geeigneten Parkplatz in Sichtweite fahren, wo wir bewacht stehen konnten. Dann konnte das Essen fertig gekocht werden (die Rouladen waren aus der Dose und der Rotkohl aus dem Glas). Wir waren sehr gespannt, wie Mbarek wohl das deutsche Essen schmecken würde. Na jedenfalls hat er alles aufgegessen!!!

Am nächsten Morgen war Sonntag und in Sidi Ifni ist dort immer Souk (Markt). Da sind wir gemeinsam hingefahren, um für ihn und seine Mutter, die in den Bergen in der Nähe lebt, einzukaufen. Ihr glaubt gar nicht, wie günstig man als Berber die Sachen bekommt. Wir hatten mehrere Taschen voll Gemüse, Obst, Brot und Olivenöl und haben weniger als 10 Euro bezahlt. Das war ein besonderes Erlebnis für uns und obwohl wir es schon geahnt hatten, war uns im Anschluss klar, daß wir als Touristen immer mehr bezahlen. Aber wir wollen nicht meckern, wahrscheinlich haben wir auch mehr und dann ist es schon in Ordung.

Jedenfalls ging es danach in die Berge zu seiner Mutter. Sein Vater ist bereits gestorben und so lebt sie alleine mit einem Bruder und Mbarek in einem Steinhaus ohne fließend Wasser. In diesem Haus sitzen alle auf dem Boden und hier sind auch alle 9 Kinder geboren worden und aufgewachsen. Wir wurden so herzlich empfangen wie selten. Es war ein ganz besonders schönes Erlebnis für uns, den Tag in den Bergen mit seiner Familie verbringen zu dürfen und so tiefe Einblicke in die Kultur der Berber zu bekommen.

Ein besonderes Zeremoniell ist die Teezubereitung, die mit einem Gaskocher in der Küche auf dem Boden zelebriert wird. Dafür wird der Tee mehrfach in Gläser eingegossen, um ihn direkt wieder zurück in die Kanne zu schütten. Der Sinn dahinter ist uns verborgen geblieben, zumal ich das Ergebnis zu stark, ein wenig zu bitter und dafür zu viel Zucker reingemacht wird, daß ich manchmal dachte, weniger wäre vielleicht besser. Also ich meine weniger Tee rein tun und nicht so lange ziehen lassen, dann wäre er vielleicht nicht so bitter und man bräuchte nicht so viel Zucker. Da wir nicht so viel Zucker wollten, hat dem Rest der Familie der Tee gar nicht mehr geschmeckt und wir mussten alle nachsüssen. Das war aber alles ganz lustig und wir haben mit Händen und Füssen eine wunderbare Konversation betrieben.

Danach sind wir spazieren gegangen und Mbarek hat uns seine Tiere gezeigt. Sie haben Ziegen, Schafe, Hühner, 2 Esel und jede Menge Kaktusfeigen, Arganbäume und Kräuter und Gemüse. Dieses Jahr war es nicht so trocken wie letztes Jahr und das konnten wir sehen, weil es viel grüner war als im letzten Jahr. Ganz in der Nähe war ein Brunnen, aus dem wir ebenfalls Wasser geholt und gekostet haben.

Leider waren wir nicht so schnell wie Mbarek normalerweise läuft uns so war es stockdunkel, als wir über die Berge und Stock und Stein wieder an dem Haus seiner Mutter waren.

Dennoch haben sie uns bereits erwartet – zufällig war auch ein anderer Bruder aus Agadir zu Besuch – und es wurde das Feuer für die Tajine zum Abendessen angefacht. Mit der Glut wurde danach ein Kocher bestückt und danach hat Mbarek die Tajine vorbereitet. Zuerst die Karotte, dann kam ein von ihm gefangener Fisch rein, Kartoffeln, Tomaten, Zitronen, Olivenöl und Gewürze. Danach sind wir mit der Tajine in einen anderen Raum gegangen, in dem sie immer gemeinsam essen. Auch dort sitzen alle auf dem Boden, es liegen aber Teppiche aus und jeder hat ein schweres Kissen zum Anlehnen…

Hier haben wir dann keine Fotos mehr gemacht, weil wir nicht unhöflich sein wollten. Es war aber sehr lustig, weil es mit Händen und Füssen eben manchmal Verständigungsschwierigkeiten gibt, die dann pantomimisch dargestellt wurden, um es besser zu erklären… Mbarek war so glücklich, das hat man richtig gemerkt. Er hat uns erklärt, daß wir die ersten Touristen seien, die jemals bei ihnen zu Hause sein durften und das war eine ganz besondere Ehre für uns. Seine Mutter war richtig stolz auf ihn, hatte man den Eindruck. Sie ist wirklich eine sehr warmherzige Frau.

Wir haben uns dann in den Steyr vor der Tür gelegt und am nächsten Morgen gab es noch einmal ein gemeinsames Frühstück für uns. Seine Mutter hatte schon früh Brot gebacken und das wird dann in Stücke gebrochen und in Honig und/oder Olivenöl getunkt und zusammen mit Tee gegessen. Das macht komischerweise ziemlich satt, wie wir gemerkt haben.

Schweren Herzens haben wir uns danach verabschiedet und haben Mbarek wieder zu seiner Hütte am Stellplatz auf den Klippen zurückgefahren. Wir werden ihn sicher nächstes Jahr wieder besuchen und darauf freuen wir uns schon heute. Der Abschied war wie immer sehr traurig!!!!!!

Austern, Muscheln & Co. an Weihnachten in Oualidia

Austern, Muscheln & Co. an Weihnachten in Oualidia

Am nächsten Tag (Heilig Abend) sprach uns plötzlich jemand auf schwäbisch an, ob er sich denn zu uns stellen dürfte. Es war ein sehr nettes Paar aus Tübingen und wir genossen den ersten Abend gemeinsam am Lagerfeuer mit Bier, Wein und jeder Menge Gesprächsstoff.

Heilig Abend in Oualidia
Heilig Abend in Oualidia

Die beiden blieben noch einen Tag länger, sodaß wir den ersten Weihnachtstag mit einem ausgiebigen Frühstück mit leckerem Omelette, Leberwurst richtig ausgedehnt haben.

Nachmittags sind wir unter dem Vorsatz nach unten Richtung Strand, bzw. Fischhändler gelaufen, um uns wieder etwas Fisch für den Grill zu besorgen. Unten angekommen, haben wir zuerst einmal frische Austern direkt an der Straße gegessen… bzw. die anderen 3, ich hatte mich nicht getraut. Dafür habe ich eine Muschel probiert, die ebenfalls roh war und nur mit Zitrone beträufelt, die war sehr lecker. Das hätte ich gar nicht gedacht.

Hannes isst eine Auster in Oualidia
Hannes isst eine Auster in Oualidia

Danach haben wir den anderen beiden das Treiben mit den Grillständen und Tischen gezeigt und zack, standen wir wieder an einem Stand und haben uns den Fisch ausgesucht, der uns sogleich frisch gegrillt wurde. Wir hatten 24 Crevetten, 2 Schollen und 1 Sepia – mit Salat – alles zusammen für 25 Euro! Und was soll ich Euch sagen, war mal wieder köstlich.

So gestärkt, haben wir den Abend wieder auf dem Campingplatz mit Lagerfeuer ausklingen lassen. Es macht einfach mehr Spaß, wenn man nicht alleine ist und in netter Gesellschaft den Abend miteinander verbringt. Leider sind die beiden so früh weggefahren, daß wir uns nicht mehr verabschieden konnten. Sie haben uns aber eine Nachricht hinterlassen und „Inshallah“ sehen wir uns vielleicht wieder.

Abends beim Lagerfeuer auf dem Campingplatz in Oualidia
Abends beim Lagerfeuer auf dem Campingplatz in Oualidia

Hier zeige ich Euch noch ein paar Bilder mit dem Blick von unserem Campingplatz direkt auf die Lagune von Oualidia. Es ist wirklich herrlich hier.

Wir wollten eigentlich ab hier wieder umdrehen, um genügend Zeit für die Algarve zu haben. Haben uns aber umentschieden, da es viel zu kalt ist in Europa. Selbst hier ist es abends und morgens noch sehr kalt und nur tagsüber ist es bei 20 Grad angenehm warm. Deshalb fahren wir morgen früh doch weiter nach Süden und schauen mal, wo wir morgen landen werden.