Buntes Treiben in Oualidia und selbst gebratene Dorade

Buntes Treiben in Oualidia und selbst gebratene Dorade

Wir standen gestern mal wieder direkt am Strand in einer Düne „versteckt“, als es plötzlich an unser Auto hämmert. Wir erst mal schnell alle Sachen versteckt (Elektronik und Alkohol) und das Licht ausgemacht. Es war kurz vor Mitternacht, wir waren aber noch wach und noch nicht im Bett. Da wir nicht wussten, wer oder was uns draußen erwartete, hat sich Hannes durch den Durchgang gequetscht und das Auto gestartet und gleich den Rückwärtsgang eingelegt, damit er hinten was sehen konnte. Da sind doch glatt 3 Polizisten nach vorne gesprungen und wollten unsere Ausweise kontrollieren. Nach kurzer Schrecksekunde hatten sie sich zwar gewundert, warum ein Holländer in einem deutschen Auto sitzt, waren aber zufrieden und haben uns eine gute Nacht gewünscht. Wir durften ohne weitere Zwischenfälle stehenbleiben.

Stellplatz am Meer bei Azemmour
Stellplatz am Meer bei Azemmour

Der nächste Tag begann wie immer mit Frühstück – wir haben ja einen kleinen Gasofen dabei als Heizung und da es morgens noch etwas frisch ist, machen wir ihn immer an und benützen ihn dann gleich als Toaster. Da schmeckt das Baguette vom Vortag wieder genauso gut. Dann hatte Hannes die glorreiche Idee, daß ich ja mal den Steyr fahren könnte… gesagt, getan, hab ich mich hinters Lenkrad gesetzt. O.K., ich gebe zu, es ist nicht ganz einfach, aber immerhin sind wir bis nach Oualidia gekommen (ca. 100 km entfernt). Wir haben sogar eine uralte Brücke passiert… und ich musste ein paar mal umdrehen. Aber der Steyr hat so einen kleinen Wendekreis, daß das gar kein Problem war.

Hier in Oualidia angekommen, sind wir gleich wieder auf den alten Stellplatz gefahren, wo wir vor 2 Jahren schon einmal standen. Damals haben wir uns am Strand doch den Fisch braten lassen – und waren damals die einzigen Personen am Strand. Heute bot sich uns ein ganz anderes Bild. Es gab ein buntes Treiben am Strand mit dutzenden Stühlen und Tischen und entweder lag es daran, daß heute Sonntag ist oder es hat sich in den letzten beiden Jahren rumgesprochen, daß das hier gemacht wird.

Jedenfalls hatten wir keine Lust, an den überfüllten Strand zu sitzen und uns noch einmal Fisch braten zu lassen. Vielmehr stand uns der Sinn nach einer eigenen gebratenen Dorade, die wir auch vorne am Strand nach zähen Verhandlungen gekauft hatten. Hier kann man übrigens überall Meeresfrüchte essen oder kaufen. Unsere Doraden haben zusammen 5 Euro gekostet und uns fehlte nur noch die Grillkohle, um mit dem Grillen durchzustarten. Also rein ins Auto, in den Ort hochgefahren und Grillkohle besorgt. Belohnt haben wir uns mit einem Gin Tonic, den wir aus Spanien mit eingeführt (geschmuggelt) hatten. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie köstlich so eine frische Dorade – einfach nur mit Salz und ein bißchen Öl auf dem Grill schmecken kann. Dazu gabs leckeren Salat und wir sind total glücklich, daß wir das endlich mal in Angriff genommen haben.

Moulay Bousselham – Lagune und Muschelfund

Moulay Bousselham – Lagune und Muschelfund

Heute sind wir mit einem kleinen Boot auf die gegenüberliegende Seite der vor uns liegenden Lagune gefahren und haben uns dort zu Fuß ein bißchen umgeschaut. Gestern haben wir dort einige Gleitschirmflieger gesehen – allerdings Nachmittags. Vielleicht ist die Thermik da besser, es war nämlich niemand da außer uns.

Während des Strandspaziergangs haben wir eine sehr schöne Muschel gefunden und wollten sie eigentlich mitnehmen. Sie war aber noch „bewohnt“ und wir wollten sie nicht umständlich herausholen, um nur das Häuschen zu behalten. Deshalb haben wir sie später wieder ins Meer zurück geworfen.

Da wir wissen, daß es freitags oft Cous-Cous gibt, haben wir nach der Bootstour ein hübsches Lokal direkt neben unserem Campingplatz aufgesucht, um denselben zu essen. Leider musste man ihn vorbestellen… Na ja, das haben wir dann für heute abend gemacht und mittags mal wieder Fisch gegessen.

Was wir morgen machen, wissen wir noch nicht genau. Eventuell fahren wir doch an der Küste weiter nach Süden…

Moulay Bousselham – wir sind wieder zurück

Wir sind nur noch bis Assilah gefahren und fanden im Dunkeln einen Stellplatz direkt am Meer neben einem Auto mit BB-Kennzeichen… leider haben wir die Besitzer weder gesehen, noch gesprochen. Sie sind morgens vor uns weggefahren. Dennoch fiel uns auch ein weiteres Auto auf, das an der Seite ausfahrbar war…

Dann ging es weiter nach Moulay Bousselham, wo wir vor 2 Jahren schon einmal auf dem Campingplatz waren. Hier hatten wir damals eine Seezunge gekauft und sie uns braten lassen. Doch heute stand uns der Sinn eher nach Kalamari.

Nach dem Essen haben wir noch den kleinen Markt durchstreift und Mandarinen und ein Geschirrhandtuch gekauft – das wir zu Hause vergessen hatten. Jetzt stehen wir hier wieder auf dem Campingplatz und fühlen uns so wohl wie vor 2 Jahren. Nur unser Stellplatz ist schöner heute, weil wir direkt hinter dem Zaun stehen und diesen unglaublichen Blick auf die vor uns liegende Lagune haben. Das Wetter ist auch wirklich viel wärmer als in Spanien und wir freuen uns erst einmal, wieder hier zu sein.

Von Tarifa doch weiter nach Marokko

Von Tarifa doch weiter nach Marokko

Am nächsten Morgen haben wir uns nach dem Frühstück zu Fuß aufgemacht, um bei einem kleinen Spaziergang die Gegend zu erkunden. Leider kamen wir am Strand nicht durch, weil ständig Felsen im Weg waren und wir keine Lust hatten, ständig auf und ab zu klettern… und sind neben der Schnellstraße entlanggeschlendert.

Nach ca. 2 km kamen wir an eine große Sandlagune mit sehr vielen Kitern. Je näher wir kamen, sahen wir, daß es dort sogar einen ganz großen Bereich gab, in dem Anfänger super in stehendem Gewässer üben konnten. Da haben wir eine Weile amüsiert zugeschaut und hätten einem fast Nachhilfe gegeben (Hannes hatte auf den Kap Verden vor ein paar Jahren selbst einmal einen Kurs gemacht)…

Dann sahen wir auf der anderen Seite dieses kleinen Sees ein Haus und freuten uns schon auf einen kühlen Drink. Leider war dort geschlossen und so blieb uns nichts anderes übrig, als weiter zu laufen. Dabei sind wir an so manch interessantem Objekt vorbeigekommen…

Zu unserem großen Glück kam irgendwann ein Restaurant, das die besten Tapas hatte, die wir bis dahin gegessen hatten.

Sehr leckere Tapas bei Tarifa
Tapas und 3 Getränke für € 13,50 bei Tarifa

Nach 15.000 Schritten (hatte mein Handy in der Hosentasche und das hat mitgezählt) kamen wir wieder zurück zum Campingplatz. Voller Freude haben wir unsere Stühle wieder an den Strand gestellt und uns von den Strapazen der Schritte erholt… bis zum Sonnenuntergang

Sonnenuntergang auf Campingplatz bei Tarifa
Sonnenuntergang auf Campingplatz bei Tarifa

Abends im Steyr haben wir überlegt, wohin wir am nächsten Tag fahren könnten. Wir hatten ja gesagt, daß wir nur nach Marokko fahren würden, falls es uns in Spanien zu kalt oder regnen würde. Und es kam wie es kommen musste…

Am nächsten Morgen nieselte es.

Ausblick aus Steyr von Stellplatz Torre de la Pena bei Tarifa
Ausblick aus Steyr von Stellplatz Torre de la Pena bei Tarifa

Wir konnten das gar nicht fassen, weil unsere WetterApp keinen Regen angezeigt hatten. Da haben wir erst einmal ausgecheckt und sind nochmal nach Tarifa zurückgefahren, um beim Lidl diesen leckeren Mandarinensaft nachzukaufen.

Kaum raus aus dem Lidl regnete es immer noch und wir wussten wirklich nicht, was wir jetzt machen sollten – weiterfahren oder doch nach Marokko?!? So entschieden wir uns, zum Hafen zu fahren und wenigstens einmal zu fragen, was das wohl kosten würde und ob überhaupt eine Fähre nach Tanger ging an diesem Tag.

Und tatsächlich hatten wir Glück. Es kostete zwar € 250,- hin und zurück und der Steyr passte nur auf die Fähre um 19 Uhr wegen der Höhe, aber irgendwie waren wir froh, daß wir diese Entscheidung getroffen hatten. So parkten wir und durchstreiften den Ort. Irgendwann haben wir auch hier eine gut besuchte Kneipe aufgesucht und unseren ersten Fisch gegessen.

Dann war es endlich soweit. Die Fähre lief ein – es gibt hier Schnellfähren, die in 35 Minuten von Tarifa nach Tanger fahren. Jetzt mussten wir nur noch den Steyr unter Deck fahren.

Nach ca. 30 Minuten waren wir schon da und waren gespannt, wie lange es beim Zoll dauern würde. Es waren nur 3 Autos inklusive unserem und tatsächlich ging alles ganz schnell. Um 20 Uhr haben wir schon eine Telefonkarte gekauft und Geld gewechselt.

Marokko hatte uns wieder!!!! Während wir noch beim Zoll standen, fiel uns auf, wie anders Marokko im Vergleich zum verschlafenen Tarifa war. Überall war Leben auf der Straße und Tanger zog uns in seinen Bann.

Tarifa – Surf- und Kiteparadies

Tarifa – Surf- und Kiteparadies

Wir sind nach Gibraltar nur noch ein paar Kilometer zu einem Stellplatz am Meer gefahren, um zu übernachten. Am nächsten Morgen hatten wir von dort einen schönen Ausblick auf Gibraltar.

Dann ging es ohne Frühstück weiter nach Tarifa – unser nächstes Etappenziel. Wir brauchten auch noch Brot und Butter, das wir direkt bei einem Lidl in Tarifa eingekauft haben.

Tarifa
Tarifa

Endlich hatten wir alles und sind erstmal direkt ans Meer gefahren, um zu frühstücken. Dort konnten wir das Auto auch stehenlassen und sind die paar Schritte über einen Steg entlang gelaufen, der zu einer Art Festung führte, die leider nicht für Touristen zugänglich war. Jedenfalls war auf der einen Seite des Stegs das Mittelmeer und auf der anderen Seite bereits der Atlantik. Wir waren jetzt an der südlichsten Spitze von Europa angelangt.

Da wir heute nichts weiter als einen Campingplatz aufsuchen wollten, haben wir wieder mit Park4Night einen schönen Platz ein paar Kilometer von Tarifa entfernt angefahren und bleiben bis übermorgen. Das gibt uns Zeit, ein bißchen zu entspannen und einfach mal nichts zu tun. Und damit haben wir gleich angefangen…

Nach einem ausgiebigen Strandbesuch, bei dem Hannes mal wieder mit seinen Lieblingstieren Bekanntschaft gemacht hat (den Krabben), haben wir uns einen Sundowner gegönnt und nebenbei einigen Surfern zugeschaut, die direkt vor uns ins Wasser gegangen waren.

Dann stand Duschen auf dem Programm und Kochen – leckere Pasta mit Tomaten und Gemüse mit Salat. Satt, zufrieden und froh, hier zu sein, genießen wir den Abend im Steyr und freuen uns auf die nächsten Tage.

Campingplatz bei Tarifa
Unser Stellplatz auf dem Campingplatz Torre de Pena bei Tarifa
Gibraltar mit Bergbesteigung

Gibraltar mit Bergbesteigung

Heute sind wir in Gibraltar angekommen – das zu England gehört. Es ist die Halbinsel ganz am südlichsten Zipfel von Spanien. Von hier aus konnten wir sogar nach Afrika (Marokko) sehen. 

Wir haben direkt vor der Grenze geparkt und haben diese zu Fuß passiert. Danach rein in den ersten Bus, der da stand und zur Seilbahn gefahren. Wir wollten eigentlich mit der Seilbahn zum Gipfel hoch. Leider war sie wegen starken Windes nicht in Betrieb und uns wurden direkt Minibus-Touren für 35 Euro pro Person angeboten. Nach kurzer Überlegung haben wir uns dagegen entschieden und sind auf das Geradewohl losmarschiert.

Zuerst ging es durch einen sehr schön angelegten botanischen Garten mit vielen schönen Blumen und netten Plätzen zum Verweilen.

Es ging allerdings stetig bergauf. Da wir nicht genau wußten, wie steil und lang der Weg noch sein würde, sind wir unbedarft weiter nach oben gelaufen.

Ausblick beim Aufstieg auf Gibraltar-Felsen
Ausblick beim Aufstieg auf Gibraltar-Felsen

An einer Stelle kam ein Häuschen, an dem uns gesagt wurde, daß es 1 Stunde dauern würde bis nach oben. Wir hatten aber gesehen, daß zwei junge Männer vor uns eine andere Strecke mit Treppen genommen hatten und sind diesen gefolgt – in der Hoffnung, daß dies eine Abkürzung nach oben sei. Leider stellte sich diese Entscheidung als falsch heraus. Es war ein gefühlter 2-Stunden-Aufstieg mit Treppen und sehr schmalen Wegen und es schien endlos hinauf zu gehen.

Ausblick beim Aufstieg auf Gibraltar-Felsen
Ausblick beim Aufstieg auf Gibraltar-Felsen

Doch zum Umdrehen war es auch zu weit, so plagten wir uns den Berg bis zur Spitze hinauf. Unterwegs haben wir auch Affen gesehen, von deren Anwesenheit wir auf Schildern schon hingewiesen wurden.

Ganz oben stand dann die uminöse 100 Tonnen schwere Kanone, die uns nachhaltig beeindruckte – abgesehen vom Ausblick, den wir oben genießen durften.

Den gleichen Weg zurück wollten wir auf keinen Fall nehmen – das hätten wir auch zeitlich gar nicht geschafft – es war schon fast 18 Uhr und der Park sollte um 18.15 schließen. So nahmen wir die etwas größere Straße nach unten und kamen fast im dunkeln wieder unten an.

Obwohl es sehr anstrengend war, sind wir doch froh, daß wir die (Tor)tour auf uns genommen haben.

Barcelona Stadtbesichtigung

Barcelona Stadtbesichtigung

Am nächsten Morgen haben wir erst mal lange ausgeschlafen und danach ausgiebig geduscht (auf dem Citystop Parkplatz für 39 Euro die Nacht gab es auch Duschen). Es war ein Container inmitten des Parkplatzes und für mich sah es so aus, als ob da sonst nur LKW-Fahrer duschen. Na ja, die meisten Wohnmobile, die wir so gesehen haben, können ja auch in ihren Wägen duschen. Bei uns ist alles noch provisorisch und da war an eine Dusche nicht zu denken.

Jedenfalls hatten wir uns entschlossen, den Tag noch einmal eine Stadtbesichtigung zu machen – obwohl ich mein Ticket verloren hatte und wir ein Neues kaufen mussten. Die Metro kannten wir ja schon und so war es ein Leichtes für uns wieder zum Placa de Catalunya zu fahren. Hannes‘ Ticket konnten wir für 10 Euro upgraden und schon saßen wir im Sightseeing-Bus – diesmal in der roten Linie. Es gab so viel Interessantes zu sehen, doch leider hatten wir mal wieder zu wenig Zeit. Deshalb sind wir nur an der Seilbahn zum Montjuic ausgestiegen und mit dieser nach oben gefahren. Oben gab es einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt.

Dann ging es weiter mit der roten Route an einigen Sehenswürdigkeiten, deren Namen ich mir beim Anschauen der Bilder leider nicht mehr merken konnte.

Einen Namen haben wir jedoch sehr oft gehört: Antoni Gaudí. Dieser war ein berühmter Architekt des Modernismus und Gaudís letzte große Werke waren der Park Güell, die Krypta der Colònia Güell und der Neubau der Casa Milà, auch als „La Pedrera“ bekannt.

Den Park Güell haben wir ganz zum Schluss besucht, er lag jedoch auf einem Berg und wir kamen ziemlich spät oben an, sodaß wir keinen Eintritt mehr bezahlen wollten für die paar Minuten, die noch übrig waren. So schlenderten wir ein wenig herum und machten ein paar Fotos…

Barcelona mit Championsleague

Barcelona mit Championsleague

Die letzten beiden Tage haben wir komplett in Barcelona verbracht. Genauer gesagt standen wir auf einem citynahen Wohnmobilstellplatz mit Strom und Dusche. Das Wetter war sonnig und wir hatten Lust, uns die Stadt ein bisschen genauer anzuschauen.

Gesagt, getan, haben wir die nächste Metro zum Place de Catalunya genommen, um dort in den nächstbesten Sightseeingbus einzusteigen – ohne Ticket erstmal. Da saß eine Frau, die uns aufklärte, dass das 30 Euro für den ganzen Tag kostet pro Person und wir nicht mehr so viel Zeit hätten… da der Bus  schon losgefahren war  und es uns zu teuer erschien, durften wir ohne zu bezahlen an der nächsten Haltestelle wieder aussteigen.  Dort war direkt ein Informationshäuschen für Tickets mit großer Werbung für ein Championsleaguespiel gegen Tottenham am 11. Dezember. Kurzer Blick auf den Kalender… ups das war ja am gleichen Abend!!!! 

Da haben wir uns gleich nach Karten erkundigt und erfahren, dass es in der billigsten Kategorie noch 2 Plätze gibt für 193 Euro – allerdings ganz hinten oben irgendwo in der Ecke… das war uns dann doch zu teuer und wir beschlossen, die Sightseeingkarten für den Bus zu kaufen und ggf. am nächsten Tag für 10 Euro pro Person zu verlängern. Kaum losgefahren, kam nach ein paar Haltestellen das Stadion vom FC Barcelona. Da sind wir spontan ausgestiegen, um ein wenig vom Fussballfeeling vor solch einem Spiel zu erhaschen… 

FC Barcelona
FC Barcelona

Und wie wir so rumschlendern, fragt uns jemand, ob wir noch Karten brauchen. Na ja aus reiner Höflichkeit haben wir mal nach dem Preis gefragt und wo die Plätze denn seien. Leider war unser Interesse gleich geweckt, als er uns auf seinem Handy die Plätze gezeigt hat. Kurz überlegt… „Wann sind wir mal wieder hier?“, „So eine Gelegenheit kommt vielleicht nie wieder…“, „Ach, machen wir uns ein Weihnachtsgeschenk…“… und die Sache war gebongt.

Wir haben noch Handynummern ausgetauscht und einen Treffpunkt um halb acht vereinbarte und Pep, so hieß er, zeigte uns noch schnell die Stelle, an der die Stars später mit ihren Limousinen die Abfahrt in die unterirdischen Katakomben runterfahren. Haben uns dann dort platziert, in der Hoffnung, vielleicht ein Foto von Messi machen zu können. Er soll einen dunkelblauen Audi fahren…

Spieler von Barcelona bei Einfahrt in Katakomben
Spieler von Barcelona bei Einfahrt in Katakomben

Und dann trudelten sie auch schon langsam ein… eine Limousine nach der anderen schoss vor uns runter und wir fleissig am Fotografieren…. leider konnte man auf den Bildern nicht erkennen, wer es war…

Und plötzlich stand Pep wieder bei uns, um uns ins Stadion zu lotsen. Die „Geldübergabe“ war erst am Sitzplatz vereinbart. Alles klappte wie geschmiert und wir saßen kurze Zeit später eng eingequetscht, aber überglücklich in Block 133, Reihe 22.

Jetzt konnte das Spiel losgehen. Zu unserer großen Freude schoss Dembele schon nach 7 Minuten das erste Tor für Barcelona. So konnte es weitergehen, dachten wir. Die Stimmung war super, wäre da nicht kurz vor Schluss noch das 1:1 gefallen. Aber wer es angeschaut hat, weiß das ja alles schon…

Für uns war der Tag Grund genug, um auf dem Heimweg noch einen Absacker zu trinken. Leider fuhr danach keine Metro mehr, aber ein Bus brachte uns 25 Haltestellen durch leere Strassen Barcelonas schließlich um 2 Uhr zu unserem Stellplatz.

Und los geht’s mit dem neuen Steyr Richtung Spanien

Und los geht’s mit dem neuen Steyr Richtung Spanien

Gestern sind wir bei strömendem Regen von zu Hause gestartet und haben noch schnell ein Stück Schlauch und einen Trichter beim Bauhaus besorgt, um das Frischwasser in den Kanister unter der Spüle mit Wasser befüllen zu können. Kurzentschlossen haben wir dann noch 20 Liter Wasser bei Hannes im Büro geholt und dabei doch glatt den Geschäftsführer Herrn Nagel bei der Arbeit angetroffen.

Das gab uns die Gelegenheit, ihm das Auto von innen zu zeigen und uns noch einmal gebührend zu verabschieden. Schließlich ist es keine Selbstverständlichkeit, daß Hannes 5 Wochen am Stück Urlaub bekommt und das wissen wir sehr zu schätzen.

Dann ging es aber los – es war schließlich schon kurz nach 16 Uhr auf die Autobahn Richtung Singen – bei strömendem Regen und schlechter Wetterprognose auf unserem ersten Etappenziel Genfer See. Diesen erreichten wir dann auch gegen 1 Uhr nachts und fielen erstmal in Tiefschlaf.

Stellplatz erste Übernachtung am Genfer See
Stellplatz erste Übernachtung am Genfer See

Am nächsten Morgen erwartet uns wie vorhergesagt strömender Regen und wir setzen die Reise ohne Frühstück fort, um dies baldmöglichst in einem netten französichen Café nachzuholen. Wir haben „complèt“ genommen und dazu gehörte ein Pain au chocolat, 1 großes Stück Baguette mit Butter und Marmelade und ein Glas frisch gepresster Orangensaft sowie Kaffee. Es war einfach göttlich. Der erste Bissen ins Pain au chocolat wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben…

Nach einer Weile fielen uns die vielen Walnussbäume rechts und links der Straße auf und mir fiel ein, daß ich auf Nusstüten in Stuttgart schon gelesen hatte, daß diese aus Grenoble kommen und besonders gut sein sollen… da haben wir uns gleich eine Tüte gekauft – die hatte aber auch ihren Preis (Euro 6,50 das Kilo!!!!) Jetzt brauchten wir natürlich auch noch einen Nussknacker – den wir Gott sei Dank trotz Sonntag bekommen haben.

Während ich noch überlegte, wann wir wieder an einer Walnussplantage vorbeifahren, damit ich ein Bild davon machen kann, bemerken wir, daß  in sehr vielen Autos gelbe Warnwesten vorne auf der Ablage lagen und dachten noch, was da wohl zu bedeuten hat. Kurze Zeit später trafen wir auch schon auf die erste Straßensperre…

unterwegs von Genf nach Sommières
unterwegs von Genf nach Sommières

Und so ging es weiter… an sehr vielen Kreisverkehren auf unserer Route standen Streikposten in gelben Westen, die uns glücklicherweise nach kurzer Wartezeit vorbeifahren ließen. Einige haben auch gleich daneben gecampt und uns gefragt, ob wir einen Kaffee trinken wollten – den gab’s umsonst. Wir haben unsere Warnwesten aus Solidarität auch vorgeholt und vorne reingelegt…

„Protest gegen die Arroganz der Elite“

Doch irgendwann konnten wir das alles hinter uns lassen und der Himmel hellte langsam auf und es hörte auf zu regnen. Da sah die Landschaft gleich viel schöner aus und bei uns kam so etwas wie erste Urlaubsstimmung auf…

Deshalb haben wir heute kurzentschlossen um 18 Uhr nach einem Stellplatz geschaut, den wir hier in Sommières gefunden haben. Haben uns das erste Mahl gezaubert in unserer provisorischen Küche und freuten uns, daß alles geklappt hat. Wir haben einen kleinen Gasherd mit zwei Flammen und Backofen…

In diesem Sinne lassen wir uns gerade noch ein Glas Rotwein schmecken und stoßen auf unser neues Abenteuer mit Euch an (in Gedanken…)

32 – Wieder zu Hause

Wieder zu Hause!

Wir möchten uns auf diesem Weg bei Euch allen bedanken, die diesen Blog gelesen und unsere Reise mitverfolgt haben… für die vielen netten Kommentare, Aufmunterungen, Wünsche und alles, was ihr uns sonst geschrieben habt. Wir haben uns sehr darüber gefreut!!!!!

Auch wenn uns am Ende das Getriebe kaputt gegangen ist, hatten wir trotzdem einen seeeeer schönen Urlaub und besonders tolle Erlebnisse vorallem in der Wüste.

Dafür durften wir von Casablanca über Paris nach Hause fliegen und das war schon etwas Besonders für uns. Der Flug von Paris war ein „Cityhopper“ und wir sind freitag abend pünktlich um 22 Uhr nach Stuttgart reingeschwebt…

Jetzt haben nur noch einen Wunsch: daß der Hanomag heil nach Stuttgart kommt, bzw. zum Autohaus Eberle nach Echterdingen!

Noch wissen wir nicht, wohin unsere nächste Reise geht, wir werden aber hier wieder darüber berichten.

Bis dahin alles Liebe von
Biggi und Hannes