Dann haben wir Tarifa Richtung Portugal verlassen. Gekommen sind wir nur bis kurz nach Cadiz. Wir mussten einen großen Umweg fahren, weil es dort an der Küste nicht anders ging. Sie ist so zerklüftet, daß man das Gebiet weiträumig umfahren muss.

Dort haben wir am Rande eines Naturschutzgebietes einen schönen ruhigen Stellplatz gefunden. Das ganze Gebiet war mit schönen Holzwegen durchzogen, die bis vorne an den Strand reichten. Zwischendurch gab es eine erhöhte Stelle zum Verweilen. Hier haben wir am nächsten Morgen mal die Drohne ausprobiert und sind ein bißchen am Strand hin- und hergeflogen.

Vor lauter schöner Natur haben wir beim Abfahren vergessen, unsere Leiter reinzuholen und prompt war sie total verbogen. Hannes hat sich gewundert, warum das Auto so schwerfällig losfährt… na ja, wir konnten sie zum Glück soweit wieder geradebiegen, daß sie wieder an Ort und Stelle sitzt. Nur benützen können wir sie vorerst nicht. Dank unseres Noteinstiegs kommen wir trotzdem hoch und runter. Hab verständlicherweise kein Foto gemacht, ich glaube das hätte die Stimmung noch mehr getrübt…

Dann ging es weiter in Richtung Portugal – an die Algarve.

Vorher haben wir uns noch den teuersten Serranoschinken gekauft, den ich je gekauft habe. Wir haben einen kleinen Supermarkt entdeckt und obwohl sie um 14 Uhr Mittagspause hatten und alles schon dunkel wurde im Laden, hat uns die Angestellte freundlicherweise noch Schinken geschnitten. Allerdings nicht mit der Maschine, wie ich dachte, sondern von Hand. Bei 180 g haben wir dann gesagt, daß es reichen würde (das hat fast 20 Minuten gedauert) und hat sage und schreibe 18,40 Euro gekostet. Wahnsinn, oder?!? Da kosteteten 100 g Schinken praktisch 10 Euro. Also damit hatte ich nicht gerechnet! Wir haben uns nichts anmerken lassen und auch wirklich jede Scheibe für Scheibe genossen! Wir sparen das beim Übernachten wieder ein – wir stehen ja meistens frei, das kostet nichts…

Wir sind mal wieder nur langsam vorangekommen, weil wir uns morgens Zeit lassen und erst mal gemütlich frühstücken. Aber dann kam Portugal endlich. Wir waren an der Algarve. Ich war schon ganz gespannt, wann wir wohl die bizarren Felsabhänge sehen würden, die mir seit geraumer Zeit vorschwebten. Aber da musste ich noch Geduld haben. Wir sind an wunderschönen Stränden vorbeikommen, nur Felsabhänge waren noch nicht zu sehen. Kurz vor Faro haben wir dann einen schönen Stellplatz mit anderen Wohnmobilen gefunden und den Abend im Auto verbracht – wie immer.

Heute war es dann endlich soweit. Unsere Tagesetappe war wieder nur kurz und so sind wir rein zufällig an die nordwestlichste Spitze von Portugal gefahren. Und endlich sahen wir diese gigantischen Felsabhänge. Wir sind hier in Cabo de San Vincente und haben das Kap zu Fuß umrundet. Dort ist ein großer Parkplatz und man kann mit Eintritt von 3 Euro pro Person in das Gebiet am Kap durchlaufen. Dort gibt es einen schönen Rundweg – die Klippen sind allerdings durch Geländer gesichert, damit man nicht leichtsinniger weise ganz nach vorne läuft und womöglich abstürzt, was schon vorgekommen ist.

Dann war dort noch ein „Monument“ mit einem spiralförmigen Weg nach innen (wie ein Labyrinth), dem wir aus Neugierde gefolgt sind. Unglaubliche Geräusche haben uns magisch nach innen gezogen. Und dann war da ein Loch im Boden mit einem Gitter darüber, wo man von ganz unten die Brandung tösen hörte. Gesehen hat man nichts, aber die Geräusche waren gigantisch. Es ist das Bild, wo Hannes auf dem Gitter steht und nach unten zeigt.

Da es schon wieder nachmittags war, haben wir die Zeit dort verbracht bis zum Sonnenuntergang. An einem Strand unten waren sehr viele Wellenreiter im Wasser, die auf die perfekte Welle gewartet haben. Der Ausblick von hier oben war wirklich fantastisch. Uns gefällt es hier super gut und wir fühlen uns ein wenig entschädigt für ein weniger schönes Silvester…