Wir standen gestern mal wieder direkt am Strand in einer Düne „versteckt“, als es plötzlich an unser Auto hämmert. Wir erst mal schnell alle Sachen versteckt (Elektronik und Alkohol) und das Licht ausgemacht. Es war kurz vor Mitternacht, wir waren aber noch wach und noch nicht im Bett. Da wir nicht wussten, wer oder was uns draußen erwartete, hat sich Hannes durch den Durchgang gequetscht und das Auto gestartet und gleich den Rückwärtsgang eingelegt, damit er hinten was sehen konnte. Da sind doch glatt 3 Polizisten nach vorne gesprungen und wollten unsere Ausweise kontrollieren. Nach kurzer Schrecksekunde hatten sie sich zwar gewundert, warum ein Holländer in einem deutschen Auto sitzt, waren aber zufrieden und haben uns eine gute Nacht gewünscht. Wir durften ohne weitere Zwischenfälle stehenbleiben.

Stellplatz am Meer bei Azemmour
Stellplatz am Meer bei Azemmour

Der nächste Tag begann wie immer mit Frühstück – wir haben ja einen kleinen Gasofen dabei als Heizung und da es morgens noch etwas frisch ist, machen wir ihn immer an und benützen ihn dann gleich als Toaster. Da schmeckt das Baguette vom Vortag wieder genauso gut. Dann hatte Hannes die glorreiche Idee, daß ich ja mal den Steyr fahren könnte… gesagt, getan, hab ich mich hinters Lenkrad gesetzt. O.K., ich gebe zu, es ist nicht ganz einfach, aber immerhin sind wir bis nach Oualidia gekommen (ca. 100 km entfernt). Wir haben sogar eine uralte Brücke passiert… und ich musste ein paar mal umdrehen. Aber der Steyr hat so einen kleinen Wendekreis, daß das gar kein Problem war.

Hier in Oualidia angekommen, sind wir gleich wieder auf den alten Stellplatz gefahren, wo wir vor 2 Jahren schon einmal standen. Damals haben wir uns am Strand doch den Fisch braten lassen – und waren damals die einzigen Personen am Strand. Heute bot sich uns ein ganz anderes Bild. Es gab ein buntes Treiben am Strand mit dutzenden Stühlen und Tischen und entweder lag es daran, daß heute Sonntag ist oder es hat sich in den letzten beiden Jahren rumgesprochen, daß das hier gemacht wird.

Jedenfalls hatten wir keine Lust, an den überfüllten Strand zu sitzen und uns noch einmal Fisch braten zu lassen. Vielmehr stand uns der Sinn nach einer eigenen gebratenen Dorade, die wir auch vorne am Strand nach zähen Verhandlungen gekauft hatten. Hier kann man übrigens überall Meeresfrüchte essen oder kaufen. Unsere Doraden haben zusammen 5 Euro gekostet und uns fehlte nur noch die Grillkohle, um mit dem Grillen durchzustarten. Also rein ins Auto, in den Ort hochgefahren und Grillkohle besorgt. Belohnt haben wir uns mit einem Gin Tonic, den wir aus Spanien mit eingeführt (geschmuggelt) hatten. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie köstlich so eine frische Dorade – einfach nur mit Salz und ein bißchen Öl auf dem Grill schmecken kann. Dazu gabs leckeren Salat und wir sind total glücklich, daß wir das endlich mal in Angriff genommen haben.