Nachdem wir bei Mbarek losgefahren sind, wussten wir nur, daß wir jetzt so schnell wie möglich wieder zurück nach Spanien wollten. Nur welche Route, wussten wir nicht. Wir hätten einerseits wieder am Atlantik hochfahren können, andererseits hat uns auch das Landesinnnere zugesagt. So beschlossen wir kurzhand, einen Abstecher nach Marrakesch zu machen.

Ich hatte gehofft, daß wir da vielleicht ein wenig von Silvester miterleben könnten, was anderswo nicht möglich gewesen wäre. Leider kamen wir so spät dort an und ich hatte ausgerechnet einen Stellplatz ausgesucht, der von einer hohen Mauer umgeben war und eigentlich auch noch geschlossen war. Die Besitzer waren ein Deutscher und seine marrokanische Frau, die wir schon einmal bei einem Treffen in Enkirch kennengelernt hatten. Sie haben ein prachtvolles Anwesen mit Swimmingpool und allem drum und dran. Nur leider half uns das alles nichts. Sie waren gar nicht da, aber die Angestellten waren so freundlich und haben uns das Tor geöffnet, um in den Hof reinzufahren.

So haben wir uns im dunklen Hof was zu Essen gekocht und gewartet, bis es Mitternacht war, um unsere letzte Sektflasche zu köpfen und auf das Neue Jahr anzustoßen. Das war fast ein bißchen traurig… wir haben um Mitternacht nichts gesehen, von Weitem ein bißchen was gehört und sind dann ins Bett gefallen…

Am nächsten Morgen haben wir uns das Anwesen einmal genauer angeschaut, zumal uns der Angestellte mit einem Roller morgens Brot gebracht hat und uns zu einem Tee in das Anwesen eingeladen hatte. Das sah dann so aus:

Die Familie heißt „Schatz“ und sie bieten „Schatz-Reisen“ an. Sie haben einen sehr großen Bus, der total orientalisch ausgestattet ist und ihre Ausflüge scheinen wirklich anders zu sein, als man es sonst so kennt. Man kann in einem der 12 Zimmer mit Halbpension 14 Tage verbringen inkl. 4 Ausflüge für € 1.290,-. Den Flug nach Marrakesh muss jeder selber buchen, der ist im Preis nicht enthalten. Aber sonst ist für alles gesorgt. Man wird auch am Flughafen abgeholt und kann sich 2 Wochen in die Hände der Familie Schatz und deren Angestellte fallen lassen. Ohne Schleichwerbung machen zu wollen, kann ich mir gut vorstellen, daß es mit dieser Familie eine außergewöhnliche Reise ist, abseits der normalen Touristentouren, die sonst angeboten werden.

Dennoch wollten wir wieder zurück nach Europa und sind dann wieder zurück an den Atantik gefahren und haben es diesmal bis Kenitra geschafft. Diesen Ort kannten wir noch nicht. Kurz vorher lag Rabat auf dem Weg – die Hauptstadt von Marokko mit seiner imposanten Brücke.

In Kenitra sind wir mal wieder kurz nach Sonnenuntergang angekommen, schnell auf einen Campingplatz gefahren und dann wollten wir zum Abschluss noch einmal gemütlich Fisch am Meer essen. Leider gestaltete sich auch dieser Abend als schwierig. Die Stadt Kenitra war viel größer als wir dachten und wir fuhren „stundenlang“, zum Teil durch Baustellen und verwinkelte kleine Gässchen, bis wir endlich in der Nähe des Meeres angelangt waren. Mir war schon halb schlecht, ich hatte Kopfschmerzen und eigentlich war mir das Essen schon vergangen. Ich dachte irgendwie, das Neue Jahr fängt dieses Jahr gar nicht gut an und jetzt geht es gerade so weiter…

Letztendlich haben wir die nächst beste Möglichkeit beim Schopf gepackt und direkt vor einem Restaurant geparkt, das nach Fisch aussah.

Endlich am Tisch, hatten wir vor lauter schlechter Laune alles mögliche bestellt – erst einmal für jeden einen Salat mit Thunfisch… (ich hatte keine Ahnung, wie groß der Teller sein würde)

dann einen Cocktail zu Trinken (jede Menge Obst – ohne Alkohl versteht sich), macht aber auch ganz schön satt und war seeehr lecker. Dann frittierte Tintenfischringe mit Remoulade und zum Schluss für jeden von uns einen Grillteller voll Fisch. Ich habe das alles nicht geschafft. Das war ganz schön vieeeeeel!!!!!!

Danach sind wir todmüde und mit vollem Bauch zurück zum Campingplatz gefahren und direkt ins Bett gefallen.