26 – Noch 1 Tag Agadir und weiter nach Essaouira

26 – Noch 1 Tag Agadir und weiter nach Essaouira

Wir haben beschlossen, noch einen faulen Sonnentag in Agadir stehenzubleiben. Schauen jeden Tag den Wetterbericht und es scheint die beste Idee zu sein, hier noch einen Tag länger zu bleiben und die Sonne und das Meer zu genießen. Hannes hat morgens ein paar Aufnahmen gemacht. Hier sind jede Menge freilaufende Hunde, aber auch Reiter sieht man hin und wieder am Strand entlanggaloppieren…

Ziemlich genau zum Sonnenuntergang zogen Wolken auf. Da haben wir beschlossen, eine kurze Strecke im Dunkeln weiterzufahren, damit wir langsam nach Norden kommen. Das erste Dorf sah im Dunkeln aus wie ein Skiort – ist aber ein Surf-, Kite- und Wellenreiterparadies mit lauter netten Kneipen und jede Menge Shops zum Bummeln. Überall waren junge Leute in den Pubs und gerne hätten wir da noch mehr Zeit verbracht. Aber den Ort merken wir uns fürs nächste Mal, falls wir noch einmal nach Marokko fahren – Inshallah!

Surferparadies Taghazout bei Agadir

Surferparadies Taghazout bei Agadir

Sehr weit sind wir nicht gekommen – nach ca. 120 km, dann haben wir uns in einem kleinen Ort kurz nach einem Leuchtturm an die Straße gestellt und geschlafen.

Leuchtturm auf dem Weg nach Essouira

Leuchtturm auf dem Weg nach Essouira

Jetzt waren es nur noch 70 km bis Essaouira

und wir kamen direkt bei den Arganölverkäufern an der Straße vorbei. Dieser Streckenabschnitt war besonders schön, weil sich die Straße mitten durch die Arganbäume schlängelt. Und immer wieder sieht man Ziegen in den Bäumen und wir wissen jetzt auch, warum! Hannes hat im Reiseführer gelesen, daß die Ziegen erheblich zur Arganölherstellung beitragen. Wenn ihr jetzt hört, wie das geht, will wahrscheinlich keiner mehr was von unserem an der Straße gekauften Öl. Also: sie fressen die ganzen Nüsse und „im Nachgang“ scheiden sie die Samen diskret durch eine andere Körperöffnung wieder aus! Das sind dann die Samen, die zum Mahlen verwendet werden und aus welchen das Öl gewonnen wird!. Igitt, dachten wir nur und hoffen, daß unsere Kerne vom Boden aufgelesen wurden (die Methode gibt es auch und die wird hauptsächlich angewandt!!!)

Die Arganölherstellung ist hauptsächlich Frauensache. Es haben sich sehr viele Frauenkooperativen gebildet, in den Frauen € 4,50 am Tag verdienen für ihre Arbeit. Eine Frau kann laut Reiseführer 1 l Arganöl am Tag herstellen. Deshalb kostet 1 Liter Arganöl in den Kooperativen auch 40 Euro. Eigentlich hätten wir das auch gerne unterstützt… an der Straße kann man das Öl aber für die Hälfte bekommen und das war uns dann lieber. Wir haben auch gleich zweimal welches gekauft, da wir den gleichen Händler vom letzten Jahr wiedererkannt hatten:

Arganölhändler vom letzten Jahr

Arganölhändler vom letzten Jahr

Endlich in Essaouira angekommen, haben wir uns gleich in die Medina aufgemacht. Wir wollten mal wieder Fisch essen, wie im letzten Jahr. Das ganze Essen mit selbst ausgesuchtem Fisch und Meeresgetier, Salat und Getränk kostete 15 Euro für beide zusammen. Das geht doch, oder?!?

Aber vorher sind wir noch „stundenlang“ durch die Medina geschlendert und haben das eine oder andere gekauft. Zum Beispiel zwei hübsche Lampen für die Terrasse (die rostfarbenen in der Mitte des Bildes). So langsam klappt es auch mit dem Handeln immer besser. Er wollte zuerst 500 Dirham für beide Lampen und zum Schluss haben wir beide für 260 Dirham bekommen (also 13 Euro für eine).

Lampen in Essaouira

Lampen in Essaouira

Hier noch ein paar Bilder aus Essouira, bevor wir jetzt gleich noch einmal in die Medina gehen. Das Wetter ist leider jetzt schlechter geworden. Es hat die ganze Nacht geregnet und ist sehr kalt. Wir wollen noch einmal bummeln und dann geht’s weiter nach Oualidia (da waren wir letztes Jahr auch schon – als wir direkt am Strand Fisch gegessen hatten…)

Essaouira

25 – Weiter geht’s Richtung Agadir

25 – Weiter geht’s Richtung Agadir

Weit sind wir nicht gekommen – sind ja erst spät nachmittags von Mbarek weitergefahren. Aber immerhin vielleicht 100 km weit, bis in die Nähe des Platzes, an dem wir im letzten Jahr das nette Pärchen aus Rosenheim wiedergetroffen hatten, die wir auf der Fähre kennengelernt hatten. Wir haben noch regen Kontakt mit ihnen. Sie sind dieses Jahr in Ungarn in einer Therme und überwintern dort.

Unser Stellplatz war mal wieder direkt am Atlantik

und unterhalb der Klippen fand ein reges „Strandleben“ statt. Wahrscheinlich sind es Fischerhütten, wir wissen es nicht. Man sieht sie von oben kaum, aber Hannes ist mal nach unten gelaufen (morgens, während ich mal wieder was gemacht habe? Ja genau, noch ein bißchen weitergeschlafen,…) Daß dort unten so viele Menschen waren, hat uns deshalb gewundert, weil wir ziemlich weit auf einer Piste dorthin gefahren sind und gar nicht damit gerechnet hätten, daß da überhaupt noch jemand ist.

Am nächsten Morgen gesellte sich ein frei laufender Hund zu uns,

den Hannes liebevoll gefüttert hat. Wir hatten gerade eine Wurstdose offen und der Käse hat ihm auch ganz gut geschmeckt. Hab die beiden mal heimlich beobachtet: „Erst ich ein Stückchen, dann Du den Rest“, hat Hannes zu dem Hund gesagt. Hannes hat immer zuerst ein Stück Käse abgebissen und dann dem Hund den Rest gegeben. So ging es, bis der Käse alle war. Danach gab’s noch frisches Wasser aus einem selbstgebastelten Trinknapf (leere Milchtüte aufgeschnitten). Die beiden waren sehr zufrieden, wie es schien!

Netter Hund gesellt sich zu uns beim Frühstück

Netter Hund gesellt sich zu uns beim Frühstück

Danach sind wir weitergefahren und trafen auf eine Schafsherde mit ihrem Hirten. Sie winken meistens freundlich. So etwas trifft man natürlich nur, wenn man auf keiner asphaltierten Straße fährt (also auf der sogenannten Piste)…

Schafe auf der Weiterfahrt

Schafe auf der Weiterfahrt

Danach ging’s zurück auf die größere Hauptstraße, wir wollten ein Stück vorankommen. Die nächste große Stadt war Agadir.

Zufällig ging uns das Benzin direkt neben einer Tankstelle aus… aber mit dieser Situation kennen wir uns schon ganz gut aus, das passiert eigentlich regelmäßig. Wir schalten dann die Pumpe ein, die Benzin vom Zusatztank in den normalen Tank pumpt und Hannes entlüftet vorne etwas (was, weiß ich leider nicht). Ich muß dann jedenfalls den Gang rausnehmen und darf den Hanomag starten. Bisher hat es immer einwandfrei geklappt. Haben dann aber doch gleich noch vollgetankt. Ich hab dann in der Nähe einen Baum gesehen, der wie ein Arganbaum aussah und hab ihn mal fotografiert – es war auch einer, wie sich später herausgestellt hat:

Arganbaum

Arganbaum

Agadir haben wir weiträumig umfahren, als plötzlich vor uns ein Auto mit Surfbrettern auf dem Dach Richtung Strand abgebogen ist. Hannes ist denen geistesgegenwärtig  gefolgt und so gelangten wir an einen tollen Sandstrand, an dem sehr viele Wellenreiter im Wasser auf die nächste Welle gewartet haben. Hier wollten wir Kaffee Pause machen. Da wir aber auch etwas hungrig waren, gab es vorher Spaghetti mit Zucchini. Als der Kaffee gerade in „Bearbeitung“ war, kam ein Händler und wollte uns etwas verkaufen. Hannes war sehr desinteressiert!!! Ich wollte nur aus Höflichkeit mal sehen, was er denn anzubieten hatte und siehe da, es waren Berliner. Na das passte ja zu unserem Kaffee!!! Er hatte zufällig noch 2 Stück – einer mit Schokolade und einer mit Vanillepudding. O.K., bei uns schmecken sie anders, aber mir haben sie geschmeckt.

Als wir so dasitzen und uns überlegen, wie wir weiterfahren sollen, schauen wir rein zufällig bei Wetter.de rein und müssen feststellen, daß das Wetter in den nächsten Tagen schlechter werden soll, besonders nach Norden, wo wir hinfahren müssen. Da haben wir kurzerhand beschlossen, hierzubleiben und die Sonne zu genießen, solange sie noch da ist. Bei Regen können wir ja immer noch größere Streckenabschnitte machen…

Gesagt, getan, sprang Hannes in die Fluten

und gesellte sich zu den Wellenreitern ins Meer!!!! Es war herrlich, super warm ca. 26 Grad (Luft), Wasser vielleicht 19 Grad, Sonne pur, satt und glücklich, daß wir hier sein durften, bleiben wir bis morgen mindestens noch hier.

Nachdem wir den Sonnenuntergang genossen hatten, haben wir gefaulenzt. Zum Abschluss haben wir uns einen leckeren Octopussalat gemacht mit geröstetem Brot (der Octopus war noch von Mbarek’s Fang, den er uns gestern geschenkt hatte).  Wir können unser Glück kaum fassen und jetzt fallen wir gleich in Tiefschlaf!!!!

Octopussalat selbstgemacht

Octopussalat selbstgemacht

 

 

In der Nähe von Agadir