27 – Essaouira und Weiterfahrt nach Lalla Fatna

27 – Essaouira und Weiterfahrt nach Lalla Fatna

 

Gestern haben wir noch einmal den Lampenladen vom Vortag aufgesucht, um auch noch zwei größere Laternen für unsere Terrasse zu kaufen. Die Verhandlungen gestalteten sich jedoch schwieriger als am Tag zuvor. Wir hatten uns schon vorher überlegt, daß wir bis zu 50 Euro pro Laterne bezahlen würden, wußten aber überhaupt nicht, wieviel sie kosten würden. Nach dem Preis gefragt, sagte er 40 Euro für eine Lampe. Da hätten wir eigentlich gleich zuschlagen können – wollten wir aber nicht, schließlich kann man den Preis ja noch verhandeln… Er sagte aber gleich, daß da nichts mehr zu machen sei und dass das sein letzter Preis wäre.

Na ja, nach langem hin und her, hat er dann noch etwas nachgegeben und wir haben die Lampen für 35 Euro je Stück bekommen. Sie sind zwar ein bißchen sperrig, aber wir haben das Auto fast leer „gegessen“, sprich keine Vorräte mehr, da passt es schon. Es sind die beiden großen schwarzen Lampen links. Schwarz passt eigentlich nicht so gut zu unserem Holz, aber Hannes will sie noch sandstrahlen und dann wird es irgendwann so rostig aussehen, wie die Laternen rechts. Die gefallen uns besser…

Lampen in Essaouira

Lampen in Essaouira

Die Lampen sahen verpackt wie zwei Raketen aus

und da sie so sperrig waren, haben wir sie erst einmal zum Auto geschleppt. Das hatten wir vorsorglich direkt am Eingang zur Medina geparkt, damit der Weg nicht so weit ist. Dann wollten wir eigentlich einen Fisch am Hafen kaufen und ihn uns braten lassen, wie wir das letztes Jahr direkt am Hafen bei anderen gesehen hatten. Zum Glück hat uns kein Fischstand so richtig gut gefallen und wir haben ohne Fisch einen Rundgang an Hafen gemacht, um festzustellen, daß es die Fischbratstelle vom letzten Jahr gar nicht mehr gab. Gott sei Dank hatten wir keinen Fisch gekauft.

Dann war es aber auch schon wieder Zeit für eine Fischmahlzeit in den Zelten, in denen wir gestern auch gegessen hatten. Für 15 Euro hatten wir gestern eine riesige Fischplatte mit Salat und Brot und einem Getränk für jeden von uns. Heute wollten wir nur großen Fisch und sonst nichts, dafür mit Pommes frites – hat heute 18 Euro gekostet zusammen. Das geht ja noch – für unsere Verhältnisse ist es allemal günstig, gell?!? Leider kam der vorhergesagte Regen tatsächlich und wir beschlossen, ein bißchen weiterzufahren. Dafür haben wir unterwegs immer mal wieder einen Regenbogen gesehen.

Unsere Fahrt führte uns durch den Ort Safi – eine Stadt mit einem riesigen Hafen und jeder Menge Chemie. Wir hatten trotzdem Lust auf einen Kaffee und haben eine Pause eingelegt. Da hat es plötzlich ganz laut gerumpelt, als wäre ein Hubschrauber im Anflug. Das war in Wirklichkeit ein ziemlich langer Güterzug, der an uns vorbeituckerte. Kurz danach haben wir unseren ersten Unfall gesehen. Ein Auto hatte sich überschlagen. Der Krankenwagen war schon da und ein Verletzter lag drin, die Tür stand offen. Also da bin ich schon erschrocken und dachte, hoffentlich müssen wir nie in so einem Krankenwagen liegen.

Das war nur so eine rote Pritsche und er lag auf der Seite liegend drin. Der andere Verletzte konnte noch laufen, nur sein Arm sah komisch verdreht aus. Was mich gewundert hat war, daß alle Autos stehengeblieben sind an der Unfallstelle, um da zuzuschauen. Es war komischerweise auch kein anderes Auto beteiligt, wahrscheinlich hat er mit dem Handy gespielt und ist von der Straße abgekommen. Oder er hatte Aquaplaning, das war heute die ganze Strecke über besonders schlimm. Überall bildeten sich riesige Pfützen und die Straßen waren teilweise überflutet. Jedenfalls waren beide am Leben und das war das Wichtigste. Wir sind als einzigste weitergefahren…

Dann kam ein Stellplatz, den wir letztes Jahr schon einmal angeschaut hatten, aber nicht übernachtet. Dieses Mal wollten wir dortbleiben. Es ging eine steile Serpentinenstraßen hinunter zum Strand. Und auch wenn niemand außer uns dort war, saß dort ein Mann und hat 3 Euro kassiert für’s Übernachten. Der Platz ist wirklich sehr schön und das Naturschauspiel mit dem Regenbogen konnten wir mehrfach genießen.

Die Bilder hat alle Hannes am nächsten Morgen gemacht. Nachts hat es wirklich schrecklich geregt und gestürmt. War schon ein bißchen unheimlich. Auch hier gab es jede Menge freilaufende Hunde – habe sogar Welpen gesehen. Und jetzt weiß ich auch, wie sie gemacht wurden (allerdings waren das hier zwei Rüden, hat Hannes gesagt)

Zwei Rüden am Stellplatz in Lalla Fatna

Zwei Rüden am Stellplatz in Lalla Fatna

 

Lalla Fatna

26 – Noch 1 Tag Agadir und weiter nach Essaouira

26 – Noch 1 Tag Agadir und weiter nach Essaouira

Wir haben beschlossen, noch einen faulen Sonnentag in Agadir stehenzubleiben. Schauen jeden Tag den Wetterbericht und es scheint die beste Idee zu sein, hier noch einen Tag länger zu bleiben und die Sonne und das Meer zu genießen. Hannes hat morgens ein paar Aufnahmen gemacht. Hier sind jede Menge freilaufende Hunde, aber auch Reiter sieht man hin und wieder am Strand entlanggaloppieren…

Ziemlich genau zum Sonnenuntergang zogen Wolken auf. Da haben wir beschlossen, eine kurze Strecke im Dunkeln weiterzufahren, damit wir langsam nach Norden kommen. Das erste Dorf sah im Dunkeln aus wie ein Skiort – ist aber ein Surf-, Kite- und Wellenreiterparadies mit lauter netten Kneipen und jede Menge Shops zum Bummeln. Überall waren junge Leute in den Pubs und gerne hätten wir da noch mehr Zeit verbracht. Aber den Ort merken wir uns fürs nächste Mal, falls wir noch einmal nach Marokko fahren – Inshallah!

Surferparadies Taghazout bei Agadir

Surferparadies Taghazout bei Agadir

Sehr weit sind wir nicht gekommen – nach ca. 120 km, dann haben wir uns in einem kleinen Ort kurz nach einem Leuchtturm an die Straße gestellt und geschlafen.

Leuchtturm auf dem Weg nach Essouira

Leuchtturm auf dem Weg nach Essouira

Jetzt waren es nur noch 70 km bis Essaouira

und wir kamen direkt bei den Arganölverkäufern an der Straße vorbei. Dieser Streckenabschnitt war besonders schön, weil sich die Straße mitten durch die Arganbäume schlängelt. Und immer wieder sieht man Ziegen in den Bäumen und wir wissen jetzt auch, warum! Hannes hat im Reiseführer gelesen, daß die Ziegen erheblich zur Arganölherstellung beitragen. Wenn ihr jetzt hört, wie das geht, will wahrscheinlich keiner mehr was von unserem an der Straße gekauften Öl. Also: sie fressen die ganzen Nüsse und „im Nachgang“ scheiden sie die Samen diskret durch eine andere Körperöffnung wieder aus! Das sind dann die Samen, die zum Mahlen verwendet werden und aus welchen das Öl gewonnen wird!. Igitt, dachten wir nur und hoffen, daß unsere Kerne vom Boden aufgelesen wurden (die Methode gibt es auch und die wird hauptsächlich angewandt!!!)

Die Arganölherstellung ist hauptsächlich Frauensache. Es haben sich sehr viele Frauenkooperativen gebildet, in den Frauen € 4,50 am Tag verdienen für ihre Arbeit. Eine Frau kann laut Reiseführer 1 l Arganöl am Tag herstellen. Deshalb kostet 1 Liter Arganöl in den Kooperativen auch 40 Euro. Eigentlich hätten wir das auch gerne unterstützt… an der Straße kann man das Öl aber für die Hälfte bekommen und das war uns dann lieber. Wir haben auch gleich zweimal welches gekauft, da wir den gleichen Händler vom letzten Jahr wiedererkannt hatten:

Arganölhändler vom letzten Jahr

Arganölhändler vom letzten Jahr

Endlich in Essaouira angekommen, haben wir uns gleich in die Medina aufgemacht. Wir wollten mal wieder Fisch essen, wie im letzten Jahr. Das ganze Essen mit selbst ausgesuchtem Fisch und Meeresgetier, Salat und Getränk kostete 15 Euro für beide zusammen. Das geht doch, oder?!?

Aber vorher sind wir noch „stundenlang“ durch die Medina geschlendert und haben das eine oder andere gekauft. Zum Beispiel zwei hübsche Lampen für die Terrasse (die rostfarbenen in der Mitte des Bildes). So langsam klappt es auch mit dem Handeln immer besser. Er wollte zuerst 500 Dirham für beide Lampen und zum Schluss haben wir beide für 260 Dirham bekommen (also 13 Euro für eine).

Lampen in Essaouira

Lampen in Essaouira

Hier noch ein paar Bilder aus Essouira, bevor wir jetzt gleich noch einmal in die Medina gehen. Das Wetter ist leider jetzt schlechter geworden. Es hat die ganze Nacht geregnet und ist sehr kalt. Wir wollen noch einmal bummeln und dann geht’s weiter nach Oualidia (da waren wir letztes Jahr auch schon – als wir direkt am Strand Fisch gegessen hatten…)

Essaouira