Nachtrag Mbarek

Nachtrag Mbarek

Hab gerade die Bilder noch einmal angeschaut und gesehen, daß ich ein paar schöne Bilder vergessen habe und die will ich euch nicht vorenthalten.

Als wir Mbareks Tiere angeschaut haben, hatten Mbarek und Hannes mal eine Ziege im Arm…

So sah unser Frühstück in der Küche bei Mbarek aus. Es gab selbst gebackenes Brot, das in Olivenöl eingetunkt wurde und Honig. Gesessen wird ausschließlich auf dem Boden. Nach dem Frühstück hat uns Mbarek noch ein paar Kaktusfrüchte angeboten, die wir gerne genommen haben. Sie schmecken eigentlich nicht schlecht, haben ein paar große Kerne, die man aber mitessen kann. Man muss nur aufpassen und darf sie nicht mit den Händen anfassen… sie stacheln sehr…

In seinem Dorf wohnen ca. 25 Personen. Er hat 8 Geschwister, die fast alle außer Haus sind. Es wohnt nur noch 1 Bruder bei der Mutter, der die Tiere hütet und Mbarek kommt oft vorbei und hilft mit. Er wohnt ja sonst in seinem Verschlag am Meer, wo er fischen kann.

Zum Abschluss hat uns Mbarek noch sein neu gebautes Haus gezeigt, das die Geschwister für die Mutter im Dorf gebaut haben. In dieses will sie aber nicht einziehen. Sie will lieber in ihrem alten Haus bleiben. In dem neuen Haus gibt es aber leider auch kein fließendes Wasser und die Zimmer sind auch mehr oder weniger leer. Stühle oder Tische haben wir nicht gesehen.

Wiedersehen mit Günter, Sieglinde und Mbarek

Wiedersehen mit Günter, Sieglinde und Mbarek

Nachdem wir mal wieder am Atlantik weiter nach Süden runtergefahren sind, stand für uns fest, einen Stopp in Sidi Wassay unterhalb von Agadir einzulegen, um Günter und Sieglinde aus Rosenheim zu überraschen. Die beiden hatten wir vor 2 Jahren auf der Fähre von Genua nach Tanger kennengelernt und damals schon auf demselben Campingplatz zufällig wiedergetroffen. Diesmal wussten wir schon vorher, daß sie dort waren. Nur die beiden wussten nicht, daß wir kamen… wir sind halt gerne für eine Überraschung gut.

Leider kamen wir erst im Dunkeln an und mir ging es nicht wirklich gut. Wir hatten unterwegs eine Tajine mit Fleisch und Gemüse gegessen und uns zusätzlich Hackfleischbällchen braten lassen. Das muss mir irgendwie nicht bekommen sein, denn ich hatte die ganze Nacht Brechdurchfall. Deshalb ist auch unser Sektfrühstück erst einmal ins Wasser gefallen. Dennoch haben wir den Abend zusammen verbracht und hatten uns viel zu erzählen. Die beiden sind weit gereist und uns sehr ans Herz gewachsen.

Deshalb sind wir auch nur schweren Herzens am nächsten Mittag weitergefahren. Da wir nun schon einmal so weit unten waren, konnten wir auch gleich noch Mbarek besuchen, den wir auch bei unserer ersten Tour vor 2 Jahren kennengelernt hatten. Und obwohl er nicht zu Hause war und unseren Steyr noch nicht kannte, muss er uns vom Strand unten gesehen haben, denn er kam plötzlich von ganz unten vom Meer den steilen Berg hochgerannt und hat sich riesig gefreut, uns zu sehen.

Während wir auf ihn gewartet haben, ist uns aufgefallen, daß er sein ‚Haus‘ etwas vergrößert und einen kleinen Garten angelegt hat. Er liebt Landwirtschaft und Fischen und das merkt man einfach.

Diesmal hatten wir die Idee, für ihn etwas zu kochen und haben uns für Rindsrouladen mit Blaukraut und Pommes entschieden, da wir nur 2 Flammen haben, aber einen Backofen für die Pommes. Kaum waren die Pommes im Ofen, kam auch schon die Polizei und hat uns klar gemacht, daß wir hier auf keinen Fall länger stehen bleiben könnten, weil es zu gefährlich sei. So mussten wir an einen geeigneten Parkplatz in Sichtweite fahren, wo wir bewacht stehen konnten. Dann konnte das Essen fertig gekocht werden (die Rouladen waren aus der Dose und der Rotkohl aus dem Glas). Wir waren sehr gespannt, wie Mbarek wohl das deutsche Essen schmecken würde. Na jedenfalls hat er alles aufgegessen!!!

Am nächsten Morgen war Sonntag und in Sidi Ifni ist dort immer Souk (Markt). Da sind wir gemeinsam hingefahren, um für ihn und seine Mutter, die in den Bergen in der Nähe lebt, einzukaufen. Ihr glaubt gar nicht, wie günstig man als Berber die Sachen bekommt. Wir hatten mehrere Taschen voll Gemüse, Obst, Brot und Olivenöl und haben weniger als 10 Euro bezahlt. Das war ein besonderes Erlebnis für uns und obwohl wir es schon geahnt hatten, war uns im Anschluss klar, daß wir als Touristen immer mehr bezahlen. Aber wir wollen nicht meckern, wahrscheinlich haben wir auch mehr und dann ist es schon in Ordung.

Jedenfalls ging es danach in die Berge zu seiner Mutter. Sein Vater ist bereits gestorben und so lebt sie alleine mit einem Bruder und Mbarek in einem Steinhaus ohne fließend Wasser. In diesem Haus sitzen alle auf dem Boden und hier sind auch alle 9 Kinder geboren worden und aufgewachsen. Wir wurden so herzlich empfangen wie selten. Es war ein ganz besonders schönes Erlebnis für uns, den Tag in den Bergen mit seiner Familie verbringen zu dürfen und so tiefe Einblicke in die Kultur der Berber zu bekommen.

Ein besonderes Zeremoniell ist die Teezubereitung, die mit einem Gaskocher in der Küche auf dem Boden zelebriert wird. Dafür wird der Tee mehrfach in Gläser eingegossen, um ihn direkt wieder zurück in die Kanne zu schütten. Der Sinn dahinter ist uns verborgen geblieben, zumal ich das Ergebnis zu stark, ein wenig zu bitter und dafür zu viel Zucker reingemacht wird, daß ich manchmal dachte, weniger wäre vielleicht besser. Also ich meine weniger Tee rein tun und nicht so lange ziehen lassen, dann wäre er vielleicht nicht so bitter und man bräuchte nicht so viel Zucker. Da wir nicht so viel Zucker wollten, hat dem Rest der Familie der Tee gar nicht mehr geschmeckt und wir mussten alle nachsüssen. Das war aber alles ganz lustig und wir haben mit Händen und Füssen eine wunderbare Konversation betrieben.

Danach sind wir spazieren gegangen und Mbarek hat uns seine Tiere gezeigt. Sie haben Ziegen, Schafe, Hühner, 2 Esel und jede Menge Kaktusfeigen, Arganbäume und Kräuter und Gemüse. Dieses Jahr war es nicht so trocken wie letztes Jahr und das konnten wir sehen, weil es viel grüner war als im letzten Jahr. Ganz in der Nähe war ein Brunnen, aus dem wir ebenfalls Wasser geholt und gekostet haben.

Leider waren wir nicht so schnell wie Mbarek normalerweise läuft uns so war es stockdunkel, als wir über die Berge und Stock und Stein wieder an dem Haus seiner Mutter waren.

Dennoch haben sie uns bereits erwartet – zufällig war auch ein anderer Bruder aus Agadir zu Besuch – und es wurde das Feuer für die Tajine zum Abendessen angefacht. Mit der Glut wurde danach ein Kocher bestückt und danach hat Mbarek die Tajine vorbereitet. Zuerst die Karotte, dann kam ein von ihm gefangener Fisch rein, Kartoffeln, Tomaten, Zitronen, Olivenöl und Gewürze. Danach sind wir mit der Tajine in einen anderen Raum gegangen, in dem sie immer gemeinsam essen. Auch dort sitzen alle auf dem Boden, es liegen aber Teppiche aus und jeder hat ein schweres Kissen zum Anlehnen…

Hier haben wir dann keine Fotos mehr gemacht, weil wir nicht unhöflich sein wollten. Es war aber sehr lustig, weil es mit Händen und Füssen eben manchmal Verständigungsschwierigkeiten gibt, die dann pantomimisch dargestellt wurden, um es besser zu erklären… Mbarek war so glücklich, das hat man richtig gemerkt. Er hat uns erklärt, daß wir die ersten Touristen seien, die jemals bei ihnen zu Hause sein durften und das war eine ganz besondere Ehre für uns. Seine Mutter war richtig stolz auf ihn, hatte man den Eindruck. Sie ist wirklich eine sehr warmherzige Frau.

Wir haben uns dann in den Steyr vor der Tür gelegt und am nächsten Morgen gab es noch einmal ein gemeinsames Frühstück für uns. Seine Mutter hatte schon früh Brot gebacken und das wird dann in Stücke gebrochen und in Honig und/oder Olivenöl getunkt und zusammen mit Tee gegessen. Das macht komischerweise ziemlich satt, wie wir gemerkt haben.

Schweren Herzens haben wir uns danach verabschiedet und haben Mbarek wieder zu seiner Hütte am Stellplatz auf den Klippen zurückgefahren. Wir werden ihn sicher nächstes Jahr wieder besuchen und darauf freuen wir uns schon heute. Der Abschied war wie immer sehr traurig!!!!!!

24 – Ein schöner Tag mit Mbarek

24 – Ein schöner Tag mit Mbarek

Hier ist nun Mbarek, als er uns morgens seinen frisch gefangenen Octopus gebracht hat:

Mbarek mit seinem Octopus

Mbarek mit seinem frisch gefangenen Octopus am nächsten Morgen

Nachdem wir ihn in sein Dorf in den Bergen gefahren hatten, haben wir noch ein Foto gemacht, was er dort arbeiten musste an dem Tag. Er ist in einen 6 m tiefen Schacht geklettert und hat dort den Dreck rausgeschaufelt Der Schacht war eigentlich ein Brunnen mit Wasser für das Dorf. Wahrscheinlich war das Wasser verschmutzt. So genau haben wir es nicht verstanden. Elektrischen Strom hatten sie schon, nur Wasser ist ein großes Problem in den Bergen, bzw generell in Marokko. Deshalb wird es auch sehr sparsam verwendet und nichts verschwendet.

Dann sind wir erst mal zurück zu einer anderen Stelle an die Klippen gefahren. Dort habe ich den Blog geschrieben und Hannes hatte sich die Zeit mit Drohne fliegen vertrieben! Nachdem sie abgestürzt war, hat er sie auseinander genommen und ich hab ein bißchen gesonnt. Das Wetter war phantastisch – purer Sonnenschein, Meeresrauschen, ein genialer Ausblick von der Klippe oben, auf der wir stehen und ein paar Fischer vor uns, die direkt an den Klippen angeln:

Die Drohne ist wahrscheinlich kaputt… deshalb haben wir sie erst mal weggepackt und sind nach Sidi Ifni in den Ort gefahren. Wir wollten für Mbarek noch ein paar Kleinigkeiten besorgen – als Überraschung… (eine Telefonkarte für Internet, Zigaretten,..) in dem kleinen Souk gab es wie meistens allerlei Gemüse, Fleisch, Fisch, Obst, Brot,… eigentlich alles, was man so braucht zum Leben. Dann sind wir zurück zu seiner kleinen Hütte an den Klippen gefahren. Er stand schon an der Straße und hat auf uns gewartet. Am Platz angekommen, wollte er den gekochten Octopus kleinschneiden. Leider hatte ich das nicht kapiert, daß ich ihn schon hätte kochen sollen – das dauert nämlich ganz schön lange. Na ja, das hat er dann kurzerhand selbst übernommen.

Er hat die Octopusse in einem Topf mit ein bißchen Salz und Zitronensaft auf kleiner Flamme mehr ziehen lassen, als gekocht. Das hat über eine Stunde gedauert. Dann sollte er ein wenig abkühlen und anschließend hat er ihn kleingeschnitten. Dann kamen noch Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Kartoffeln und Tomate dazu. Dann einige Gewürze, wie Salz, Pfeffer, unser marokkanisches Gewürz, das wir letztes Jahr gekauft hatten bei Omar auf dem Campingplatz und reichlich Petersilie obendrauf. Ach und Olivenöl kam auch noch irgendwann dazu. Jetzt ging die Tajine wieder auf den Herd und das hat nochmal vielleicht eine halbe Stunde gedauert. Den Deckel hat er vorher gewässert (hoffentlich habe ich jetzt nichts vergessen).

Dann wurde es noch richtig romantisch! Der Mond ging auf und es war Vollmond!!! Deshalb vielleicht auch das geniale Wetter! Das hat übrigens höchstens eine Minute gedauert, dann ging er hinter den Bergen auf!

Vollmond bei Mbarek

Vollmond bei Mbarek

Gegessen haben wir dann drinnen. Es wird abends schon kühl und die Marokkaner scheinen Kälte nicht gewöhnt zu sein, sie sind oft viel wärmer angezogen als wir. Auf jeden Fall hat die Tajine köstlich geschmeckt!!!!!!!!!! Es war so ein schöner Abend, den wir gemeinsam im Hanomag verbracht haben. Mbarek hat ein bißchen arabische Musik mit seinem Handy gemacht und wir haben uns so gut es geht unterhalten. Später kam noch ein Freund von ihm vorbei, der in der Nähe seine Bienenvölker hat und Honig verkauft. Er konnte aber leider kein Wort französisch oder englisch, sodaß er nach einer Weile wieder gegangen ist. Mbarek, Hannes und ich haben nach dem köstlichen Essen noch unsere Süssigkeiten vernascht und sind bis Mitternacht zusammen gesessen. Es war so ein schöner und lustiger Abend für uns alle – glückselig sind wir ins Bett gefallen!

Am nächsten Morgen kam Mbarek wieder mit seinem Fischfang zu uns an den Hanomag. Wir waren gerade aufgestanden, da war er bereits zwei Stunden beim Fischen. Morgens ist zur Zeit Ebbe und da kann er von den Klippen unten am Meer alles mögliche fangen. Auf dem Bild hier ist noch nicht ganz Ebbe, bzw. schon wieder Flut…

Hier fängt Mbarek seine Fische morgens bei Ebbe

Hier fängt Mbarek seine Fische morgens bei Ebbe

Heute waren es Krabben, Meeresschnecken und wieder Octopusse. Da er heute keine Arbeit hatte, haben wir den Tag bis nachmittags zusammen verbracht. Er hat erst einmal die Krabben gekocht. Die haben wir dann zusammen zum Frühstück gegessen. Wir hätten nicht gedacht, daß wir einmal Krabben zum Frühstück essen würden. Aber es hat wunderbar geschmeckt und Spaß gemacht. Obwohl ich die wahrscheinlich nicht hätte fangen könnte. Sie haben noch gelebt, als er sie gewaschen hat und die beißen!!!!!!!!!!!!! (oder zwicken jedenfalls) – als sie in den Topf kamen, haben sie auch noch gelebt. Ich hab einfach nicht hingeschaut! Gegessen haben wir sie trotzdem.

Dann sind wir ein Stück an den Klippen entlang gelaufen und haben jetzt erst gesehen, was für ein Treiben dort unten herrscht. Dort standen Quads, Surfbretter und plötzlich landete auch noch ein Tandem mit einem Gleitschirm direkt am Strand. Ein Restaurant und eine kleine Auberge waren auch dort unten. Das hatten wir letztes Jahr noch nicht gesehen. Man muß schon ganz nach vorne laufen, um das alles sehen zu können. Wir hatten zwar schon Leute laufen sehen unten, hatten aber keine Ahnung, wie sie dort hingekommen sind.

Leider mussten wir uns dann verabschieden!!!!! Das war seeeeehr traurig. Mbarek hat uns noch die Meeresschnecken vorbereitet zum Kochen – also gewaschen, das Schneckengehäuse kaputt gemacht mit einem Stein und die Schnecken gründlich von allem befreit.

Mbarek bereitet die Schnecken vor

Mbarek bereitet die Schnecken vor

 

Die sollten wir mitnehmen. Dann hat er uns seine Tajine geschenkt und zur Krönung bekam Hannes noch sein grünes Berbertuch, das er immer über den Kopf gewickelt trug. Das hat er extra noch von seiner Mutter waschen lassen, damit es auch sauber ist! Hannes war zu Tränen gerührt. Am liebsten wären wir dort geblieben!!!

 

Aber Inshallah sehen wir uns vielleicht irgendwann wieder!!!!!!!

 

Ein schöner Tag mit Mbarek in der Nähe von Sidi Ifni

23 – Immer noch Silvester und Neujahr

23 – Immer noch Silvester und Neujahr

Wir hatten so einen schönen Tag gestern, daß ich erst mal alles aufschreiben muß. Hier geht es noch von Silvester weiter…

Wir sind dann durch das kleine Städtchen Sidi Ifni gelaufen, wo oben auf einem Platz ein Kinderspektakel mit Musik und Animation stattfand, Da es abgesperrt war und nur für Kinder, sind wir weitergeschlendert. Irgendwann kamen wir auf einen Markt, wo man alles mögliche kaufen konnte: Gemüse, Obst, Fleisch, Hühner (da hatten unsere Stellplatznachbarn bestimmt das Huhn gekauft) und natürlich auch Fisch!!!!

Leider hatten wir kein Geld mitgenommen, weil wir ja nur mal schauen wollten, wo wir abends esssen gehen könnten… Deshalb war unsere Idee, zurück zum Hanomag zu gehen und mit dem Auto wieder auf dem Markt zu fahren, Fisch zu kaufen und direkt vor Ort braten zu lassen. Auf dem Rückweg sind wir aber in der Nähe unseres Campingplatzes an einem netten Hotel mit lauter Surfern und einem kleinen Restaurant vorbeigekommen. Dort hat man uns einen Zettel mitgegeben, was es dort für ein Silvestermenu gab. Den haben wir im Hanomag genau studiert und uns entschlossen, doch lieber dort hinzugehen.

Die Entscheidung war auch nicht schlecht, zumal das Essen sehr gut geschmeckt hat und nebenbei auch noch Livemusik geboten wurde. Wir hatten eine Vorspeise, die wie kaltes Fisch-Risotto geschmeckt hat – ich hatte dann ein viereckiges Blätterteigtäschchen mit Huhn gefüllt (der Teig war aber irgendwie gezuckert oben). Da das Rindfleisch schon alle war und es nur noch Huhn gab, haben sie für Hannes eine Tintenfisch-Tajine gemacht. Zum Nachtisch gab es ein feines, leckeres Stück Torte mit einem puddingähnlichen Topping – alles zusammen waren wir sehr zufrieden. Den frisch gebrateten Fisch konnten wir ja immer noch an einem anderen Tag essen…

Zurück am Hanomag haben wir erst mal unsere Flasche Sekt geköpft und mit den Nachbarn auf Silvester angestoßen. Sie hatten reichlich Alkoholvorsprung, wie wir gemerkt haben. Es gesellte sich noch ein Berliner zu uns, der ohne Punkt und Komma geredet hat. Er hatte ein Auge zugeklebt (warum, wissen wir nicht – vielleicht hatte er nur noch eins).

An Neujahr haben wir in aller Ruhe gefrühstückt und das Auto klargemacht, Unser zuletzt gebunkertes Wasser war so chlorhaltig, daß wir es kurzerhand abgelassen haben – wir standen ja auf einem Campingplatz und wollten vor der Ausfahrt neues Wasser bunkern. Normalerweise hätte das auch geklappt, wäre da nicht ein Leitungsproblem auf dem Campingplatz gewesen. Sie waren zwar schon dabei, es zu reparieren, solange wollten wir aber nicht warten. Dann sind wir halt ohne Wasser weitergefahren und haben uns unterwegs 10 l Wasser in Kanistern gekauft – das reichte erst einmal.

Unser „Plan“ war, langsam am Atlantik nach oben zu tingeln und uns dafür viel Zeit zu lassen. Ca. 20 km nach Sidi Ifni sind wir wieder an dem Stellplatz vorbeigekommen, an dem wir letztes Jahr den jungen Berber getroffen hatten. Wir haben angehalten und nach ihm Ausschau gehalten. Leider war seine Hütte leer, man konnte aber erkennen, daß er ab und zu dort sein musste. Ganz in der Nähe waren Schafhirten, die wollten wir mal fragen. Wir hatten ja ein Bild auf unserem Blog vom letzten Jahr mit ihm und Hannes. Aber beide Hirten kannten ihn nicht, was uns schon ein wenig gewundert hat, Wir wollten ihm auf jeden Fall ein paar Geschenke dalassen und haben überlegt, wie wir ihm klarmachen können, daß sie von uns sind. Ein Foto von uns hatten wir nicht, sodaß ich auf die Idee kam, das Auto abzumalen und uns beide daneben mit dem Hinweis auf Hannes‘ Größe!

Die Nachricht haben wir ihm dann in seine Hütte gelegt und sind schweren Herzens weitergefahren. Nach kurzer Fahrt haben wir direkt am Meer Rast gemacht und an einem kleinem Lokal etwas gegessen (diesmal Fisch!). Während wir so dasitzen und auf’s Meer schauen, können wir zwei Menschen beobachten, die ca. 1 Stunde lang Yoga gemacht haben.

Während ich das hier schreibe, oberhalb einer Klippe in praller Sonne direkt am Atlantik kommt Hannes mit der Drohne zurück – sie ist leider abgestürzt und ins Wasser gefallen!!!!! Jetzt stinkt sie und liegt direkt vor mir auf dem Tisch! Schade – die Filme haben uns so gut gefallen und es hat super Spaß gemacht, damit zu fliegen.

Nach dem Essen hatten wir gefragt, ob wir an dieser Stelle frei übernachten können. Wir haben zwar nicht ganz verstanden, was er gesagt hat, wollten dann aber lieber doch woanders hin und sind wieder an die Hütte des jungen Berbers zurückgefahren. Leider war er immer noch nicht da. Das Geschenk lag auch unberührt da… und da es mal wieder Sonnenuntergang war, haben wir den erst mal fotografiert.

Ein wenig enttäuscht, daß wir ihn nicht angetroffen haben, saßen wir dann im Hanomag und haben uns die alten Beiträge vom letzten Jahr angeschaut.

Da ruft auf einmal jemand von draußen!

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr er sich gefreut hat, uns zu sehen. Er ist Hannes direkt um den Hals gefallen und auch Hannes war zu Tränen gerührt!! Die Wiedersehensfreude war überwältigend! Wir hatten so einen schönen Abend zusammen und jetzt wissen wir auch, daß er Mbarek heißt und 29 Jahre alt ist. Er lebt mit seiner Mutter und einigen Geschwistern in den Bergen in der Nähe und hat immer mal wieder geschaut von oben, ob er unser Auto sieht. Ich hab selten zwei Menschen gesehen, die sich so sehr gefreut hatten, sich wiederzusehen!!!!  Wie sich herausstellte, hatte er sich mit einer App auf seinem Handy selbst ein wenig deutsch beigebracht und zu unserer Überraschung waren seine Haare ganz kurz. Deshalb hat ihn vielleicht auch niemand erkannt?!?

Während unserer Unterhaltung kamen wir irgendwann auch auf das Fischen zu sprechen und wir fragten ihn, wie man denn Tintenfisch zubereitet. Nachdem er es uns erst erklärt hat, hat er gefragt, wie lange wir denn noch hierbleiben. Er würde uns am nächsten Morgen frischen Tintenfisch angeln und den dürften wir in seiner Tajine zubereiten. Letztendlich haben wir uns dann geeinigt, zusammen zu kochen. Wir sind glückselig ins Bett gefallen und er ist in seiner Hütte entschwunden.

Am nächsten Morgen kam er tatsächlich mit einer großen Schüssel Tintenfischen vom Meer und hat ihn mit uns zusammen gewaschen. Danach wollte er in sein Dorf zurücklaufen, um zu arbeiten. Heute Nachmittag kommt er dann wieder und wir machen den Fisch. Damit er nicht so weit laufen muss (das dauert c a. 1 Stunde), haben wir ihn mit dem Auto in die Berge hochgefahren. Er war so glücklich – und Hannes und ich waren es auch! Ich schreibe jetzt erst heute abend weiter, mehr ist ja noch nicht passiert!!! Bilder von Mbarek sind auch noch auf der Kamera. Das kommt alles morgen!!!

Mbareks Stellplatz an seiner Hütte