08 – Fés, 2. Tag

08 – Fés, 2. Tag

 

Wir haben gestern abend gedacht, es wäre schön, noch einen Tag in Fés zu bleiben. Um uns den weiten Weg vom Campingplatz mit Bus und Taxi zu sparen, haben wir den Campingplatz verlassen und sind mit dem Hanomag direkt zu einem bewachten Parkplatz (Bab Bou Jeloud) gefahren. Unterwegs gab es mal wieder eine Polizeikontrolle, die uns aber bisher immer alle durchgewunken haben – so auch diesmal.

Polizeikontrolle in Fés

Polizeikontrolle in Fés

Kaum angekommen, hat der Parkwächter sich erst mal ausgewiesen und Hannes hat zum Spaß ein Foto von seinem Ausweis gemacht. Gekostet hat es 50 Dirham (5 Euro) und wir können hier auch über Nacht stehen bleiben. Direkt neben dem Parkplatz ist eine Schule.

Dann ging es wieder rein durch das schöne Tor Bab Bou Jeloud in die Medina.

Tor Bab Bou Jeloud zur Medina in Fés

Tor Bab Bou Jeloud zur Medina in Fés

Diesmal sind wir einem markierten Altstadtrundgang unseres Reiseführers von Edith Kohlbach gefolgt. Wir hatten uns für die blaue Route entschieden, aber es war fast unmöglich, alles nachzuvollziehen uns so sind wir nach kurzer Zeit wild umhergeirrt. Wir wollten uns trotzdem keinen Führer nehmen, weil wir überall gelesen und gehört hatten, daß sie früher oder später alle in einem Teppichladen enden… Außerdem verstehen wir kaum etwas, wenn hier jemand englisch mit uns spricht (woran das wohl liegt wissen wir nicht…) ach ja, für französisch gilt dasselbe…

Gleich am Anfang haben wir einer Frau zugeschaut, die auf einem nassen Brett eine kleine Teigkugel solange mit den Händen platt gestrichen hat, bis der Teig hauchdünn war und dann hat sie ihn kurzerhand auf einen pilzförmigen „Heizkörper“ gewickelt (das kann man kaum mit Worten beschreiben., schaut lieber das Bild an:

Dünner Teigfladen wird so gebacken

Dünner Teigfladen wird so gebacken

Gegessen haben wir ihn allerdings nicht, wir hatten gerade erst gefrühstückt! Ein Stückchen weiter bot jemand seltsame Früchte feil…

Marrokanische Lychees

Marrokanische Lychees

Sie sahen ein bißchen aus wie kleine Erdbeeren. Der Verkäufer sagte, daß es marokkanische Lychees seien und wir durften eine probieren. Natürlich haben wir dann ein kleines Tütchen gekauft. Die Konsistenz war sehr weich, leicht süss und sie schmeckten so „la la“.

Per Zufall haben wir dann noch einige Sehenswürdigkeiten entdeckt, z.B. ein Museum:

Das gute an dem Museum war das Dach, von welchem wir einige schöne Fotos von der Altstadt machen konnten:

Dann ging es weiter durch die vielen Gassen, vorbei an abertausenden Geschäften, eins so klein wie das andere. Allerdings konnte man tatsächlich Unterschiede erkennen. Es gab einen Teil, wo Tischler ihr Handwerk ausübten, einen Teil mit Lederwaren, mit Kupfertöpfen,… hier war es besonders laut, da viele auf einem Topf herumgehämmert haben…

Zwischendurch sind wir an einer der vielen Moscheen vorbeigekommen, in die wir zwar nicht rein durften (only Moslems, hat man uns erklärt), aber ein Bild konnten wir dennoch machen.

Moschee in Medina von Fés

Moschee in Medina von Fés

Zum Gerberviertel hat Hannes vorhin aus dem Reiseführer vorgelesen, daß die Hügel an der Festung von den Gerbern zum Trocknen ihrer Felle verwendet werden. Das haben wir ganz zufällig fotografiert und erst jetzt gesehen, daß da lauter Felle liegen.

Vom Dach des Museums in Fés fotografiert

Vom Dach des Museums fotografiert – Alte Stadtfestung mit zum Trocknen ausgelegten Fellen

Hier kommen noch ein paar Bilder aus der Medina, die wir auch sehr interessant fanden, z.B, hat hier ein Mann mit so einem komischen Gerät einen Saum an ein Stück Filz genäht, da gehen lauter Fäden zu dem Kasten und er hat auch etwas mit dem Fuß gemacht (wahrscheinlich eine ziemlich alte Methode von Overlock-Nähmaschine…) Dann hat jemand Schuhe hergestellt und wir durften zuschauen…

Nach mehreren Stunden Durchlaufen der Medina sind wir zum Hanomag zurückgekehrt und sitzen mal wieder on Bord. Ich schreibe und Hannes liest Reiseblogs von anderen aus Marokko. Das hört sich bei vielen ähnlich an… Marokko mag man entweder sehr oder gar nicht.

Fés

Unser Standort heute ist: Fés, Bab Bou Jeloud – ein bewachter Parkplatz

05 – Chefchaouen

05 – Chefchaouen

Nachdem wir ausgeschlafen und gut gefrühstückt hatten, ging es endlich los zur Stadtbesichtigung in die Medina von Chefchaouen. Da wir hier ganz oben auf dem Berg stehen, war es nur ein kurzer Fußweg runter in die Medina.

Blick auf Chefchaouen

Blick auf Chefchaouen

Dank unserer „Navigationskünste“ haben wir alles gefunden und unten angekommen, waren wir überwältigt von dieser schönen Stadt. Da wir noch keine Mandarinen gekauft hatten, war dies Hannes‘ erste Tat.

Hannes beim Mandarinen kaufen in Chefchaouen

Hannes beim Mandarinen kaufen in Chefchaouen

Wir ließen uns treiben und machten das eine oder andere schöne Foto. Es war nicht viel los und so konnten wir ganz zwanglos überall herumbummeln, ohne dauernd von jemandem in seinen Laden „gezogen“ zu werden. Hin und wieder wurden wir gefragt, ob wir Haschisch kaufen wollen. Aber Hannes raucht ja nicht mehr und so haben wir dankend abgelehnt.

Irgendwann wurden wir von einer jungen Dame auf englisch angesprochen, ob wir nicht Mittag essen wollten… Obwohl es eigentlich erst 12 Uhr war, sie aber so freundlich war, sind wir kurzentschlossen in das Lokal gefolgt. Da heute Freitag ist, gab es Cous-Cous und so sah es aus:

Mittagessen in Chefchaouen

Mittagessen in Chefchaouen

Dazu gab es einen tollen Drink für mich (Milchshake mit Früchten drin), den sie mir empfohlen hatte und Hannes wollte einen Pfefferminztee trinken. Das erste Essen in Marokko hat uns köstlich geschmeckt, deshalb sind wir frohen Mutes auf die Suche nach der nächsten Sehenswürdigkeit (der Wasserfall Ras el Ma in der Nähe) aufgebrochen. Auf dem Weg dorthin haben wir  so etwas ähnliches wie einen Wasserfall gesehen mit einem Café, das wohl dazugehörte.

Da uns der Wasserfall zu klein erschien, haben wir zweimal Marokkaner nach dem Weg dorthin gefragt und wurden auf einen Berg gegenüber geschickt. Nachdem wir diesen in knapp einer Stunde!!! erklommen hatten, konnten wir „nur“ eine Moschee entdecken, hatten dafür jedoch eine grandiose Aussicht auf die Medina von Chefchaouen auf der anderen Seite. Von einem Wasserfall war aber weit und breit nichts zu sehen. Dafür gab es Affen und Schafe…

Erschöpft vom Bergsteigen haben wir uns in ein Dachcafé gesetzt und die Aussicht von oben genossen. Da unser Blick direkt auf eine Kasbah fiel, haben wir diese gleich auch noch besichtigt.

Drinnen ist ein Museum und wir haben gelesen, daß die Stadt Stipendien an Studenten vergibt, die dort auch ein Zimmer bewohnen können. Gesehen haben wir die Zimmer allerdings nicht. Dafür wurde gezeigt, wie man früher die Verzierungen und Mosaiken hergestellt hat. Dazu Schmuck, Keramik, Brautsänften, bestickte Textilien, Waffen und Musikinstrumente. Und das Gefängnis konnte man besichtigen. Das war grauenvoll. Ein kleiner Kerker und oben und unten hingen noch mehrere schmiedeeiserne Fußfesseln.

Wieder draußen, standen auf dem Platz vor dem Eingang der Kasbah drei Straßenmusiker, die gar nicht so schlecht gespielt haben.

Danach hat es leicht angefangen zu regnen und wir haben uns mit einem Taxi auf den Heimweg gemacht. Das hat nur 1,50 Euro gekostet! Im Moment regnet es ziemlich draußen und wir überlegen noch, wohin wir morgen weiterfahren.

 

Chefchaouen