11 – Merzouga und die Erg Chebbi Wüste Teil 1

11 – Merzouga und die Erg Chebbi Wüste Teil 1

Jetzt geht`s endlich weiter mit dem Blog!!!!!!!!!!!!! Hurra, wir haben Internet…

Aber eins nach dem anderen. Ich muß einiges aufarbeiten… bevor ich es vergesse: „Hab den Teppich immer noch nicht fotografiert – das mache ich noch,,, wir erleben so tolle Sachen hier, daß ich das immer wieder vergesse – aber abends, wenn wir im Hanomag sitzen und er zu meinen Füßen liegt, fällt es mir wieder ein.“

In Merzouga hatten wir ja auf dem Stellplatz der Kasbah Mohayout übernachtet und lecker abend gegessen (in der Kasbah). Dort gab es einen offenen Kamin und eine Suppe zur Vorspeise, die uns köstlich geschmeckt hat. Das tolle war, daß wir noch Nachschlag bekommen haben. Sie war zwar mit Koriander gewürzt, aber im Urlaub schmecken einem für gewöhnlich Sachen, die man zu Hause nicht mag, gell?!? Am nächsten Morgen habe ich noch im Innenhof der Kasbah ein paar Bilder gemacht. Es war so romantisch (am Vorabend brannten überall kleine Lampen und Kerzen) und es gab einige lauschige Plätzchen dort. Das auf dem Bild unten und einige weitere Kamele standen direkt draußen vor der Tür – wahrscheinlich der Nachwuchs, so sahen sie jedenfalls aus.

Hannes hat morgens noch ein paar Fotos von unserem Standplatz hinter der Kasbah gemacht, wo er einige Kamele mit Touristen drauf gesehen hat. Die Touristen werden jeden abend gegen 17 Uhr in „Horden“ mit Kamelen in die Wüste geführt, um dann einem Zelt „unter Sternenhimmel“ die Nacht dort draußen zu verbringen. Sie bekommen dort etwas zu Essen und werden mit Musik „bespasst“, danach geht’s in kleine Zelte zum Schlafen und am nächsten Morgen zurück, damit man zum Frühstück wieder „zu Hause“ ist. Kostenpunkt 35 Euro pro Nase…

Dann sollte es endlich losgehen in die Wüste… Kaum ein paar Kilometer gefahren, haben wir in Merzouga ein Geschäft gesehen, wo man draußen Ski kaufen konnte. Wir wußten zu dem Zeitpunkt noch nicht, wofür man hier Skier brauchen kann…

Ski zu verkaufen in Merzouga

Ski zu verkaufen in Merzouga

… fuhren dann aber weiter in die Wüste Erg Chebbi. Kaum ein paar Meter gefahren, sehen wir links von uns zwei größere Allradwagen mit deutschen Kennzeichen. Freundlich wie wir sind, haben wir „kurz“ angehalten. Da wurden wir schon von weitem mit: „Des sind Schtugarter!“ begrüßt!!!! Es war ein Pärchen aus Schwäbisch Hall mit seinem 15-jährigen Sohn und ein Paar aus der Oberpfalz. Nach kurzen Kennenlernen haben wir den Hanomag stehengelassen und erst einmal mit allen die nächste Düne erklommen. Das eine Pärchen mit dem 15-jährigen Sohn hatte eine Art Snowboard mit hochgenommen, auf welchem er die eine oder andere Düne stehend hinunter gefahren ist. Jetzt wußten wir auch, wofür die Skier zu gebrauchen waren…

Völlig erschöpft haben wir uns erstmal von den anderen verabschiedet und sind ein bißchen durch die Dünen gefahren…

Dort haben wir dann die Zelte für die Touristen gesehen und waren froh, daß wir uns diesen Touristenrummel erspart hatten (fast wären wir nämlich auch so „dumm“ gewesen und hätten so einen Ausflug gebucht). Ihr erinnert Euch vielleicht an den Teppichverkäufer aus Midelt, der gleich bei „seinem“ Freund angerufen hatte aus Merzouga und eigentlich am gleichen Tag noch mit uns in die Wüste raus wollte….

Übernachtungsplatz für Touristen in der Erg Chebbi

Übernachtungsplatz für Touristen in der Erg Chebbi

Kurz darauf wurde es auch schon Zeit, einen Übernachtungsplatz zu suchen. Da haben wir uns überlegt, daß der Platz bei den anderen deutschen Pärchen gar nicht so schlecht war und sind sind wieder zurückgefahren. Die Freude war groß und so ergab sich kurzerhand das erste Lagerfeuer und so haben wir den Abend gemeinsam ausklingen lassen.

Unser Lagerplatz mit den anderen Deutschen

Unser Lagerplatz mit den anderen Deutschen

Am nächsten Tag hatten die anderen bereits einen Führer organisiert, der ihnen einige schöne Plätze zeigen wollte und wir durften uns anschließen…

 

Merzouga - Erg Chebbi - 1. freie Übernachtung mit anderen

10 – Midelt nach Merzouga

10 – Midelt nach Merzouga

Was soll ich Euch schreiben, heute hat uns doch glatt jemand einen Teppich aufgequatscht!!!!! Wir haben nichtsahnend mal wieder mutterseelenallein auf einem Campingplatz in Midelt übernachtet.

Da hat uns der freundliche Herr von der „Rezeption“ auf einen Tee eingeladen – nach dem Frühstück! Wir wollten nicht unhöflich sein und haben ihm 2 Tafeln Schokolade mitgebracht. Na jedenfalls saßen wir eine Weile „beim Tee“ und haben uns unterhalten, als er uns von seinen Teppichen erzählte, die von den Frauen mühevoll in Handarbeit gefertigt werden. Und was dann kam, brauche ich wahrscheinlich gar nicht zu schreiben…

Also: direkt neben uns ging es in einen Raum, wo wir uns ein paar Teppiche „nur mal anschauen“ sollten. Schwuppdiewupp hat er einen Teppich nach dem anderen vor uns ausgerollt. Der ganze Schrank war voll damit. Als ca. 20 Teppiche da lagen, hatten wir ihn gebeten, keine weiteren mehr draufzupacken, wir wollten ja sowieso keinen kaufen. Dann hat er uns klar klargemacht, daß er die Teppiche wieder „rückwärts“ in den Schrank legt, wir sollten jedoch vorher zu jedem Teppich sagen, welcher gar nicht in Frage kommt, oder welcher vielleicht in Frage kommt. Na ja, wir jedenfalls erst mal 10 Teppiche zurückgehen lassen in den Schrank mit den Worten, daß die gar nicht in Frage kommen. Dann lag da so ein orangener kleiner Teppich, bei dem ich dachte, o.k. der könnte VIELLEICHT in Frage kommen. Prompt lag er auf der Seite. Und so ging es, bis alle Teppiche wieder im Schrank lagen, bis auf den orangenen.

Obwohl wir auch diesen nicht wollten, ging die Feilscherei los. Er hat auf einen Zettel drei Kreise gemalt. In den ersten hat er sein erstes Angebot reingeschrieben – 1.200 Dirham (120 Euro)! Das war natürlich ganz schön hoch angesetzt. Dann sollten wir unser erstes Angebot abgeben… wir trauten uns kaum, 200 Dirham (20 Euro) hinzuschreiben, weil das natürlich sehr viel weniger war, als er ursprünglich wollte. Daraufhin hat er uns klargemacht, daß hier kein Geschäft zustande kommt und er nicht sauer ist. Glücklich über diese plötzliche Wende, telefonierte er erst mal mit (s)einem Freund aus Merzouga, der uns heute oder morgen zum Kamelritt in die Wüste erwartet. Wir sollten sicherheitshalber gleich selbst mit ihm sprechen (er konnte deutsch…). Nachdem wir ihm erklärt hatten, daß wir ein sehr langsames Auto haben und es lange dauert, bis wir ankommen, haben wir den Kamelritt auf morgen verschoben mit den Worten: „Wir melden uns dann….“ (haben wir aber nicht gemacht)… Kaum aufgelegt, ging es wieder um den Preis des Teppichs. Um es kurz zu machen, wir haben ihn dann für 300 Dirham gekommen.

Der Teppich liegt jetzt erst mal nur im Weg (wo wir sowieso kaum Platz im Hanomag haben), aber Hauptsache, wir sassen wieder im Auto und konnten endlich weiterfahren.

Während der Fahrt haben wir ein paar Fotos gemacht, damit ihr mal seht, wie sich die Landschaft verändert, wenn man so vor sich hintuckert… Wir waren zwischendurch fast 1.800 m hoch. Dann kam wieder ein ganz fruchtbares Tal mit Palmen weiter unten und zuletzt sogar ein größerer See.

Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir in Merzouga angekommen und haben hier einen Stellplatz hinter einer schönen Kasbah. Hier haben wir auch gleich noch Abend gegessen, damit wir nicht noch kochen müssen. Den Speisesaal haben wir noch fotografiert, den Rest zeigen wir morgen. Morgen geht es auch zum ersten Mal in die Wüste. Wir sind sehr gespannt, was uns da erwartet…

Merzouga