31 – Riad Hamdani in Casablanca – warten auf den Heimflug

31 – Riad Hamdani in Casablanca – warten auf den Heimflug

Wir wissen immer noch nicht, ob wir morgen fliegen können. Der ADAC hat uns zwar heute angerufen und uns gesagt, daß es morgen noch 3 freie Plätze gibt nach Stuttgart, allerdings über Paris und wir landen dann um 23:15 Uhr in Stuttgart. Oder ein anderer Flug über Lissabon nach Stuttgart, der geht aber erst am Samstag. Sie rufen uns morgen früh an, ob es morgen klappt.

Da unser Hotel ausgebucht war für heute, sind wir in der sogenannten Notunterkunft, d.h. wir haben ein ganzes Haus für uns alleine. Es ist zwar etwas kalt hier, wir haben aber einen kleinen elektrischen Ofen bekommen und wer bekommt schon mal ein ganzes Haus für sich. Wir könnten hier ne Party feiern, soviel Platz und sogar Musikinstrumente wären da!

Als wir unser spärliches Gepäck in das Haus umgeräumt haben, sind wir am hauseigenen Kamel vorbeigekommen.

Kamel gibt Küsschen

Kamel gibt Küsschen

Das gibt Küsschen – bei Hannes hat es auf Anhieb geklappt. Daraufhin hat er versprochen, gleich wiederzukommen und ihm was leckeres mitzubringen…

Hannes bringt Leckerchen

Hannes bringt Leckerchen

Wir sind gegen Mittag mit unserem kostenlosen Shuttlebus zum Flughafen gefahren, um von dort mit dem Zug nach Casablanca zu fahren. Das hat 86 Dirham für uns beide gekostet und 1 Stunde gedauert. Jetzt waren wir wieder genau dort, wo wir letztes Jahr auch schon einmal waren. Wir konnten die große Moschee Hassan II vom Bahnhof aus sehen. Da wir letztes Jahr schon drin waren, haben wir uns den „weiten“ Weg erspart und sind einfach so ein bißchen rumgeschlendert. In der Nähe war der Fischhafen, wo wir letztes Jahr auch schon waren. Das Wetter war gar nicht schlecht – auf jeden Fall hat es endlich aufgehört zu regnen und die Sonne schien sogar.

Dann haben wir auf einer Dachterrasse einen Kaffee getrunken und uns gegenseitig fotografiert und dabei gedacht, wieviel Glück wir trotz der Panne hatten und der Urlaub alles in allem unvergesslich bleiben wird.

In der Hoffnung, daß es morgen klappt mit dem Heimflug, sind wir noch einmal richtig gut essen gegangen am Hafen in einem Lokal, in dem wir letztes Jahr schon essen gehen wollten, das aber letztes Jahr nicht offen war. Dieses Jahr hat es geklappt und wir haben uns Shrimps zur Vorspeise und eine Fischpaella für 2 Personen gegönnt. Das war wirklich ein krönender Abschluss.

Auch wenn es jetzt am Ende ein bißchen dumm gelaufen ist, hat uns der Urlaub trotzdem sehr gut gefallen und wir sind froh über alles, was wir erleben durftenl Um ehrlich zu sein, haben wir noch nie so viel englisch und französisch gesprochen in einem Urlaub wie diesmal. Aber das läuft so gut und macht richtig Spaß. Wir haben so viel erlebt, tolle Leute kennengelernt, die Wüste gesehen und es gibt bestimmt noch ganz viel zu erzählen, wenn wir wieder zu Hause sind.

Ein bißchen freuen wir uns aber trotzdem, bald wieder zu Hause zu sein…

Riad Hamdani, Casablanca

6. Januar 2017 – Casablanca mit der großen Moschee am Freitag

6. Januar 2017 – Casablanca mit der großen Moschee am Freitag

Heute waren wir die zweitgrößte Moschee der Welt in Casablanca besichtigen (so stand es zumindest im Reiseführer). Bei der Führung wurde uns aber gesagt, daß es die drittgrößte Moschee der Welt sei (nach Mekka – das ist die größte und die zweitgrößte soll in Abu Dhabi sein und wurde vermutlich nach dieser hier fertiggestellt).

Die Hassan-II.-Moschee (arabischمسجد الحسن الثانيMesdschid al-Hasan ath-thānī, DMGmasǧid al-ḥasan aṯ-ṯānī) in Casablanca ist eine der größten Moscheen der Welt.

Ihr Minarett ist mit 210 Metern Höhe das derzeit höchste Minarett und das höchste religiöse Bauwerk der Welt. Sie wurde anlässlich des 60. Geburtstags des damaligen marokkanischen Königs Hassan II. erbaut und 1993 fertiggestellt.

2500 Arbeiter und 10.000 Handwerker arbeiteten sechs Jahre lang an der Moschee. Am 30. August 1993 wurde der Bau eingeweiht. Bis zu 25.000 Personen finden in der Gebetshalle von 20.000 Quadratmetern Platz. Technische Besonderheiten sind ein sich automatisch öffnendes Dach, Fußbodenheizung in der Gebetshalle und ein grüner Laserstrahl, der nachts Richtung Mekka zeigt. Die Moschee darf auch von Nicht-Muslimen gegen Eintrittsgeld betreten werden.

Da wir ein bißchen außerhalb auf einem Campingplatz in Casablanca (Mohammedia) stehen – siehe Bild unten,

Campingplatz in Casablanca

haben wir ein Taxi zum Bahnhof genommen und sind mit dem Zug nach Casablanca gefahren. Vom Bahnhof konnte man die Moschee schon sehen und es war ein gemütlicher Spaziergang dorthin.

Moschee Hassan II. in Casablanca

Moschee Hassan II. in Casablanca

Da heute zufällig Freitag war, war ganz schön was los in der Moschee. Wir wußten schon, daß freitags nur um 9 und um 14 Uhr Führungen angeboten werden und waren gegen Mittag dort. Freitags ist für viele Moslems der Tag, an dem sie zum Beten in eine Moschee gehen…

Eingang der Moschee Hassan II. in Casablanca

Eingang der Moschee Hassan II. in Casablanca

Wir mussten abwarten, bis alle drin waren, das Gebet fertig war und alle gegangen waren. Dann konnte man für 12 Euro pro Person ein Ticket kaufen und die Führung machen. Die deutsche Gruppe war am kleinsten. Wir waren nur ca. 10 Personen.

Man zieht sich an der Tür die Schuhe aus und geht barfuß rein. Unter der Moschee gibt es die Möglichkeit, sich die Füße zu waschen. Das Ganze vollzieht sich nach einem bestimmten Ritual (dreimal Hände waschen, dreimal Gesicht waschen, dreimal die Nase, dreimal die Ohren, dann den Kopf und danach die Unterarme und zum Schluß die Füße). Männer und Frauen gehen und bleiben getrennt in einer Moschee. Die Männer beten unten und die Frauen gehen durch separate Eingänge und müssen oben beten. In dieser Moschee gibt es sogar ein Hammam und ein Schwimmbad. Das wurde bisher aber noch nie benützt. Warum die das dann eingebaut haben, verstehe ich nicht,…

Hier kommen ein paar Bilder, die wir heute bei der Besichtigung der Moschee gemacht haben:

Das Dach kann man öffnen, was bei anderen Moscheen nicht geht. Das ist wegen der Belüftung, wenn es im Sommer sehr heiß und stickig ist, dann wird oben das Dach automatisch geöffnet… Erbaut wurde die Moschee von einem französischen Architekten und einer französischen Baufirma. Finanziert wurde es angeblich vom Volk, nicht immer ganz freiwillig, wie wir gehört haben.

Nach der Besichtigung sind wir noch durch die kleine Medina hier geschlendert (ist aber längst nicht so schön wie in anderen Städten, dafür ganz ohne den Touristenrummel). Man konnte aber hauptsächlich Reparatur-„Werkstätten“ sehen oder Tischlerhandwerk.

Danach haben wir einen Kaffee an einem kleinen Platz getrunken und ich habe von Hannes ein hübsches Foto gemacht:

Hannes bei Kaffeepause in Casablanca

Hannes bei Kaffeepause in Casablanca

Dann haben wir uns am Hafen umgesehen und ein nettes Fischlokal gefunden, wo wir den Abend bei einer Fischplatte und Crème brulée haben ausklingen lassen,

Zurück gings wieder mit dem Zug und Taxi. Die hatten doch tatsächlich versucht, uns zu siebt ins Taxi zu kriegen. Vorne saßen schon drei und Hannes und ich sollten hinten einsteigen. Ich saß schon, als der Taxifahrer noch zwei andere Leute mitnehmen wollte. Aber so sehr wir uns auch bemüht haben, Hannes hat nicht mehr reingepasst. Da bin ich auf der anderen Seite wieder ausgestiegen und wir wollten schon ein anderes Taxi nehmen, da ist dann der eine Mann wieder ausgestiegen, Gott sei Dank und wir konnten losfahren.