25 – Weiter geht’s Richtung Agadir

25 – Weiter geht’s Richtung Agadir

Weit sind wir nicht gekommen – sind ja erst spät nachmittags von Mbarek weitergefahren. Aber immerhin vielleicht 100 km weit, bis in die Nähe des Platzes, an dem wir im letzten Jahr das nette Pärchen aus Rosenheim wiedergetroffen hatten, die wir auf der Fähre kennengelernt hatten. Wir haben noch regen Kontakt mit ihnen. Sie sind dieses Jahr in Ungarn in einer Therme und überwintern dort.

Unser Stellplatz war mal wieder direkt am Atlantik

und unterhalb der Klippen fand ein reges „Strandleben“ statt. Wahrscheinlich sind es Fischerhütten, wir wissen es nicht. Man sieht sie von oben kaum, aber Hannes ist mal nach unten gelaufen (morgens, während ich mal wieder was gemacht habe? Ja genau, noch ein bißchen weitergeschlafen,…) Daß dort unten so viele Menschen waren, hat uns deshalb gewundert, weil wir ziemlich weit auf einer Piste dorthin gefahren sind und gar nicht damit gerechnet hätten, daß da überhaupt noch jemand ist.

Am nächsten Morgen gesellte sich ein frei laufender Hund zu uns,

den Hannes liebevoll gefüttert hat. Wir hatten gerade eine Wurstdose offen und der Käse hat ihm auch ganz gut geschmeckt. Hab die beiden mal heimlich beobachtet: „Erst ich ein Stückchen, dann Du den Rest“, hat Hannes zu dem Hund gesagt. Hannes hat immer zuerst ein Stück Käse abgebissen und dann dem Hund den Rest gegeben. So ging es, bis der Käse alle war. Danach gab’s noch frisches Wasser aus einem selbstgebastelten Trinknapf (leere Milchtüte aufgeschnitten). Die beiden waren sehr zufrieden, wie es schien!

Netter Hund gesellt sich zu uns beim Frühstück

Netter Hund gesellt sich zu uns beim Frühstück

Danach sind wir weitergefahren und trafen auf eine Schafsherde mit ihrem Hirten. Sie winken meistens freundlich. So etwas trifft man natürlich nur, wenn man auf keiner asphaltierten Straße fährt (also auf der sogenannten Piste)…

Schafe auf der Weiterfahrt

Schafe auf der Weiterfahrt

Danach ging’s zurück auf die größere Hauptstraße, wir wollten ein Stück vorankommen. Die nächste große Stadt war Agadir.

Zufällig ging uns das Benzin direkt neben einer Tankstelle aus… aber mit dieser Situation kennen wir uns schon ganz gut aus, das passiert eigentlich regelmäßig. Wir schalten dann die Pumpe ein, die Benzin vom Zusatztank in den normalen Tank pumpt und Hannes entlüftet vorne etwas (was, weiß ich leider nicht). Ich muß dann jedenfalls den Gang rausnehmen und darf den Hanomag starten. Bisher hat es immer einwandfrei geklappt. Haben dann aber doch gleich noch vollgetankt. Ich hab dann in der Nähe einen Baum gesehen, der wie ein Arganbaum aussah und hab ihn mal fotografiert – es war auch einer, wie sich später herausgestellt hat:

Arganbaum

Arganbaum

Agadir haben wir weiträumig umfahren, als plötzlich vor uns ein Auto mit Surfbrettern auf dem Dach Richtung Strand abgebogen ist. Hannes ist denen geistesgegenwärtig  gefolgt und so gelangten wir an einen tollen Sandstrand, an dem sehr viele Wellenreiter im Wasser auf die nächste Welle gewartet haben. Hier wollten wir Kaffee Pause machen. Da wir aber auch etwas hungrig waren, gab es vorher Spaghetti mit Zucchini. Als der Kaffee gerade in „Bearbeitung“ war, kam ein Händler und wollte uns etwas verkaufen. Hannes war sehr desinteressiert!!! Ich wollte nur aus Höflichkeit mal sehen, was er denn anzubieten hatte und siehe da, es waren Berliner. Na das passte ja zu unserem Kaffee!!! Er hatte zufällig noch 2 Stück – einer mit Schokolade und einer mit Vanillepudding. O.K., bei uns schmecken sie anders, aber mir haben sie geschmeckt.

Als wir so dasitzen und uns überlegen, wie wir weiterfahren sollen, schauen wir rein zufällig bei Wetter.de rein und müssen feststellen, daß das Wetter in den nächsten Tagen schlechter werden soll, besonders nach Norden, wo wir hinfahren müssen. Da haben wir kurzerhand beschlossen, hierzubleiben und die Sonne zu genießen, solange sie noch da ist. Bei Regen können wir ja immer noch größere Streckenabschnitte machen…

Gesagt, getan, sprang Hannes in die Fluten

und gesellte sich zu den Wellenreitern ins Meer!!!! Es war herrlich, super warm ca. 26 Grad (Luft), Wasser vielleicht 19 Grad, Sonne pur, satt und glücklich, daß wir hier sein durften, bleiben wir bis morgen mindestens noch hier.

Nachdem wir den Sonnenuntergang genossen hatten, haben wir gefaulenzt. Zum Abschluss haben wir uns einen leckeren Octopussalat gemacht mit geröstetem Brot (der Octopus war noch von Mbarek’s Fang, den er uns gestern geschenkt hatte).  Wir können unser Glück kaum fassen und jetzt fallen wir gleich in Tiefschlaf!!!!

Octopussalat selbstgemacht

Octopussalat selbstgemacht

 

 

In der Nähe von Agadir

24 – Ein schöner Tag mit Mbarek

24 – Ein schöner Tag mit Mbarek

Hier ist nun Mbarek, als er uns morgens seinen frisch gefangenen Octopus gebracht hat:

Mbarek mit seinem Octopus

Mbarek mit seinem frisch gefangenen Octopus am nächsten Morgen

Nachdem wir ihn in sein Dorf in den Bergen gefahren hatten, haben wir noch ein Foto gemacht, was er dort arbeiten musste an dem Tag. Er ist in einen 6 m tiefen Schacht geklettert und hat dort den Dreck rausgeschaufelt Der Schacht war eigentlich ein Brunnen mit Wasser für das Dorf. Wahrscheinlich war das Wasser verschmutzt. So genau haben wir es nicht verstanden. Elektrischen Strom hatten sie schon, nur Wasser ist ein großes Problem in den Bergen, bzw generell in Marokko. Deshalb wird es auch sehr sparsam verwendet und nichts verschwendet.

Dann sind wir erst mal zurück zu einer anderen Stelle an die Klippen gefahren. Dort habe ich den Blog geschrieben und Hannes hatte sich die Zeit mit Drohne fliegen vertrieben! Nachdem sie abgestürzt war, hat er sie auseinander genommen und ich hab ein bißchen gesonnt. Das Wetter war phantastisch – purer Sonnenschein, Meeresrauschen, ein genialer Ausblick von der Klippe oben, auf der wir stehen und ein paar Fischer vor uns, die direkt an den Klippen angeln:

Die Drohne ist wahrscheinlich kaputt… deshalb haben wir sie erst mal weggepackt und sind nach Sidi Ifni in den Ort gefahren. Wir wollten für Mbarek noch ein paar Kleinigkeiten besorgen – als Überraschung… (eine Telefonkarte für Internet, Zigaretten,..) in dem kleinen Souk gab es wie meistens allerlei Gemüse, Fleisch, Fisch, Obst, Brot,… eigentlich alles, was man so braucht zum Leben. Dann sind wir zurück zu seiner kleinen Hütte an den Klippen gefahren. Er stand schon an der Straße und hat auf uns gewartet. Am Platz angekommen, wollte er den gekochten Octopus kleinschneiden. Leider hatte ich das nicht kapiert, daß ich ihn schon hätte kochen sollen – das dauert nämlich ganz schön lange. Na ja, das hat er dann kurzerhand selbst übernommen.

Er hat die Octopusse in einem Topf mit ein bißchen Salz und Zitronensaft auf kleiner Flamme mehr ziehen lassen, als gekocht. Das hat über eine Stunde gedauert. Dann sollte er ein wenig abkühlen und anschließend hat er ihn kleingeschnitten. Dann kamen noch Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Kartoffeln und Tomate dazu. Dann einige Gewürze, wie Salz, Pfeffer, unser marokkanisches Gewürz, das wir letztes Jahr gekauft hatten bei Omar auf dem Campingplatz und reichlich Petersilie obendrauf. Ach und Olivenöl kam auch noch irgendwann dazu. Jetzt ging die Tajine wieder auf den Herd und das hat nochmal vielleicht eine halbe Stunde gedauert. Den Deckel hat er vorher gewässert (hoffentlich habe ich jetzt nichts vergessen).

Dann wurde es noch richtig romantisch! Der Mond ging auf und es war Vollmond!!! Deshalb vielleicht auch das geniale Wetter! Das hat übrigens höchstens eine Minute gedauert, dann ging er hinter den Bergen auf!

Vollmond bei Mbarek

Vollmond bei Mbarek

Gegessen haben wir dann drinnen. Es wird abends schon kühl und die Marokkaner scheinen Kälte nicht gewöhnt zu sein, sie sind oft viel wärmer angezogen als wir. Auf jeden Fall hat die Tajine köstlich geschmeckt!!!!!!!!!! Es war so ein schöner Abend, den wir gemeinsam im Hanomag verbracht haben. Mbarek hat ein bißchen arabische Musik mit seinem Handy gemacht und wir haben uns so gut es geht unterhalten. Später kam noch ein Freund von ihm vorbei, der in der Nähe seine Bienenvölker hat und Honig verkauft. Er konnte aber leider kein Wort französisch oder englisch, sodaß er nach einer Weile wieder gegangen ist. Mbarek, Hannes und ich haben nach dem köstlichen Essen noch unsere Süssigkeiten vernascht und sind bis Mitternacht zusammen gesessen. Es war so ein schöner und lustiger Abend für uns alle – glückselig sind wir ins Bett gefallen!

Am nächsten Morgen kam Mbarek wieder mit seinem Fischfang zu uns an den Hanomag. Wir waren gerade aufgestanden, da war er bereits zwei Stunden beim Fischen. Morgens ist zur Zeit Ebbe und da kann er von den Klippen unten am Meer alles mögliche fangen. Auf dem Bild hier ist noch nicht ganz Ebbe, bzw. schon wieder Flut…

Hier fängt Mbarek seine Fische morgens bei Ebbe

Hier fängt Mbarek seine Fische morgens bei Ebbe

Heute waren es Krabben, Meeresschnecken und wieder Octopusse. Da er heute keine Arbeit hatte, haben wir den Tag bis nachmittags zusammen verbracht. Er hat erst einmal die Krabben gekocht. Die haben wir dann zusammen zum Frühstück gegessen. Wir hätten nicht gedacht, daß wir einmal Krabben zum Frühstück essen würden. Aber es hat wunderbar geschmeckt und Spaß gemacht. Obwohl ich die wahrscheinlich nicht hätte fangen könnte. Sie haben noch gelebt, als er sie gewaschen hat und die beißen!!!!!!!!!!!!! (oder zwicken jedenfalls) – als sie in den Topf kamen, haben sie auch noch gelebt. Ich hab einfach nicht hingeschaut! Gegessen haben wir sie trotzdem.

Dann sind wir ein Stück an den Klippen entlang gelaufen und haben jetzt erst gesehen, was für ein Treiben dort unten herrscht. Dort standen Quads, Surfbretter und plötzlich landete auch noch ein Tandem mit einem Gleitschirm direkt am Strand. Ein Restaurant und eine kleine Auberge waren auch dort unten. Das hatten wir letztes Jahr noch nicht gesehen. Man muß schon ganz nach vorne laufen, um das alles sehen zu können. Wir hatten zwar schon Leute laufen sehen unten, hatten aber keine Ahnung, wie sie dort hingekommen sind.

Leider mussten wir uns dann verabschieden!!!!! Das war seeeeehr traurig. Mbarek hat uns noch die Meeresschnecken vorbereitet zum Kochen – also gewaschen, das Schneckengehäuse kaputt gemacht mit einem Stein und die Schnecken gründlich von allem befreit.

Mbarek bereitet die Schnecken vor

Mbarek bereitet die Schnecken vor

 

Die sollten wir mitnehmen. Dann hat er uns seine Tajine geschenkt und zur Krönung bekam Hannes noch sein grünes Berbertuch, das er immer über den Kopf gewickelt trug. Das hat er extra noch von seiner Mutter waschen lassen, damit es auch sauber ist! Hannes war zu Tränen gerührt. Am liebsten wären wir dort geblieben!!!

 

Aber Inshallah sehen wir uns vielleicht irgendwann wieder!!!!!!!

 

Ein schöner Tag mit Mbarek in der Nähe von Sidi Ifni