21 – Zweite Panne und wieder zurück an den heissen Quellen

21 – Zweite Panne und wieder zurück an den heissen Quellen

Hab gestern ganz vergessen zu erwähnen, daß wir uns noch Gulasch gekocht haben. Wir hatten doch in Zagora auf dem Markt tolles Rindfleisch gekauft. Robert hatte uns den Mund wässrig geredet, weil er ein paar Tage vorher Gulasch mit hier gekauftem Rindfleisch gekocht hatte. Das wollten wir jetzt auch einmal probieren und Hannes hat das übernommen.

Und was soll ich euch sagen, nachdem es erst schien, als würde das Fleisch nicht weich werden und wir schon ein wenig enttäuscht waren, haben wir es einfach weiter gekocht… und es wurde von Minute zu Minute besser und hat phantastisch geschmeckt! OK, wir haben erst kurz vor Mitternacht gegessen, aber es war spitzenmäßig…

Gulasch in der Wüste

Gulasch in der Wüste

Und so ging es gestern weiter:

Also das war so ein Tag!!!!!! Wir sind zum ersten Mal kurz nach 7 Uhr ohne Frühstück losgefahren, weil wir gestern direkt neben einer langweiligen Straße gestanden sind. Hin und wieder kam ein sehr kleines Dorf und an einer Stelle hatten wir gelesen, daß es mit Wasser gefüllte Felsenbecken gibt, die haben wir nur von oben fotografiert. Da wir ja sehr früh unterwegs waren, haben wir in einem Dorf um kurz vor acht Uhr gesehen, wie Völkerscharen von Kindern in die Schule gingen. Das hätte man dem Dorf gar nicht angesehen, daß es dort so viele Kinder gibt. Manche Dörfer sehen auf den ersten Blick verlassen aus – doch selbst in der kleinsten Hütte lebt noch jemand…

Die Landschaft hat sich immer mehr verändert und wurde immer karger und langweiliger… wir hätten am liebsten umgedreht! Erschwerend kam hinzu, daß wir zu wenig Luft in den Reifen hatten noch von der Wüste und Hannes mehrfach erwähnte, daß das nicht gut ist für die Reifen. Sie werden zu heiß und was soll ich euch sagen –

uns ist doch glatt ein Reifen geplatzt!!!

Zum Glück hatten wir bei der letzten Reifenpanne den Reifen flicken lassen, sodaß unser Ersatzreifen noch ganz war. És half alles nichts, der Reifen musste gewechselt werden – direkt an einer schnurgeraden Asphaltstraße mit nichts als Geröll rechts und links.

Da hab ich Hannes zu allem Übel auch noch Fluchen hören, daß der Wagenheber kaputt ist. Gott sei Dank, kann er alles reparieren! Nachdem er ihm mit etwas Öl gut „zugeredet“ hatte, ging er wieder. Dann ging’s los: Auto hochbocken, Reifen runter und den Ersatzreifen wieder drauf!!! Dennoch kam alle 30 Minuten ungefähr ein Auto vorbeigfahren und fast jedes hat angehalten und hätte uns geholfen…

Da es zu den heissen Quellen nicht mehr weit war, sind wir das Stück noch gefahren. Hannes hatte Wasser dringend nötig. Man glaubt gar nicht, wie „schwarz“ man bei so einem Reifenwechsel wird… Und wie wir so rumnavaigieren, die Navi dauernd hin und her springt und wir schon fast aufgegeben haben, die Quelle noch zu finden, steht plötzlich ein Fahrradfahrer neben uns. Wir zeigen ihm das Bild vom letzten Jahr und er fährt vorneweg. Obwohl es noch ca. 8 km weit war, ist er „brav“ vor uns hergestrampelt – also ohne Straße, mitten durch Gestrüpp und Sand,… Wir haben ihm zum Dank ein bißchen Geld gegeben, das hat er nur sehr widerwillig genommen – eigentlich erst, als wir es ihm aufgedrängt hatten. Da aber sein Licht am Fahrrad nicht mehr funktionierte, hat Hannes ihm später noch eine Taschenlampe geschenkt. Darüber hat er sich total gefreut! Im Stockdunkeln sind wir angekommen. Diesmal stand kein Auto hier (letztes Jahr waren es vier mit uns).

Allerdings kam es mir dieses Jahr kleiner vor und gestunken hat es auch. Das Wasser ist sehr eisen- und schwefelhaltig, aber Hauptsache sauber waren wir mal wieder!! Trotzdem ist es kein Vergleich zum letzten Jahr. Der Sonnenuntergang war kein bißchen spektakulär und der Sonnenaufgang heute morgen auch nicht. Schade!!! Ich denke oft, daß man einzigartige Momente nicht wiederholen kann. Und letztes Jahr war es eben einzigartig!!

Hier ist ein Bild von eben, bevor wir gleich weiterfahren:

Wieder zurück an den heissen Quellen

Wieder zurück an den heissen Quellen

Jetzt geht es gleich weiter nach Guelmim. Wir müssen tanken, einkaufen und dann ist ja auch noch Silvester. Wo wir hinfahren, wissen wir noch nicht. Mir wäre nach Fisch zumute!!! Mal sehen.

17 – Erste Reifenpanne in der Wüste

17 – Erste Reifenpanne in der Wüste

Heute morgen haben wir uns von Robert und Karin verabschiedet. Sie wollen in die Sonne und fahren weiter Richtung Tan-Tan. Wir wollen lieber in der Wüste bleiben und fahren nach Mhamid Richtung Erg Chegagga – auch eine Wüste wie die Erg Chebbi, nur weniger touristisch (wie wir gelesen haben). Es war eine schöne Zeit zusammen und vielleicht treffen wir uns irgendwann wieder – Inschallah!!!

Zuerst mussten wir noch eine Bäckerei suchen, weil unser eingefrorenes Brot zu Ende war… und einige Tage vor uns liegen ohne Zivilisation und wahrscheinlich auch wieder kein Internet. Also nicht wundern, wenn ihr nichts von uns hört. Mit allerlei Baguette, marokkanischer Pizza, Schoko-Croissants und sonstigen Leckereien, die wir in der Bäckerei erstanden haben, ging es wieder auf die „Piste“, zunächst noch eine geteerte Straße. Weit sind wir jedoch nicht gekommen. Das Auto hing auf einmal verdächtig schief vorne rechts und Hannes hatte zu tun, es in der Spur zu halten. Wir hatten zwar wenig Luft in den Reifen von unseren Wüstentour, aber so ein geeiere war dann doch komisch. Unsere Befürchtung bestätigte sich…

Vorne rechts war der Reifen platt!!!

Zum Glück hat Hannes alles dabei – sogar einen Kompressor, der im Motor eingebaut ist – sogar mit Füllschlauch! Da haben wir den Reifen erstmal aufgepumpt. Wir waren noch kurz vor einer größeren Ortschaft und wollten ihn lieber flicken lassen, anstatt den Ersatzreifen draufzumachen…

Reifenpanne kurz hinter Zagora

Reifenpanne kurz hinter Zagora

Den Reifen mussten wir noch ein paar Mal aufpumpen, bis wir schließlich im nächsten Ort eine „Werkstatt“ fanden. Auch wenn es für unsere Verhältnisse abenteuerlich aussieht in so einer Werkstatt, können sie hier doch alles reparieren…

Der Chef, ein 20jähriges „Bürschchen“ hat sich sehr gefreut und wir hatten viel Spaß beim Reifen flicken… Danach sind wir nur noch ein kurzes Stück weitergefahren und haben einen Übernachtungsplatz im Freien gesucht. Uns war nach schwäbischem Essen zu Mute und da wir noch Saitenwürstchen und alles für einen Kartoffelsalat dabei hatten, kamen sehr schnell heimatliche Gefühle auf und wir fielen in Tiefschlaf.

Reifenpanne auf dem Weg in die Erg Chegagga