„Menschenschmuggel“ an Bord

„Menschenschmuggel“ an Bord

Am nächsten Tag war es nicht mehr weit bis Tanger, wo wir wieder zurück nach Tarifa übersetzen wollten. Die Tickes hatten wir schon und hatten uns schon gefreut, daß wir vielleicht eine Fähre um 15 Uhr nehmen könnten. Vorher hat Hannes sich aber noch einmal mit den leckeren marrokanischen Mandarinen eingedeckt und wir haben noch einmal vollgetankt – 8,69 Dirham pro Liter = ca. 0,86 Euro. Das ist viel günstiger als in Europa und bei unserem Tankvolumen spart man da enorm!!! Das Auto mit dem Haus haben wir unterwegs auf der Autobahn gesehen und gleich ein Foto gemacht.

Jetzt mussten wir uns nur noch quer durch Tanger „“quälen“ und pünktlich um halb drei waren wir schon an der Fähre. Leider dauert es doch immer sehr lange, bis die Formalitäten an der Grenze erledigt sind. Das liegt aber nicht an Personalmangel – es scheinen uns eher zu viele Angstellte zu sein. Der Pass wird gefühlt 5 Mal von einem Gendarmen in die Hände genommen und angeschaut. Dann muss man diverse Zettel ausfüllen und abgeben und ganz wichtig: „WARTEN“!!!!

Zum Schluss kommt das Prozedere mit dem Scanner. Das kannten wir vom letzten Mal schon. Wir waren diesmal die ersten in unserer Reihe. Hinter uns standen vielleicht noch 4 – 5 Autos. Dann müssen alle aussteigen und los geht’s. Der Scanner ist ein LKW, der unbemannt (zumindest am Steuer) an den Autos entlanggezogen wird. Von beiden Seiten und von oben werden dann die Fahrzeuge dann gescannt. In dem LKW sitzen aber welche, die wahrscheinlich an Bildschirmen nach dem schauen, was sie suchen. Wir wissen eigentlich gar nicht genau, wonach sie da suchen.

Jedenfalls wurden wir nach dem Scannen gebeten, rechts ran zu fahren. Ich dachte mir zuerst gar nichts dabei… dann sollte Hannes aussteigen… da wurde mir langsam mulmig… ich dachte, jetzt haben sie unsere Drohne entdeckt… und plötzlich stellen sich mehrere Polizisten um unser Auto und da ziehen sie einen Marrokaner unter unserem Auto aus seinem Versteck!

Auf den Bildern könnte er vielleicht sogar zu sehen sein. Er war da noch unter unserem Auto zwischen den Rädern in einem „Kasten“.

WIR SIND AUS ALLEN WOLKEN GEFALLEN!!!!

Wir hatten überhaupt nicht bemerkt, wann er sich das versteckt hatte. Zum Glück haben sie an unserer Reaktion gemerkt, daß wir wirklich keine Ahnung hatten und wir konnten weiterfahren – die Fähre war aber leider weg und wir mussten mal wieder lange warten. Was mit dem armen Tropf unter unserem Auto passiert, wissen wir nicht. Er hat jedenfalls gehumpelt hat Hannes gesagt. Wir waren heilfroh, daß er nicht unterwegs runtergefallen und von uns überrollt worden ist.

Letztendlich durften wir als allerletzte rückwärts auf die Fähre fahren und waren froh, bei Sonnenuntergang wieder in Europa zu sein.

Wir haben erst mal die gute Tapasbar in Tarifa aufgesucht und sind danach auf einen Stellplatz zum Übernachten gefahren, den wir auf dem Hinweg von der Straße aus gesehen hatten.

Am nächsten Morgen freute ich mich sehr auf den Einkauf. Wir haben uns leckeren Serranoschinken geholt, tollen Käse, Eier und uns endlich mit Wein eingedeckt, der uns in Marokko längst ausgegangen war. Meine Güte, war das ein leckeres Frühstück – direkt am Meer bei Tarifa!!!!

Von Tarifa doch weiter nach Marokko

Von Tarifa doch weiter nach Marokko

Am nächsten Morgen haben wir uns nach dem Frühstück zu Fuß aufgemacht, um bei einem kleinen Spaziergang die Gegend zu erkunden. Leider kamen wir am Strand nicht durch, weil ständig Felsen im Weg waren und wir keine Lust hatten, ständig auf und ab zu klettern… und sind neben der Schnellstraße entlanggeschlendert.

Nach ca. 2 km kamen wir an eine große Sandlagune mit sehr vielen Kitern. Je näher wir kamen, sahen wir, daß es dort sogar einen ganz großen Bereich gab, in dem Anfänger super in stehendem Gewässer üben konnten. Da haben wir eine Weile amüsiert zugeschaut und hätten einem fast Nachhilfe gegeben (Hannes hatte auf den Kap Verden vor ein paar Jahren selbst einmal einen Kurs gemacht)…

Dann sahen wir auf der anderen Seite dieses kleinen Sees ein Haus und freuten uns schon auf einen kühlen Drink. Leider war dort geschlossen und so blieb uns nichts anderes übrig, als weiter zu laufen. Dabei sind wir an so manch interessantem Objekt vorbeigekommen…

Zu unserem großen Glück kam irgendwann ein Restaurant, das die besten Tapas hatte, die wir bis dahin gegessen hatten.

Sehr leckere Tapas bei Tarifa
Tapas und 3 Getränke für € 13,50 bei Tarifa

Nach 15.000 Schritten (hatte mein Handy in der Hosentasche und das hat mitgezählt) kamen wir wieder zurück zum Campingplatz. Voller Freude haben wir unsere Stühle wieder an den Strand gestellt und uns von den Strapazen der Schritte erholt… bis zum Sonnenuntergang

Sonnenuntergang auf Campingplatz bei Tarifa
Sonnenuntergang auf Campingplatz bei Tarifa

Abends im Steyr haben wir überlegt, wohin wir am nächsten Tag fahren könnten. Wir hatten ja gesagt, daß wir nur nach Marokko fahren würden, falls es uns in Spanien zu kalt oder regnen würde. Und es kam wie es kommen musste…

Am nächsten Morgen nieselte es.

Ausblick aus Steyr von Stellplatz Torre de la Pena bei Tarifa
Ausblick aus Steyr von Stellplatz Torre de la Pena bei Tarifa

Wir konnten das gar nicht fassen, weil unsere WetterApp keinen Regen angezeigt hatten. Da haben wir erst einmal ausgecheckt und sind nochmal nach Tarifa zurückgefahren, um beim Lidl diesen leckeren Mandarinensaft nachzukaufen.

Kaum raus aus dem Lidl regnete es immer noch und wir wussten wirklich nicht, was wir jetzt machen sollten – weiterfahren oder doch nach Marokko?!? So entschieden wir uns, zum Hafen zu fahren und wenigstens einmal zu fragen, was das wohl kosten würde und ob überhaupt eine Fähre nach Tanger ging an diesem Tag.

Und tatsächlich hatten wir Glück. Es kostete zwar € 250,- hin und zurück und der Steyr passte nur auf die Fähre um 19 Uhr wegen der Höhe, aber irgendwie waren wir froh, daß wir diese Entscheidung getroffen hatten. So parkten wir und durchstreiften den Ort. Irgendwann haben wir auch hier eine gut besuchte Kneipe aufgesucht und unseren ersten Fisch gegessen.

Dann war es endlich soweit. Die Fähre lief ein – es gibt hier Schnellfähren, die in 35 Minuten von Tarifa nach Tanger fahren. Jetzt mussten wir nur noch den Steyr unter Deck fahren.

Nach ca. 30 Minuten waren wir schon da und waren gespannt, wie lange es beim Zoll dauern würde. Es waren nur 3 Autos inklusive unserem und tatsächlich ging alles ganz schnell. Um 20 Uhr haben wir schon eine Telefonkarte gekauft und Geld gewechselt.

Marokko hatte uns wieder!!!! Während wir noch beim Zoll standen, fiel uns auf, wie anders Marokko im Vergleich zum verschlafenen Tarifa war. Überall war Leben auf der Straße und Tanger zog uns in seinen Bann.

Tarifa – Surf- und Kiteparadies

Tarifa – Surf- und Kiteparadies

Wir sind nach Gibraltar nur noch ein paar Kilometer zu einem Stellplatz am Meer gefahren, um zu übernachten. Am nächsten Morgen hatten wir von dort einen schönen Ausblick auf Gibraltar.

Dann ging es ohne Frühstück weiter nach Tarifa – unser nächstes Etappenziel. Wir brauchten auch noch Brot und Butter, das wir direkt bei einem Lidl in Tarifa eingekauft haben.

Tarifa
Tarifa

Endlich hatten wir alles und sind erstmal direkt ans Meer gefahren, um zu frühstücken. Dort konnten wir das Auto auch stehenlassen und sind die paar Schritte über einen Steg entlang gelaufen, der zu einer Art Festung führte, die leider nicht für Touristen zugänglich war. Jedenfalls war auf der einen Seite des Stegs das Mittelmeer und auf der anderen Seite bereits der Atlantik. Wir waren jetzt an der südlichsten Spitze von Europa angelangt.

Da wir heute nichts weiter als einen Campingplatz aufsuchen wollten, haben wir wieder mit Park4Night einen schönen Platz ein paar Kilometer von Tarifa entfernt angefahren und bleiben bis übermorgen. Das gibt uns Zeit, ein bißchen zu entspannen und einfach mal nichts zu tun. Und damit haben wir gleich angefangen…

Nach einem ausgiebigen Strandbesuch, bei dem Hannes mal wieder mit seinen Lieblingstieren Bekanntschaft gemacht hat (den Krabben), haben wir uns einen Sundowner gegönnt und nebenbei einigen Surfern zugeschaut, die direkt vor uns ins Wasser gegangen waren.

Dann stand Duschen auf dem Programm und Kochen – leckere Pasta mit Tomaten und Gemüse mit Salat. Satt, zufrieden und froh, hier zu sein, genießen wir den Abend im Steyr und freuen uns auf die nächsten Tage.

Campingplatz bei Tarifa
Unser Stellplatz auf dem Campingplatz Torre de Pena bei Tarifa