15 – Heilig Abend in der Wüste

15 – Heilig Abend in der Wüste

Mit „nur“ noch zwei Fahrzeugen ging es weiter in Richtung Zagora. Es gab zwei Möglichkeiten, nach Zagora weiterzufahren:

  1.  Die gemütliche asphaltierte Straße
  2.  Piste

Wir entschieden uns für die Piste!!!!  Es lagen 235 km Strecke vor uns!!!

Nachdem wir Sprit, Essen und Wasser gebunkert hatten, ging es los. Das erste Stück war noch recht passabel und bereitete unseren beiden Fahrzeugen kaum Probleme. Doch dann hörte der Asphalt auf und von ab ging’s auf die Piste. Wir wurden gewaltig durchgeschüttelt… aber wir wollten es ja so!!!! Da hilft auch kein Jammern – Augen zu und durch. Entschädigt wurden wir durch atemberaubende Landschaften, die ständig wechselten: Schotterpiste, ausgetrocknete Salzseen, Oasen,…

Hier war auch kaum mehr Zivilisation – doch an einer einsamen Stelle trafen wir dann auf einen jungen Mann, der uns sagte, daß wir durch Ramlia nicht durchfahren könnten, weil das Qued dort so viel Wasser hat, daß wir auf jeden Fall im Sumpf einsacken würden. Er hat uns dann an eine Stelle geführt, von der aus wir alleine weiterfahren konnten. Das war leider ein sehr großer Umweg und die Piste war auch sehr schlecht. Eigentlich gab es da teilweise gar keine Straße mehr, wir konnten nur noch mit GPS navigieren. Wer hätte gedacht, daß wir noch mal so Navigationsprofis werden!!!

Zufällig war heute auch Heiligabend,

sodaß wir an einer Stelle einen Übernachtungsplatz gewählt hatten, der uns allen sehr gut gefiel. Wir sind übrigens nur 90 km weit gekommen den dem Tag – ein Schnitt von ca. 15 km/h – da könnt ihr euch die Straßenlage vielleicht ungefähr vorstellen…

Dort haben wir zuerst unseren Tisch weihnachtlich dekoriert und mit einem Glas Wein auf Weihnachten angestoßen. Dazu gab es Karins selber gebackenen Stollen (sie haben einen Backofen im Auto!) und unseren Stollen von Oma Heide. Das war köstlich!!!! Wir haben uns gefühlt wie Könige, daß wir das erleben dürfen – die grandiose Fahrt mit den atemberaubenden Landschaften, den Sternenhimmel, die Sanddünen, einfach alles war überwältigend und kaum in Worte zu fassen…

Und wer jetzt dachte, daß wir „nur“ Stollen gegessen haben, täuscht sich. Selbstverständlich haben wir später auch noch was Feines gekocht. Wir hatten Rindsrouladen (aus der Dose vom Cantz!), Rotkohl aus dem Glas und Kartoffeln (in Karins Schnellkochtopf gekocht – eine tolle Sache, geht richtig schnell!). Karin hatte leckere Buchweizen-Küchle mit Zucchini… und auch unser obligatorisches Lagerfeuer hat uns diesen Abend besonders gefallen. Die Krönung war der strahlende Sternenhimmel, der in der Wüste wirklich ganz besonders schön ist – man sieht auf dem Bild nur den Mond, es waren aber tausende Sterne da oben…. das könnt ihr mir glauben!!! Und manchmal fällt sogar einer runter… es ist unglaublich, wir sind geflasht von allem, was wir hier erleben dürfen und fallen in die Koje.

Mond in der Wüste

Mond in der Wüste

Zwischen Merzouga und Zagora in der Wüste

11 – Merzouga und die Erg Chebbi Wüste Teil 1

11 – Merzouga und die Erg Chebbi Wüste Teil 1

Jetzt geht`s endlich weiter mit dem Blog!!!!!!!!!!!!! Hurra, wir haben Internet…

Aber eins nach dem anderen. Ich muß einiges aufarbeiten… bevor ich es vergesse: „Hab den Teppich immer noch nicht fotografiert – das mache ich noch,,, wir erleben so tolle Sachen hier, daß ich das immer wieder vergesse – aber abends, wenn wir im Hanomag sitzen und er zu meinen Füßen liegt, fällt es mir wieder ein.“

In Merzouga hatten wir ja auf dem Stellplatz der Kasbah Mohayout übernachtet und lecker abend gegessen (in der Kasbah). Dort gab es einen offenen Kamin und eine Suppe zur Vorspeise, die uns köstlich geschmeckt hat. Das tolle war, daß wir noch Nachschlag bekommen haben. Sie war zwar mit Koriander gewürzt, aber im Urlaub schmecken einem für gewöhnlich Sachen, die man zu Hause nicht mag, gell?!? Am nächsten Morgen habe ich noch im Innenhof der Kasbah ein paar Bilder gemacht. Es war so romantisch (am Vorabend brannten überall kleine Lampen und Kerzen) und es gab einige lauschige Plätzchen dort. Das auf dem Bild unten und einige weitere Kamele standen direkt draußen vor der Tür – wahrscheinlich der Nachwuchs, so sahen sie jedenfalls aus.

Hannes hat morgens noch ein paar Fotos von unserem Standplatz hinter der Kasbah gemacht, wo er einige Kamele mit Touristen drauf gesehen hat. Die Touristen werden jeden abend gegen 17 Uhr in „Horden“ mit Kamelen in die Wüste geführt, um dann einem Zelt „unter Sternenhimmel“ die Nacht dort draußen zu verbringen. Sie bekommen dort etwas zu Essen und werden mit Musik „bespasst“, danach geht’s in kleine Zelte zum Schlafen und am nächsten Morgen zurück, damit man zum Frühstück wieder „zu Hause“ ist. Kostenpunkt 35 Euro pro Nase…

Dann sollte es endlich losgehen in die Wüste… Kaum ein paar Kilometer gefahren, haben wir in Merzouga ein Geschäft gesehen, wo man draußen Ski kaufen konnte. Wir wußten zu dem Zeitpunkt noch nicht, wofür man hier Skier brauchen kann…

Ski zu verkaufen in Merzouga

Ski zu verkaufen in Merzouga

… fuhren dann aber weiter in die Wüste Erg Chebbi. Kaum ein paar Meter gefahren, sehen wir links von uns zwei größere Allradwagen mit deutschen Kennzeichen. Freundlich wie wir sind, haben wir „kurz“ angehalten. Da wurden wir schon von weitem mit: „Des sind Schtugarter!“ begrüßt!!!! Es war ein Pärchen aus Schwäbisch Hall mit seinem 15-jährigen Sohn und ein Paar aus der Oberpfalz. Nach kurzen Kennenlernen haben wir den Hanomag stehengelassen und erst einmal mit allen die nächste Düne erklommen. Das eine Pärchen mit dem 15-jährigen Sohn hatte eine Art Snowboard mit hochgenommen, auf welchem er die eine oder andere Düne stehend hinunter gefahren ist. Jetzt wußten wir auch, wofür die Skier zu gebrauchen waren…

Völlig erschöpft haben wir uns erstmal von den anderen verabschiedet und sind ein bißchen durch die Dünen gefahren…

Dort haben wir dann die Zelte für die Touristen gesehen und waren froh, daß wir uns diesen Touristenrummel erspart hatten (fast wären wir nämlich auch so „dumm“ gewesen und hätten so einen Ausflug gebucht). Ihr erinnert Euch vielleicht an den Teppichverkäufer aus Midelt, der gleich bei „seinem“ Freund angerufen hatte aus Merzouga und eigentlich am gleichen Tag noch mit uns in die Wüste raus wollte….

Übernachtungsplatz für Touristen in der Erg Chebbi

Übernachtungsplatz für Touristen in der Erg Chebbi

Kurz darauf wurde es auch schon Zeit, einen Übernachtungsplatz zu suchen. Da haben wir uns überlegt, daß der Platz bei den anderen deutschen Pärchen gar nicht so schlecht war und sind sind wieder zurückgefahren. Die Freude war groß und so ergab sich kurzerhand das erste Lagerfeuer und so haben wir den Abend gemeinsam ausklingen lassen.

Unser Lagerplatz mit den anderen Deutschen

Unser Lagerplatz mit den anderen Deutschen

Am nächsten Tag hatten die anderen bereits einen Führer organisiert, der ihnen einige schöne Plätze zeigen wollte und wir durften uns anschließen…

 

Merzouga - Erg Chebbi - 1. freie Übernachtung mit anderen