Gestern sind wir bei strömendem Regen von zu Hause gestartet und haben noch schnell ein Stück Schlauch und einen Trichter beim Bauhaus besorgt, um das Frischwasser in den Kanister unter der Spüle mit Wasser befüllen zu können. Kurzentschlossen haben wir dann noch 20 Liter Wasser bei Hannes im Büro geholt und dabei doch glatt den Geschäftsführer Herrn Nagel bei der Arbeit angetroffen.

Das gab uns die Gelegenheit, ihm das Auto von innen zu zeigen und uns noch einmal gebührend zu verabschieden. Schließlich ist es keine Selbstverständlichkeit, daß Hannes 5 Wochen am Stück Urlaub bekommt und das wissen wir sehr zu schätzen.

Dann ging es aber los – es war schließlich schon kurz nach 16 Uhr auf die Autobahn Richtung Singen – bei strömendem Regen und schlechter Wetterprognose auf unserem ersten Etappenziel Genfer See. Diesen erreichten wir dann auch gegen 1 Uhr nachts und fielen erstmal in Tiefschlaf.

Stellplatz erste Übernachtung am Genfer See
Stellplatz erste Übernachtung am Genfer See

Am nächsten Morgen erwartet uns wie vorhergesagt strömender Regen und wir setzen die Reise ohne Frühstück fort, um dies baldmöglichst in einem netten französichen Café nachzuholen. Wir haben „complèt“ genommen und dazu gehörte ein Pain au chocolat, 1 großes Stück Baguette mit Butter und Marmelade und ein Glas frisch gepresster Orangensaft sowie Kaffee. Es war einfach göttlich. Der erste Bissen ins Pain au chocolat wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben…

Nach einer Weile fielen uns die vielen Walnussbäume rechts und links der Straße auf und mir fiel ein, daß ich auf Nusstüten in Stuttgart schon gelesen hatte, daß diese aus Grenoble kommen und besonders gut sein sollen… da haben wir uns gleich eine Tüte gekauft – die hatte aber auch ihren Preis (Euro 6,50 das Kilo!!!!) Jetzt brauchten wir natürlich auch noch einen Nussknacker – den wir Gott sei Dank trotz Sonntag bekommen haben.

Während ich noch überlegte, wann wir wieder an einer Walnussplantage vorbeifahren, damit ich ein Bild davon machen kann, bemerken wir, daß  in sehr vielen Autos gelbe Warnwesten vorne auf der Ablage lagen und dachten noch, was da wohl zu bedeuten hat. Kurze Zeit später trafen wir auch schon auf die erste Straßensperre…

unterwegs von Genf nach Sommières
unterwegs von Genf nach Sommières

Und so ging es weiter… an sehr vielen Kreisverkehren auf unserer Route standen Streikposten in gelben Westen, die uns glücklicherweise nach kurzer Wartezeit vorbeifahren ließen. Einige haben auch gleich daneben gecampt und uns gefragt, ob wir einen Kaffee trinken wollten – den gab’s umsonst. Wir haben unsere Warnwesten aus Solidarität auch vorgeholt und vorne reingelegt…

„Protest gegen die Arroganz der Elite“

Doch irgendwann konnten wir das alles hinter uns lassen und der Himmel hellte langsam auf und es hörte auf zu regnen. Da sah die Landschaft gleich viel schöner aus und bei uns kam so etwas wie erste Urlaubsstimmung auf…

Deshalb haben wir heute kurzentschlossen um 18 Uhr nach einem Stellplatz geschaut, den wir hier in Sommières gefunden haben. Haben uns das erste Mahl gezaubert in unserer provisorischen Küche und freuten uns, daß alles geklappt hat. Wir haben einen kleinen Gasherd mit zwei Flammen und Backofen…

In diesem Sinne lassen wir uns gerade noch ein Glas Rotwein schmecken und stoßen auf unser neues Abenteuer mit Euch an (in Gedanken…)